Polarlichter einmal anders

Die Palette an Lichterscheinungen beim Polarlicht ist reichhaltiger als bisher gedacht: Amerikanische Wissenschaftler haben mit dem Röntgenteleskop "Chandra" faszinierende Lichtbögen im Spektralbereich weicher Röntgenstrahlung beobachtet, die sich über Tausende von Kilometern über die Erdkugel hinziehen. Bisher war nur bekannt, dass Polarlichter auch Anteile harten Röntgenlichts enthalten können, berichtet das Team um Ron Elsner vom Nasa-Zentrum in Huntsville.
Das Röntgenteleskop Chandra umkreist als Satellit die Erde und wird hauptsächlich zur Beobachtung ferner Sternsysteme und Galaxien genutzt. Es arbeitet dabei im Röntgenlichtbereich und ist damit eine gute Ergänzung zu den Aufnahmen, die Astronomen unter anderem mit dem Weltraumteleskop Hubble machen. Nun richteten die Forscher das Teleskop jedoch auf die Erde und konnten in insgesamt zehn etwa zwanzigminütigen Messungen das Lichtspiel des Polarlichts aufnehmen. Das weiche Röntgenlicht fluktuierte und veränderte sich dabei ähnlich schnell wie das mit bloßem Auge sichtbare Spektrum des Polarlichts, stellten die Forscher fest.

Polarlichter entstehen durch den so genannten Sonnenwind aus geladenen Teilchen, der sich wie ein gewaltiger Strom von der Sonne zur Erde bewegt. Geraten diese Teilchen, hauptsächlich Protonen und Elektronen, in die Erdatmosphäre, stoßen sie mit den Luftmolekülen zusammen und bringen diese zum Leuchten. Dabei entsteht Licht verschiedener Wellenlängen, darunter weicheres, da weniger energiereicheres Röntgenlicht und härtere Röntgenstrahlung mit kürzeren Wellenlängen.
Pressemitteilung des Chandra X-ray Observatory Center, Cambridge

ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald


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