Warum ein Verdauungsschlaf nicht unbedingt eine gute Idee ist

Wer unter Sodbrennen leidet, sollte zwischen Abendessen und Schlafengehen mehr als vier Stunden verstreichen lassen. Das empfehlen japanische Forscher, die in einer Studie einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Risiko für die so genannte Refluxkrankheit und der Zeitspanne zwischen abendlicher Mahlzeit und Schlafenszeit nachweisen konnten. War dieser Zeitraum kürzer als drei Stunden, stieg die Wahrscheinlichkeit für die Störung, bei der Magensäure in die Speiseröhre läuft, extrem an.
Der Rückfluss von sauren Verdauungssäften aus dem Magen in die Speiseröhre verursacht das brennende Gefühl, das als Sodbrennen bezeichnet wird. Er geht häufig mit einer schmerzhaften Entzündung des Speiseröhrengewebes einher, die unbehandelt das Krebsrisiko deutlich erhöht. Besonders häufig tritt der Reflux nach fetthaltigem oder scharfem Essen, pfefferminzhaltigen Speisen, Kaffee-, Alkohol- oder Nikotinkonsum auf. Da sich der Rückfluss der Magensäure im Liegen verstärkt, empfehlen Ärzte bei Sodbrennen häufig, diese Auslöser vor dem Schlafengehen zu vermeiden.

Der zeitliche Abstand zwischen Abendessen und Zu-Bett-Gehen spielt dabei offenbar eine Schlüsselrolle, konnten die Forscher nun anhand der Ess- und Schlafgewohnheiten von 147 Refluxpatienten und 294 Kontrollpersonen zeigen: Bei den Probanden, die weniger als drei Stunden nach der Mahlzeit zu Bett gingen, war die Wahrscheinlichkeit für Sodbrennen mehr als siebenmal höher als bei denjenigen, die länger als vier Stunden warteten. In weiteren Studien wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, ob sich die Häufigkeit der Refluxkrankheit durch konsequentere Empfehlungen in Bezug auf diese Zeitspanne vermindern lässt.
Yashuhiro Fujiwara (Osaka City University) et al.: American Journal of Gastroenterology, Bd. 100, S. 2633

ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel


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