Schnarchlos dank Didgeridoo

Menschen mit Atemproblemen beim Schlafen sollten Unterricht im Didgeridoo-Spielen nehmen: Wer regelmäßig auf dem australischen Blasinstrument musiziert, schnarcht weniger und leidet seltener unter nächtlichen Atemaussetzern, konnten Schweizer Forscher nun zeigen. Der beobachtete positive Effekt beruhe vermutlich auf einer Stärkung der Muskulatur der oberen Atemwege, sagen die Wissenschaftler der Zürcher Höhenklinik Wald. Dadurch kommt es seltener zu nächtlichem Kollabieren der Atemwege, was sonst der Grund für die kurzzeitigen Atemstillstände ist.
An der Schweizer Studie hatten 25 Freiwillige teilgenommen, die unter der so genannten obstruktiven Schlafapnoe litten. Dabei kommt es nachts mehrmals zu einem zeitweiligen Verschluss der oberen Atemwege, worauf der Schlafende mit verstärkten Atembewegungen reagiert. Diese gehen letztendlich in lautes Schnarchen über, und dann beginnt das Ganze von vorn.

In ihrer Studie verordneten die Schweizer Wissenschaftler 14 ihrer Patienten täglichen Didgeridoo-Unterricht, während die übrigen 11 Freiwilligen die Kontrollgruppe bildeten. Nach vier Monaten überprüften die Forscher, wie sich das regelmäßige Musizieren auf die Schlafprobleme ausgewirkt hatte. Das Ergebnis: Bei der Didgeridoo-Gruppe kam es im Vergleich zur Kontrollgruppe seltener zu nächtlichen Atemaussetzern, und die Musizierenden waren zudem tagsüber weniger schläfrig. Vom Didgeridoo-Spielen profitierten aber nicht nur die 14 Studienteilnehmer selbst, sondern auch deren Partner: Sie wurden nun nachts deutlich seltener in ihrem Schlaf durch lästige Schnarchgeräusche vom Nebenbett gestört.
Milo Puhan ( Zürcher Höhenklinik Wald) et al.: British Medical Journal, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1136/bmj.38705.470590.55

ddp/wissenschaft.de ? Martina Feichter


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