Der Kometenmond

Der Saturnmond Enceladus sendet einen stetigen Strom feiner Eispartikel ins All. Das ist auf neuen Bildern der Raumsonde Cassini zu sehen, die Nasa-Forscher auf der Tagung der American Geophysical Union in San Francisco präsentierten.
In einem Zeitrafferfilm ist zu erkennen, wie die Eisteilchen von Spalten in den Südpolregionen ausgeworfen werden. "Die geologische Aktivität von Enceladus ist sicherlich eines unserer aufregendsten Ergebnisse", sagte die Leiterin des Cassini Imaging Teams, Caroline Porco. Sie und ihre Kollegen gehen davon aus, dass Wasserdampf unter Druck aus den warmen Spalten gepresst wird. "Damit sich Teilchen bilden können, muss der Wasserdampf eine gewisse Dichte haben, und das bedeutet, dass überraschend warme Temperaturen auf Enceladus herrschen", erläuterte Andrew Ingersoll vom California Institute of Technology.

Auch auf Bildern, die Cassini Anfang des Jahres aufgenommen hatte, konnte das Bildbearbeitungsteam die Wasserdampfwolken inzwischen nachweisen. In einem Fall erstreckte sich die pilzförmige Wolke bis in eine Höhe von 186 Kilometern über der Oberfläche des Mondes. "In gewisser Weise ähnelt Enceladus Aktivität der eines Kometen", sagte Torrence Johnson vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa, "allerdings ist die Energiequelle für die geysirartigen Ausbrüche bei Kometen das Sonnenlicht, während Enceladus innere Wärmequellen haben muss."

Welche das sind, ist aber nach wie vor rätselhaft. Möglicherweise heizt radioaktiver Zerfall das Innere des kleinen Mondes auf. Bei einem Durchmesser von nur 500 Kilometern müsste Enceladus aber eigentlich schon lange ausgekühlt und geologisch tot sein, genau wie andere Körper seiner Größe. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass sich die Gezeitenkräfte des Saturn und der anderen Monde so verstärken, dass im Inneren von Enceladus einzelne heiße Punkte entstehen.

Weitere interessante Bilder und Filme präsentierten die Cassini-Forscher von den Monden Iapetus, Dione, Rhea und Hyperion. Auf den Falschfarbenbildern ist zum Beispiel die unterschiedliche chemische Zusammensetzung der Oberflächen zu erkennen.
Ute Kehse


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