DOKTORSPIELE IM AQUARIUM

Bei Fischen lässt sich Stress durch sanfte Berührungen abbauen. Das haben Forscher um Redouan Bshary von der schweizerischen Université de Neuchâtel festgestellt. Sie hatten die Beziehung zwischen zwei Korallenriff-Bewohnern untersucht: dem gestreiften Borstenzahndoktorfisch (Ctenochaetus striatus) und dem Gemeinen Putzerfisch (Labroides dimidiatus). Die Doktorfische lassen sich ab und zu von den Putzerfischen Parasiten entfernen. Bevor die „Reinigungskräfte" das jedoch tun, streicheln sie den Rücken der Doktorfische mit ihren Brust- und Bauchflossen.

Um herauszufinden, was dies bewirkt, konstruierten die Wissenschaftler zwei Putzerfisch-Attrappen. Die eine war beweglich und mit einer weichen Bürste auf dem Bauch versehen, die andere hatte keine Bürste und war starr. In verschiedenen Aquarien testete Bshary, wie Doktorfische reagierten, wenn sie von dem beweglichen Ersatzfisch gestreichelt wurden, und wenn sie mit der unbeweglichen Attrappe in einem Becken saßen. Dazu wurde das Stresshormon Cortisol im Blut der Tiere gemessen. Es zeigte sich, dass die gestreichelten Doktorfische einen weitaus niedrigeren Pegel des Hormons aufwiesen als die Kontrollgruppe – selbst wenn man sie einem Stresstest unterzog, sie etwa in ein sehr kleines Aquarium einsperrte. Fazit: Auch Fische brauchen eben ihre Streicheleinheiten.

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