HUNGERKÜNSTLER IM SCHLAMM

Die Biologin Antje Boetius erhält vom Europäischen Forschungsrat 3,4 Millionen Euro Fördergelder. Die 44-Jährige leitet die Tiefsee-Forschungsgruppe am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Mit dem Geld will Boetius in den kommenden fünf Jahren den Meeresboden in der arktischen Tiefsee untersuchen. „Wir wissen seit Kurzem", erklärt die Wissenschaftlerin, „dass in jedem Gramm Schlamm vom Boden der arktischen Tiefsee bis zu 10 000 Arten meist unbekannter Mikroorganismen leben. Viele davon sind wahre Hungerkünstler und können aus jedem noch so kleinen Algenrest, der in die Tiefe rieselt, Energie gewinnen und Biomasse aufbauen."

Wie die Mikroorganismen dies bewerkstelligten, sei noch ein Rätsel, sagt Boetius, und soll jetzt erforscht werden. Denn diese Vorgänge sind von großer Bedeutung für den globalen Kohlenstoffkreislauf und die geologischen Ablagerungen sowie für die Vielfalt des Lebens am Meeresboden.

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