NACKTE TATSACHEN

Ich möchte ausdrücklich dagegen protestieren, dass ein Artikel über die männliche Sexualität von einer Frau geschrieben wird, die die Chance, das männliche Selbstbewusstsein weiter zu schwächen, weidlich ausnutzt. Schon das seitengroße einleitende Foto des Mannes, der sein offenbar winziges Geschlechtsteil mit der Lupe suchen muss, zeigt ganz klar diese Tendenz und Absicht des Artikels.

Lassen Sie doch zum Ausgleich einmal einen Artikel über die Orgasmusprobleme von Frauen von einem Mann schreiben. Wie – das geht nicht? Aber Männer dürfen immer weiter geschwächt werden, obwohl sie in Schule und Studium schon jetzt die Verlierer sind. Das ist mit ein Grund dafür, dass Deutschland international immer weiter zurückfällt.

Das Ziel der Frauen hierzulande scheinen Verhältnisse wie bei den Tuareg zu sein, wo die Männer nach der Pfeife der Frauen tanzen. Solche Völker sind in Wüsten und Einöden verdrängt worden, weil die Männer nicht stark genug waren. Das darf nicht das Ziel von Emanzipation sein!

Roland Sprenger, per E-Mail

Drei von fünf Textseiten widmet bild der wissenschaft den Erektionsstörungen und der Penislänge in dem Artikel über das Wohlergehen der Männer. Wenn das von einer Emanze in „Emma" veröffentlicht worden wäre, hätte ich volles Verständnis dafür, weil sie damit das starke Geschlecht an einer empfindlichen Stelle getroffen hätte. Kein Verständnis habe ich dafür, dass sich bild der wissenschaft auf dieses Niveau hinablässt: Zu kleiner Penis und fehlende Erektion können nicht das Hauptproblem „der Männer" sein.

Dr. Heinrich Barthel, Lüneburg

„BEI STRAFTÄTERN IST DAS GEHIRN VERÄNDERT"

Heft 9/2011

Selten fand ich einen Beitrag wissenschaftlich so armselig und ethisch so bedenklich wie das Interview mit Hans J. Markowitsch. Einerseits suggeriert H.J.M. die tollen Möglichkeiten der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie wie das Erkennen von Lügen, das Herausfinden falscher Erinnerungen und Vorhersagen über künftige Straffälligkeit. Sogar das künftige Aufspüren von Terroristen soll damit mal möglich sein.

Aber dann wird alles relativiert. Werden gleiche Areale aktiviert? „Nein, denn Menschen unterscheiden sich." „Jedes Gehirn ist anders", und „in drei Monaten habe ich ein anderes Gehirn als jetzt". Als Methode bleiben da nur die tollen personengebundenen Fähigkeiten des Meisters.

Die Aussage, „dass bei Straftätern das Gehirn verändert ist", wirft erst mal die Frage auf, was ein Straftäter ist. Was ist mit braven Familienvätern, die in den Krieg ziehen (müssen), dort töten und nach dem Krieg daheim wieder brave Familienväter sind? Oder der kürzliche Fall eines Geschäftsmannes, der einen Jungen missbrauchte und tötete, aber weder vorher noch nachher straffällig geworden war? Auch hier wird sofort relativiert.

Als noch bedenklicher für die Stabilität unserer Gesellschaft sehe ich die ethischen Aussagen von H.J.M.: „Verantwortlich (für sein Verhalten) … ist sowieso niemand." Die Paragraphen 20 und 21 (keine oder bedingte Schuldfähigkeit) sollten auf jeden Straftäter angewendet werden. Und „Psychotherapie oder eine psychische Beeinflussung statt Gefängnisstrafe wären Möglichkeiten". Da wird der Verantwortungslosigkeit derart das Wort geredet, dass ich ehrlich empört bin.

Dr. Dankwart Schmidt, per E-Mail

„SO EINFACH WIE ERHOFFT IST ES NICHT"

Heft 10/2011

Nachhaltigkeit ist kein Prinzip der Evolution, sondern der Forstwirtschaft, wo man heutiges Verhalten gut auf 100 Jahre extrapolieren kann. Der vom Wuppertal Institut verwendete Nachhaltigkeitsbegriff geht davon aus, dass deren Weltanschauung geeignet ist, als Handlungsmaxime auf Jahrzehnte festgelegt zu werden. Das halte ich für eine nicht akzeptable Anmaßung. Wer hätte unsere heutige Welt vor nur 25 Jahren voraussagen können? Der Club of Rome sicher nicht.

Dass Herrn Schneidewind wichtig ist, „wie wir Menschen miteinander umgehen", verträgt sich nicht mit seinen späteren Aussagen zur „Brent Spar"-Kampagne. Hier wurde bewusst mit falschen Zahlen über angebliche Schadstoffmengen und -konzentrationen eine menschenverachtende internationale Rufmordkampagne gegen Shell geführt, mit dem Ergebnis, dass eine ökonomisch und ökologisch schädliche Maßnahme erzwungen wurde.

Wenn das von Herrn Bode und anderen zur Rechtfertigung vorgebrachte Argument (sinngemäß), dass man im Interesse einer guten Sache mit Zahlen und Fakten nicht zu pingelig sein dürfe, auch für die Arbeit des Wuppertal Instituts gelten sollte, hätte man sich aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft verabschiedet.

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Althoff, per E-Mail

DER MENSCH WIRD NEU ERFUNDEN

Titelgeschichte Heft 10/2011

Es ist mit Sicherheit so, dass all dieser Fortschritt technisch und technologisch begrüßenswert ist, aber meiner Meinung und Erfahrung nach ist dieses Thema zu kurz gedacht. Ich habe kürzlich erlebt, dass das Abschalten eines künstlichen Hilfsmittels (Herzschrittmacher, bei einem Sterbenden) als aktive Sterbehilfe gewertet wurde. Es war aber eindeutig, dass dieser Herzschrittmacher in seiner logischen Konsequenz nur das gemacht hat, wozu er da ist – das Herz zur Weiterarbeit zu zwingen.

Es wird bei der ganzen Angelegenheit immer wieder der Verantwortungsbereich des Einzelnen bei der Genesung delegiert: zum Arzt, zum Ersatzteil ... Die Suggestion „es wird schon weitergehen, es gibt ja unzählige Hilfsmittel von außen" löst sicher auch nur die Probleme von außen. Die Psyche mitsamt ihren Problemen findet keinerlei Beachtung.

Matthias Wienecke, per E-Mail

WIE VIEL EURO IST EIN ROTKEHLCHEN WERT?

Heft 11/2011

Der Artikel des Biologen Jürgen Gerdes ist sicher einer der besten, die ich jemals in diesem Magazin gelesen habe. Der Autor beschreibt eindrucksvoll, wie das Kosten-Nutzen-Bilanzdenken, das heute unsere ganze Welt zu beherrschen scheint, mittlerweile auch in Öko- und Naturschutzbewegungen Einzug hält.

Fragen wie „Wie viel ist ein Quadratmeter Regenwald wert zur Reinigung von Wasser und Luft?" ( 0,45 Euro ) oder „Wie viel ist ein Quadratmeter Korallenriff wert zum Schutz der Küsten und zum Anlocken von Touristen?" ( 8,52 Euro ) dominieren mittlerweile in den Köpfen von Wissenschaftlern, Politikern und selbst Umweltschützern. Wer fragt einfach mal nach der Schönheit von Wäldern und der Freude, einen seltenen Vogel oder Schmetterling zu sehen? Nach Lebensqualität und Respekt vor der Schöpfung?

Fakten und Zahlen einfach mal in den Hintergrund treten zu lassen und den gesunden Menschenverstand zu benutzen, auf Augen, Ohren und Gefühle zu hören, ist etwas, was wir in dieser Welt, die von Profit und Statistiken gesteuert wird, verlernt haben. Wollen wir unsere Zukunft wirklich in die Hände derer legen, deren Gehirn aus einer Rechenmaschine besteht, oder schlimmer noch: aus einem Roulette-Tisch?

Axel Magard, per E-Mail

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