Sonne, Mond und Wolfram Knapp

Fiebern Sie auch der unmittelbar bevorstehenden totalen Sonnenfinsternis entgegen? Hoffen Sie inbrünstig, daß das Wetter günstig ist, und der Himmel über Mitteleuropa am 11.August gegen 12 Uhr 30 klar ist? Wenn Sie beide Fragen bejaht haben, gehören Sie bestimmt zu jenen Zeitgenossen, die sich für das seltene Naturschauspiel einer totalen Sonnenfinsternis schon heute Zeit reserviert haben, ihretwegen sich vielleicht ins Auto oder die Bahn setzen, um Orten wie Karlsruhe, Stuttgart oder München zuzustreben, über denen sich die Finsternis in ihrer vollen Pracht abspielen wird. Natürlich erfahren Sie in diesem Heft alles Wesentliche zur Sonnenfinsternis: Tips zur Beobachtung, für Fotos, zu den wichtigsten Festen und Vorträgen. Den zentralen Teil unserer Titelgeschichte (sie beginnt auf Seite 56) nehmen freilich die Geheimnisse ein, die sich unsere Sonne bis heute nicht entreißen läßt.

Übrigens: Fachschüler für Möbel- und Innenraumgestaltung in Stuttgart haben auf Anregung von bild der wissenschaft zur Sonnenfinsternis die hier abgebildete extravagante Sonnenliege gestaltet. Sie könnte bald Ihre Terrasse zieren. Denn wir verlosen eines der raren Exemplare. Wenn Sie mehr über unser Gewinnspiel wissen möchten, besuchen Sie uns im Internet unter http://www.wissenschaft.de

Einer, der mit gemischten Gefühlen auf die Sonnenfinsternis wartet, ihr gleichwohl entgegenfiebert, ist Wolfram Knapp. Nicht, daß er so etwas zum erstenmal zu Gesicht bekäme, wie die meisten anderen Menschen (die letzte totale Sonnenfinsternis über Deutschland ereignete sich 1887). Es ist bereits Knapps vierte. 1980 beobachtete er das seltene Naturschauspiel über Indien, 1991 über Mexiko, 1994 über Chile. Für Wolfram Knapp, die langjährige Astronomie-Institution in der bdw-Redaktion, hat diese Finsternis aber eine besondere Bedeutung, weil sie gewissermaßen das Ende seiner Erwerbsarbeit signalisiert. Zwei Tage, nachdem bei uns die Sonne von der Mondscheibe für kurze Zeit völlig verdeckt wird, feiert er seinen 65. Geburtstag. Ende August scheidet er formell aus unserer Redaktion aus, bleibt ihr - und Ihnen - aber verbunden: Wir schätzen uns glücklich, daß er uns mit seinem Wissensfundus, seiner ebenso angenehmen wie akkuraten Betreuung von Autoren und Artikeln auch künftig immer mal wieder zur Verfügung stehen wird. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um Wolfram Knapp, dem stellvertretenden Chefredakteur, für sein 27jähriges Engagement bei bild der wissenschaft von Herzen zu danken. Er hat ein großes Stück Wissenschaftsjournalismus mitgeschrieben. Nicht schrill, nicht aufdringlich und nicht mit jeder Mode mitgehend - dafür verläßlich, verständlich und vertrauensvoll. Menschen mit solchen Tugenden sind rar.

Den diesjährigen Journalisten-Preis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erhielt der Potsdamer Journalist Thomas Willke für den Beitrag "Krebs: Streit um die Vitaminpillen", der im August vorigen Jahres in bild der wissenschaft erschien. Willke, der die mit 3000 Mark dotierte Auszeichnung am 17. Juni entgegennahm (Gratulation!), erhielt damit eine weitere Bestätigung, daß er mit seinen bemerkenswerten Darstellungen wissenschaftsjournalistisch auf dem richtigen Weg ist. Wir setzen schon seit Jahren auf Willke: Seit seinem bdw-Redaktionspraktikum 1994 haben wir von ihm ein gutes Dutzend gewichtiger Artikel veröffentlicht. Sein Beitrag zu diesem Heft - ab Seite 44: "Wie schnell sind unsere Gene?"

Wolfgang Hess / Wolfram Knapp

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