Der stammelnde Autodidakt

Illustration: Hubert Warter

Sein Vater war Postreiter und starb als Opfer eines Überfalls, als der Junge sechs Jahre alt war. Die Familie stürzte über Nacht in bodenlose Armut. Aber das war noch nicht alles, was das Schicksal für den Waisenknaben an Prüfungen vorgesehen hatte. Als er zwölf war, richtete eine französische Armee in seiner Heimatstadt ein Gemetzel an. Einer der Soldaten hieb dem Jungen den Säbel ins Gesicht, quer durch Mund und Kiefer. Von da an sah er monströs aus und konnte sich nur noch schwer verständlich machen.

Die Altersgenossen verhöhnten ihn in der Landessprache als "Stammler" oder "Stotterer" – eine Bezeichnung, die er später trotzig zu seinem Nachnamen machte. Unter diesem Namen wurde er zu einem herausragenden Mathematiker. Doch der Weg dorthin war steinig. So hat sich der 14-Jährige den Lehrer, der ihm das Alphabet beibrachte, lediglich bis zum Buchstaben "K" leisten können. Dann ging das Geld aus. Die anderen Buchstaben, ebenso Schreiben und Rechnen, musste er im Selbststudium erlernen. Sein erstes Geld verdiente er mit Ballistik: Er beschrieb mit Algorithmen erstmals, wie man Feldschlangen auszurichten hatte, damit die Geschosse möglichst weit flogen.

Sein größtes Verdienst für die Mathematik ist jedoch, für Gleichungen der Form ax3+ bx2+ cx + d = 0, sogenannte kubische Gleichungen, Lösungsregeln gefunden zu haben. In einem öffentlichen Schaukampf trat er gegen einen anderen Mathematiker an, sah indes schlecht dabei aus. Verbittert zog er fort, in die bedeutendste Handelsstadt seiner Zeit, und lehrte dort die Söhne betuchter Kaufleute das Einmaleins.

Wie hieß das autodidaktische Mathematik-Genie?

Die Auflösung finden Sie hier.

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