Ideales Team: Salat und Öl

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Statistiken belegen es: Im Mittelmeerraum leiden Menschen vergleichsweise weniger häufig an Herzkreislauferkrankungen. Traditionell wird dieser günstige Effekt dem hohen Verbrauch von Olivenöl in der mediterranen Küche zugeschrieben. Doch die genauen Hintergründe dieser Wirkung sind bisher unklar. Aktuelle Studienergebnisse an Mäusen legen nun nahe, dass ein Kombinationseffekt der Schlüsselfaktor sein könnte. Aus der Verbindung von ungesättigten Fettsäuren und Nitrat-haltigem Gemüse – beispielsweise Olivenöl und Salat – bilden sich demnach Substanzen mit blutdrucksenkender Wirkung.

Wenn ungesättigte Fettsäuren aus Ölen auf Nitrit oder Nitrat aus Gemüse treffen, bilden sich sogenannte Nitro-Fettsäuren. Es handelt sich dabei um reaktionsfreudige Substanzen, die ein Enzym blockieren können, von dem bereits eine Bedeutung bei der Entstehung von Bluthochdruck bekannt ist: der löslichen Epoxid-Hydrolase. Um herauszufinden, ob der Effekt stark genug ist, um Blutdruck zu senken, führten die Forscher um Philip Eaton vom King's College London Untersuchungen mit einer genetisch veränderten Mäuse-Zuchtlinie durch, die sie extra für die Studie entwickelt haben.

Die Tiere bilden in ihrem Körper eine funktionsfähige Form der Epoxid-Hydrolase, die aber nicht durch Nitro-Fettsäuren inhibiert werden kann. Bei diesen Tieren und bei einer Kontrollgruppe von normalen Mäusen lösten die Forscher im Rahmen ihrer Studie künstlich Bluthochdruck aus. Parallel dazu gaben sie ihnen Futter, das mit Nitro-Fettsäuren angereichert war. Die Gehalte entsprachen der einer typisch mediterranen Kost des Menschen. Bei den so ernährten Versuchstieren führten die Forscher nun regelmäßig Blutdruckmessungen durch.


Nager mit Bluthochdruck

Ergebnis: Bei den Mäusen mit der normalen Epoxid-Hydrolase senkten die Nitro-Fettsäuren in der Nahrung tatsächlich den Blutdruck deutlich. Doch bei den genetisch veränderten Mäusen war das nicht der Fall: Ihr Blutdruck blieb hoch, obwohl sie die gleiche Nahrung erhielten, wie ihre Kontroll-Kollegen. Der blutdrucksenkende Effekt basiert also auf der Inhibierung der Epoxid-Hydrolase durch Nitro-Fettsäuren, folgerten die Forscher.

 

Die Ergebnisse weisen demnach darauf hin, dass die Nitro-Fettsäuren, die aus der Kombination von Ölen mit Nitrat-haltigem Gemüse entstehen, eine Rolle bei der gesunden Wirkung der mediterranen Kost spielen. Dabei handelt es sich wohl nicht nur um den Klassiker - Salat mit Olivenöl, im Mittelmeerraum werden auch andere Lebensmittel, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind, mit geeigneten Gemüsearten kombiniert. Beispielsweise kommen Nüsse, oder Avocados zum Einsatz, die auf Gemüse wie Spinat, Sellerie oder Karotten treffen. „Unsere Studienergebnisse erklären, warum frühere Studien gezeigt haben, dass mediterrane Kost die Häufigkeit von Herzkreislauferkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt reduzieren kann", resümiert Philip Eaton.

 

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