Gefahr für Pilzsammler

Im Bayrischen Wald und südlich der Donau wurden nach der Reaktorkatas- trophe von Tschernobyl stellenweise bis zu 100 000 Becquerel Cäsium-137 pro Quadratmeter abgelagert. Durch seine radioaktive Halbwertszeit von 30,4 Jahren strahlt es noch immer. Schwach saure bis alkalische Böden, auf denen die meisten Kulturpflanzen gedeihen, binden Cäsium. Auch Pflanzen und Pilze, die auf saurem Waldboden wachsen, nehmen es auf. Nach Messungen des Bundesamts für Strahlenschutz aus den Jahren 2010 bis 2012 erreichten einige Speisepilze Werte von über 1000 Becquerel pro Kilogramm. Zwar ist die Gefahr bei üblichen Verzehrmengen gering: Die Strahlenbelastung durch 200 Gramm Pilze mit 3000 Becquerel pro Kilogramm entspricht der eines Flugs von Frankfurt nach Gran Canaria. Dennoch rät die Behörde in Risikogebieten auf das Sammeln von Pilzen zu verzichten – etwa von Mohrenkopfmilchlingen, Semmelstoppelpilzen und Rotbraunen Semmelstoppelpilzen, Trompetenpfifferlingen und Wohlriechenden Schnecklingen. In den Handel dürfen Lebensmittel mit einem Radiocäsiumgehalt von mehr als 600 Becquerel pro Kilogramm nicht gelangen.

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