Eine Schule für alle?

Bis zu meiner Pensionierung war ich – mit Spezialausbildung – an einer Sprachheilschule tätig. Vor allem Stotterer und Dysgrammatiker wurden uns von den Lehrern der Grund- und Hauptschulen gemeldet: Aus Furcht vor Spott und Häme würden sich solche Schüler kaum am mündlichen Unterricht beteiligen. In der großen Pause würden sie sich abseits halten oder sich gar auf dem Klo verstecken.

An unserer Spezialschule mit normalem Lehrplan beträgt die Klassenstärke circa zwölf Schüler. Einen Mitschüler zu verspotten oder bei einem mündlichen Beitrag auch nur feixend anzuschauen, kommt so gut wie nie vor. Jeder kennt seine eigene Situation. So fangen etwa Stotterer schon nach kurzer Zeit an, sich aktiv am Unterricht zu beteiligen.

Das Vertrauen ins eigene Können und der Mut zum Sprechen kann wachsen. Diesen Heilungsvorgang halte ich in Inklusionsklassen für unmöglich. Klassenkameraden können – aus Neid, Konkurrenz oder Bosheit – sehr grausam sein. Ermahnungen zur Rücksichtnahme nützen wenig. Eine „Alle-gleich"-Ideologie ersetzt keine Erfahrung mit der Realität.

Friedrich Vogel, per E-Mail

Wer garantiert, dass (bei Inklusion von lernbehinderten Kindern, Anm.d.Red.) dann die durchschnittlichen Schüler ausreichend gefördert werden? Ich kann schon die Eltern verstehen, die ein beeinträchtigtes Kind haben, sehe aber gleichzeitig die Gefahr für die anderen Schüler.

Meine Sorge als Mutter ist es, dass mein Sohn entweder auf einem niedrigen Schulniveau sitzen bleibt oder dass der Unterrichtsstoff ihn überfordert, weil der Lehrer sich vermehrt um die Schwächsten kümmern muss. Die Idee mit der Zusammenführung von Beeinträchtigten und Nichtbeeinträchtigten ist solidarisch und lobenswert, aber nicht mit dem heutigen System zu vereinbaren, solange an Bildung gespart wird, beispielsweise an Lehrern. Deshalb plädiere ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht für die Inklusion.

Sarah Becker, per E-Mail

Affen wie du und ich?

Denkzettel, Heft 9/2014

So manchem, auch Herrn Schmidt (Autor der Rubrik „Denkzettel", Anm.d.Red.), ist noch nicht bewusst geworden, wie unzeitgemäß die Anwendung der gegensätzlichen Begriffe „Mensch und Tier" inzwischen ist.

Der Mensch gehört doch zweifellos zu den Tieren, und die Vergegenwärtigung der Tatsache, dass er mit Schimpansen und Bonobos näher verwandt ist als diese mit dem Rest der Menschenaffen, führt unfehlbar zu dem Schluss: Wir Menschen sind selbst eine Art Menschenaffe. Das ist es, was der Primatologe und Anthropologe Volker Sommer seit einiger Zeit propagiert. Anscheinend ohne Erfolg bei Mitarbeitern auch Ihres Blattes.

Also hört endlich mal auf, immer „Menschen und Tiere" zu schreiben und gewöhnt euch an, von „Menschen und anderen Tieren" zu sprechen. Diese Sicht muss notwendigerweise zu einer Veränderung unseres Umgangs mit unseren nächsten Verwandten führen. Im übrigen stimmt die Behauptung nicht, den deutschen Zoos solle „die Haltung von Menschenaffen von Gesetzes wegen unmöglich gemacht werden".

Andreas Fehring, per E-Mail

Licht ins Dunkel von Halloween

Heft 11/2014

Ich kann mich erinnern, dass man schon in den 1960er-Jahren zu Erntedank (Mitte bis Ende Oktober) Kürbisse ausgehöhlt hat und Gesichter hineinschnitzte. Das Ganze wurde durch eine im Inneren aufgestellte Kerze beleuchtet. Auch ist der Brauch, den Toten an Allerseelen Gaben zu bringen, bis heute erhalten geblieben. In Bamberg/Oberfranken ist es üblich, sogenannte Seelenspitzen, ein besonderes Gebäck, auf die Gräber zu legen. Alle diese Bräuche bestanden schon lange, bevor die Halloween-Welle aus den USA zu uns schwappte.

Des Weiteren möchte ich auf eine Bildverwechslung hinweisen. Auf Seite 75 zeigen Sie im linken Bild den Hill of Ward. Rechts oben soll der Rathcroghan abgebildet sein. Ich meine, beide Bilder zeigen denselben Hügel, nur aus einer anderen Perspektive. Ich würde es sehr begrüßen, wenn Sie ein Bild des Rathcroghan veröffentlichen könnten. So kann man die Opferstätten erst gut vergleichen.

Thomas Wartmann, per E-Mail

Herr Wartmann hat völlig recht. Wir bitten um Entschuldigung und zeigen hier (oben) den Rathcroghan-Hügel. Er birgt die Reste zweier Wallanlagen. Die Redaktion

Editorial

Heft 10/2014

Die Überschrift Ihres Editorials („Die Titelgeschichte dieser Ausgabe ist eine Freude für den Chefredakteur") möchte ich ergänzen: ... und für den Leser! Dies schreibt ein Leser, der selbst vor knapp einem halben Jahrhundert über Cäsium-Graphen-Verbindungen promoviert hat. Damals nannte man die Verbindungen „Graphiteinlagerungsverbindungen". Es ist faszinierend, mit welcher Geschwindigkeit sich neue Arbeitsgebiete entwickeln und umgehend in die Praxis umgesetzt werden.

Diese Zeilen schreibt Ihnen außerdem ein Leser, der bild der wissenschaft von Anfang an abonniert hat – zunächst lediglich, um die Idee von Prof. Heinz Haber, Wissenschaft einem breiteren Publikum näher zu bringen, zu unterstützen, bald aber auch aus Neugierde auf die zum Teil hervorragenden Beiträge. Allen Redakteuren sage ich meinen herzlichen Dank für viele vergnügliche Lesestunden!

Helmut Scharf, per E-Mail

Ihre Meinung ist gefragt

Leserforum in Heft 10/2014: Berichterstattung über Suizide

Bitte berichten Sie mehr, um die Omerta – „nur nicht drüber reden" – zu besiegen! Ein Selbstmord ist eine Niederlage für die Psychiatrie, aber ich würde einem schwer Depressiven nach mehreren fruchtlosen Heilungsversuchen diesen Ausweg nicht versperren wollen.

Michael Straub, per E-Mail

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