16.03.2015

Auch zum Zähneputzen nützlich - Lösung

Eben McBurney Byers (12. April 1880 bis 31. März 1932) hieß der Mann, der als Spross einer US-Industriellen¬familie unter glück¬haften Vorzeichen ins Leben startete und es elendiglich vorzeitig been-dete. Er war auf die Versprechungen eines William J.A. Bailey hereingefallen, der (fälschlich) behauptete, Doktor der Medizin zu sein. Ebenso falsch waren Baileys Beteue¬rungen, das von ihm hergestellte Medi¬kament „Radithor" sei in vielfacher Weise dem Körper zuträglich und könne durch Stimulierung des Hormonsystems alle möglichen Gebrechen heilen, so auch Byers‘ schmerzenden Arm.

Radithor war eine wässrige Lösung, die in hohen Konzen­trationen die radioaktiven chemischen Elemente Radium und THORIUM enthielt. Viele Menschen waren in den 1920er- und 1930er-Jahren davon überzeugt, Radioaktivität entfalte positive Wirkungen. So waren beispielsweise radio­aktive Gürtelschließen und Ziga­retten­halter im Handel, und eine Berliner Firma vertrieb bis 1945 eine thorium­haltige radioaktive Zahn­creme namens „Doramad".

Tumore in Kiefer und Schädel

Eben Byers hatte fast 1400 Flaschen „Radithor" getrunken und dabei eine mehrfache tödliche Strahlendosis aufge­nommen. Er starb allerdings nicht an der Strahlenkrankheit, sondern an Krebs. Radium und Thorium hatten sich in seine Knochen eingelagert und von dort aus bösartige Tumore induziert. Nicht nur seinen Kieferknochen hatte der Krebs fast völlig zerfressen, auch der Hirnschädel wies Löcher auf, und das Hirngewebe war voller Abszesse.

Der Radithor-Hersteller Bailey wurde nie juristisch belangt. Immerhin machte Eben Byers‘ Tod die Öffentlichkeit auf die Gefahren der Radioaktivität aufmerk­sam. Das förderte die Verabschiedung von Gesetzen, die der gerade gegründeten US-Arzneimittel­prüfbehörde FDA ihre heutige Durchschlagskraft verliehen.

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