bdw Heft

Deutschlands erstes Wissenschaftsmagazin.

bild der wissenschaft erscheint im 51. Jahr. Das heißt: Das Jubiläumsheft (2/14) ist unsere 594. Monatsausgabe.

So wie wir unsere Leser und User kennen, haben viele jetzt schnell nachgerechnet, dass 50 Jahrgänge doch 600 Ausgaben ergeben. Schon richtig – und dennoch falsch. Denn im ersten Jahrgang, 1964, ist bild der wissenschaft pro Quartal nur einmal erschienen.  Freuen Sie sich mit uns also auf die 600. Ausgabe, unser Augustheft 2014.

Was von uns in der Redaktion keiner für möglich hielt: Wir haben tatsächlich 163 Abonentinnen und Abonnenten, die uns seit dem ersten bdw-Jahr treu sind.
  
In all den Jahren sind wir unserem Ziel stets treu geblieben: Wir informieren Sie ohne Scheuklappen darüber, was unser Leben morgen und übermorgen verändert. Wir bereiten  die wichtigsten Erkenntnisse der Grundlagenforschung für Sie spannend  auf, ebenso wie die markantesten Entwicklungen in der Technik, in der Gesellschaft, in der Ressourcenproblematik…

bild der wissenschaft verschafft Ihnen Orientierung in unserer komplexen Welt. Klicken Sie einfach auf ein Cover, und Sie erfahren, welche Schwerpunktthemen wir im jeweiligen Heft behandeln.

bild der wissenschaft 11/2014

Relativitätstheorie unter Beschuss
Astronomen attackieren Einsteins Jahrhundertwerk

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL
ATTACKE AUF EINSTEIN
Die Galaxien bewegen sich anders, als sie es nach der Allgemeinen Relativitätstheorie sollten. Einsteins Jahrhundertwerk muss korrigiert werden – oder erweitert. Ein tiefer Einschnitt in der Physik.

RETTER IN DER NOT
Die elektronische Gesundheitskarte soll sensible medizinische Daten jedes Bürgers speichern. Kritiker befürchten Datenmissbrauch. Doch wie
die Praxis zeigt, kann die Karte Leben retten.

PSYCHOPATHEN LERNEN FÜHLEN
Viele fordern: Schwerkriminelle Psychopathen gehören für immer weggesperrt, denn ihnen fehlt jegliches Mitgefühl. Doch ihr Gehirn lässt sich
offenbar durch Training positiv beeinflussen.

ALASKA – AUFBRUCH ZUM ENDE DER WELT
Ein guter Grund, im August 2015 die Pelzmütze einzupacken: Eine spektakuläre bdw-Leserreise bringt Sie unter anderem an den nördlichsten
Punkt der USA – nach Point Barrow.

LICHT INS DUNKEL VON HALLOWEEN
Die Wurzel des Gespensterfestes am 31. Oktober ist der Jahrtausende alte Samhain-Kult auf dem Hill of Ward in Irland. Archäologen gruben sich
in die Fundamente der Ringwallanlage.


Editorial

Wussten Sie, dass Alaska der erdbebenreichste Bundesstaat der USA ist?

... ich vor einem Jahr noch nicht. Auch das gigantische Karfreitagsbeben von 1964 mit einer Magnitude von 9,2 war mir nicht in Erinnerung. bild der wissenschaft blickt in dieser Ausgabe auf die Geophysik Alaskas (Bericht ab Seite 52). Mehr noch: Wir bieten eine einmalige Leserreise in das riesige Land an, das geowissenschaftlich so interessant ist. An Ort und Stelle informieren wir Sie über die Überwachung und Sicherung der bebengefährdeten Regionen und begutachten die heute noch erkennbaren Folgen des großen Ausbruchs des Vulkans Novarupta, der 1912 gut 13 Kubikkilometer(!) Magma ausspie. Trotz des Expeditionscharakters bietet die Reise US-amerikanischen Standard: Das fängt bei der Flugsicherheit auch der Regionalgesellschaften an und reicht bis zur Qualität der Unterkünfte (Ausschreibung auf den Seiten 58/59).

Begleitet wird unsere Reise von gleich drei geowissenschaftlich versierten Experten: von der hervorragend deutsch sprechenden Geophysikerin Dr. Peggy Hellweg, die in Berkeley forscht, ihrem Ehemann Horst Rademacher, ebenfalls Geophysiker, der seit Jahrzehnten in der FAZ über geologische Ereignisse aus aller Welt berichtet, sowie von dem regionalen Scout Dr. Erhard Bornemann, der als Lagerstättenexperte gearbeitet hat.

bild der wissenschaft-Leserreisen führen zu weit entfernten Forschungsregionen (Australien, Hawaii, Malawi) ebenso wie zu herausragenden Forschungsstätten in Deutschland (Karlsruher Institut für Technologie, Keltenregion Süddeutschland, Meeresforschung in Bremen). Und sie führen mitunter zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wie mir Peggy Hellweg soeben verriet, hatte ihre Leserreisebegleitung 2013 nach Hawaii unerwartete Folgen. Unser dortiger Astronomie- Experte Prof. Günther Hasinger, Leiter des Astronomischen Instituts auf Hawaii, unterstützte Hellwegs Team anschließend, seismische Untersuchungen am Mauna Kea vorzunehmen. Bei dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit gingen Seismologen und Astronomen gemeinsam der Frage nach, wie die Aufnahmen des dort in 4200 Meter Meereshöhe residierenden Keck-Teleskops noch schärfer werden können. Spielen bei den winzigen Unschärfen vielleicht seismi - sche Bodenbewegungen eine Rolle – ausgelöst durch die Bewegungen des riesigen Teleskops? Durch die genaue Erfassung der dortigen seismischen Verhältnisse können sich Maßnahmen treffen lassen, die die Optik des Teleskops entsprechend aussteuern. Eine wissenschaftliche Publikation vom Team Hellweg ist in Vorbereitung.

Auch vor vier Jahren bereicherte eine bdw-Leserreise die Forschung. Bei unserer Expedition nach Malawi stießen wir auf einen zerbrochenen Backenzahn eines 2,5 Millionen Jahre alten Elefantenkiefers. Unter der Leitung von Prof. Friedemann Schrenk wurden rund 50 Bruchstücke ausgegraben, ins Frankfurter Forschungsinstitut Senckenberg geflogen und dort originalgetreu zusammengesetzt. Inzwischen ist der Zahn ein Prunkstück des Museums in Karonga, Malawi.
 

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bild der wissenschaft 10/2014

Der Graphen-Hype: Nobelpreisträger Klaus von Klitzing erklärt, was dahintersteckt

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL GRAPHEN
Seit zehn Jahren fasziniert der „Wunderstoff" die Forscher. Nobelpreisträger Klaus von Klitzing beschreibt exklusiv in bdw die verlockenden Anwendungen.

EIN PFLASTER FÜRS HERZ
Wer einen Infarkt hatte, dessen Herz ist für immer gezeichnet – es sei denn, es bekommt einen Flicken aus künstlichen Herzmuskelfasern. Hannoveraner Forscher verpassen den heilenden Fasern ein effektives Krafttraining.

DER GLIBBERIGE URSPRUNG DER TIERE
Bislang galten die Schwämme als die Wurzeln vom Stammbaum der Tierwelt. Doch das ist falsch, wie genetische Untersuchungen zeigen. Die ersten Tiere ähnelten den Rippenquallen.

LANDUNG AUF DEM DOPPELKOMETEN
Mission Rosetta: Zum ersten Mal steuert eine Raumsonde die Oberfläche eines Kometen an. Was wird den Lande roboter auf „Churyumov-Gerasimenko" erwarten?

SELBSTMORDE LASSEN SICH VERHINDERN!
Auf den Tod des Torwarts Robert Enke folgte die bisher größte Suizid-Welle in Europa. Daran waren auch die Medien schuld. Dabei könnten sie helfen, solche Verzweiflungstaten zu verhindern.


Editorial

Die Titelgeschichte dieser Ausgabe ist eine Freude für den Chefredakteur

– und das gleich aus mehreren Gründen. Einmal, weil man dort in nachvollziehbaren Begriffen und eingängigen Sätzen erfährt, was es mit dem „Wunderstoff" Graphen (sprich: „Grafeen") wirklich auf sich hat, für was er gut ist und wo es mit der Wunderwirkung noch etwas dauert. Anders ist das bei Wikipedia: Die Online- Enzyklopädie entwickelt sich bei Begriffen aus der Wissenschaft mehr und mehr zu einem Konvolut an Wortungetümen und langweiligen Satzkonstrukten, die Außenstehende schaudern lassen. Die Experten übertrumpfen sich gegenseitig mit detailgeprägtem Wissen. Das können Sie am Beispiel von „Graphen" eindrucksvoll nachprüfen.

Eine Freude ist es natürlich auch, dass sich Nobelpreisträger Klaus von Klitzing die Zeit genommen hat, meinem bdw-Kollegen Ralf Butscher ein ausführliches Interview zu geben – so lebendig, dass man spürt, mit welchem Elan der 72-Jährige noch bei der Sache ist.

Freude Nummer drei: Das Team um Klaus von Klitzing und Jurgen Smet hat bei der Fotoproduktion von Wolfram Scheible mit besten Kräften mitgewirkt. Schauen Sie sich dazu die Aufnahme auf den Seiten 86/87 an. Wie unspektakulär das Messge - rät in der Bildmitte in Wirklichkeit ist, zeigt das Foto unter www.wissenschaft.de/ realitaetundinszenierung. Bei der Fotoproduktion bewiesen die Stuttgarter Festkörperphysiker ein tolles Engagement für die populäre Visualisierung ihres Forschungsgegenstands, das sie nicht nur für die beschriebene Aufnahme mitbrachten. Wie groß der Aufwand für solche Fotoproduktionen ist, erfahren Sie auch im Interview mit dem Hamburger Fotografen Ronald Frommann (ab Seite 28), der seit Jahren für uns komplizierte Themen optisch auf den Punkt bringt.

Freude an der Titelstrecke kam in der Chefredaktion nicht zuletzt aus einem internen Motiv auf: Die gesamte Text - produktion, die Bildgestaltung sowie die grafische Umsetzung klappte wie am Schnürchen. Lassen Sie mich deshalb an dieser Stelle einmal persönlich danken – dem Kern-Produktionsteam: Ralf Butscher, Angelika Dissen, Wolfgang Kempkens, Karl Marx, Wolfram Scheible, Susanne Söhling-Lohnert sowie Uta Altmann, Thorwald Ewe, Martin Scheufens und Stefanie Wiese, die ebenfalls zum jetzigen Produkt engagiert beigetragen haben.

 

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bild der wissenschaft 09/2014

Der Kampf im Kopf
Links gegen rechts – der stete Streit der Gehirnhälften

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT



TITEL_Links vor rechts
Die linke und die rechte Gehirnhälfte agieren sehr unterschiedlich. Der britische Forscher Iain McGilchrist vermutet: Die linke Hälfte war einst nur die „Gesandte" der rechten – und hat dann die Herrschaft übernommen.

T. REX‘ AHNEN
Die Dinosaurier waren eine der erfolgreichsten Tiergruppen aller Zeiten. Neue Funde zeigen: Schon zu Beginn des Erdzeitalters Trias gab es die ersten Schreckens - echsen.

DER ALTE MANN UND DER MARS
Buzz Aldrin, 84, der mit Neil Armstrong vor 45 Jahren als erster Mensch auf dem Mond war, hat längst ein neues Ziel im Auge: den Roten Planeten. In bdw enthüllt er seine Pläne.

BACK TO AFRICA
„Out of Africa" heißt die Wanderwelle vor Zehntausenden von Jahren, als Menschen aus Afrika die Welt besiedelten. Jetzt erkennen Anthropo - logen: Es gab immer wieder Rückkehrer.

HEIKLE STRIPPEN
Zur Energiewende gehört der Bau neuer Hochspannungsleitungen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will nun auch Erdkabel zulassen. Doch das brächte eine Menge Nachteile.


Editorial

Unter deutschen Wissenschaftlern macht sich Besorgnis breit,

ein Besorgnisträger ist Günter Stock, Präsident der Union deutscher Akademien der Wissenschaften. Er ist Mitunterzeichner der jetzt publizierten Stellungnahme deutscher Akademien „Zur Gestaltung der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und den Medien". Neben Stock trägt das Papier die Unterschriften von Reinhard Hüttl, Präsident acatech, und Jörg Hacker, Präsident Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Der Text mündet in 13 Empfehlungen. Gefordert wird beispielsweise „die Einrichtung eines Wissenschaftspresserats (…), der Beschwerden über unfaire und fahrlässige Berichterstattung beurteilt, eklatante Fehlleistungen rügt und entsprechende Kodizes erarbeitet". Weiterhin wird die Einrichtung eines Science Media Centers in Deutschland zur Unterstützung der Massenmedien bei der Wissenschaftsberichterstattung befürwortet.

Warum das Ganze? „Die Akademien (…) halten es für notwendig, dass die Wissenschaft und die Medien selbst, aber auch die politischen Entscheidungsträger und die Gesellschaft einen aktiveren Beitrag leisten, um die Qualität der allgemein zugänglichen Information – und dazu gehören das wissenschaftliche Wissen und seine Darstellung in den Medien – künftig sicherzustellen."

Offensichtlich stößt sich die Gruppe daran, dass wissenschaftliche Arbeitsergebnisse oft stark popularisiert werden. Sie stößt sich wohl auch daran, dass Wissenschaftlern, die in ihrer Auffassung vom akzeptierten Stand in den Wissenschaften abweichen, zu viel mediale Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Beide Prozesse sind Teil unserer gesellschaftlichen Entwicklung, die auch ich nicht in jedem Fall gutheiße. Doch zwei wissenschaftsfreundliche Einrichtungen mehr werden daran wenig ändern. Akademiker, die kokett erklären, sie hätten mit Physik nichts am Hut, sterben ja auch nicht aus, obwohl die Initiative „Wissenschaft im Dialog" seit 1999 versucht, dies als dummen Ausspruch brandzumarken.

Günter Stock hat im Juni auf dem Leibniztag in Berlin noch an etwas anderem Anstoß genommen. Er fürchtet auch ein Mehr an Öffentlichkeit bei der Diskussion um Forschungsmittel. „Plakativ formuliert könnte Folgendes eintreten: Gesellschaftlich relevante Gruppen halten Einzug in den Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (…), um dort Forschungsziele zu definieren", zitiert ihn Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts in seinem Kontra (ab Seite 91). Anders als Stock, der zu wissen glaubt, wie sich die Wissenschaft in der Öffentlichkeit präsentieren muss, fordert Schneidewind, dass gerade Wissenschaftsakademien zum Impulsgeber von Debatten werden sollten und nicht zum Stolperpfad.

 

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bild der wissenschaft 08/2014

Facebook im Visier der Forscher
Warum soziale Medien faul und unglücklich machen können

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_Soziale Medien
1,2 Milliarden Menschen sind in Facebook angemeldet. Sie nutzen das Netzwerk vor allem, um in Kontakt zu bleiben, Neues zu erfahren und Fotos zu verbreiten. Doch sie riskieren, unglücklich und antriebslos zu werden, sagen Forscher.

DAS GESCHRUMPFTE PROTON
Präzise Messungen haben ergeben: Das positiv geladene Kernteilchen ist rund vier Prozent kleiner als angenommen. Für die schockierten Atomphysiker ist das eine gewaltige Differenz – und bislang unerklärlich.

SMS VOM STORCH
Forscher statten immer mehr Tiere, zum Beispiel Störche, mit Sendern aus. Mit der neuen „Animal Tracker"-App können jetzt auch alle interessierten Laien die Tierwanderungen live verfolgen.

„DER VERZEHR VON ROTEM RINDFLEISCH KÖNNTE KREBS BEGÜNSTIGEN"
Nobelpreisträger Harald zur Hausen, früher wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Krebsforschungszentrums, hat einen schlimmen Verdacht.

DIE ANGST VOR DEN UNTOTEN
Archäologen stoßen immer wieder auf „Wiedergängergräber". Nägel, Pfähle und schwere Steine darin bezeugen: Hier sollten angebliche Vampire am Verlassen der Grabstätten gehindert werden.


Editorial

Hand aufs Herz: Welche wichtigen lebenden Wissenschaftler kennen Sie mit Namen?

bild der wissenschaft ist prall gefüllt mit Arbeiten und Zitaten von Forscherinnen und Forschern aus aller Welt. Doch an die wenigsten Namen kann man sich später erinnern. Klar: Die meisten Leser interessieren sich vor allem für konkrete Forschungsergebnisse. Die dahinter steckenden Wissenschaftler sind für sie weniger wichtig. Oft zu unrecht, meine ich.

In dieser bdw-Ausgabe veröffentlichen wir ein Interview mit einer Persönlichkeit, deren Namen viele von Ihnen kennen. Alle anderen sollten ihn kennenlernen: Prof. Harald zur Hausen.

Er ist für mich einer der bedeutends - ten Wissenschaftler, die Deutschland hervorgebracht hat. Und das nicht nur des Nobelpreises für Medizin und Physiologie wegen, den er 2008 bekam, weil er nachgewiesen hatte, dass Gebärmutterhalskrebs durch Viren ausgelöst wird. Harald zur Hausen ist auch deshalb bedeutend, weil er als Forschungsmanager herausragt. Von 1983 bis 2003 leitete er das Deutsche Krebsforschungszentrum DKFZ in Heidelberg als wissenschaftlicher Vorsitzender des Stiftungsvorstands. Durch kluge Weichenstellungen machte er es zu einem international führenden Zentrum. Vor seiner Ägide hatte das DKFZ keinen sonderlich guten Ruf und wurde nicht nur von Presseleuten als eine Einrichtung für „Mäusedoktoren" verunglimpft.

Zur Hausen, dem inzwischen 28(!) Mal die Ehrendoktorwürde verliehen wurde, arbeitet auch als 78-Jähriger täglich im DKFZ. Unter spektakulären Vorzeichen: Sein aktuelles Team untersucht die geografische Verbreitung von Dickdarmkrebs. Wie den Wissenschaftlern auffiel, ist diese Krebsart vor allem dort verbreitet, wo viel rotes Rindfleisch gegessen wird. Zur Hausen vermutet, dass es Viren sein könnten, die beim Verzehr von rotem Rindfleisch auf Menschen übertreten und gemeinsam mit anderen Faktoren Krebs entstehen lassen können (mehr dazu ab Seite 24).

Wie schon seine Hypothese der Krebs verursachenden humanen Papillomviren in den 1970er-Jahren ist auch seine aktuelle Hypothese unter Kollegen umstritten. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird. Zur Hausens Gespür für erfolgreiche Richtungsentscheidungen ist für mich ein starker Grund, die Resultate dieser Arbeitsgruppe aufmerksam zu verfolgen.




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bild der wissenschaft 07/2014

Forscher erwecken Steinzeitmenschen zum Leben
Die Botschaft der Höhlen

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT



TITEL_Zum Leben erweckt
Fährtenleser aus Namibia deuten bis zu 17 000 Jahre alte Fußspuren in Pyrenäenhöhlen. Und Archäologen vermessen Hand- und Fingerspuren in spanischen und französischen Grotten. Ergebnis: Steinzeitmenschen werden als Individuen sichtbar.

BIZARRE BLICKE
Selbst Superman wäre baff, was den Physikern im Zeitalter der Digitali - sierung alles gelingt. Zum Beispiel: Sehen, was hinter einer Wand ist – oder ohne Spiegel um die Ecke schauen.

UND NUN ZUM MARS-WETTER ...
Periodische Schneeschauer aus gefrorenem Kohlendioxid, die einem seltsamen Rhythmus folgen, faszinieren die Mars-Forscher. Bild: Tauendes Eis auf Sanddünen in der Nähe des Mars-Nordpols.

DER LANGE KAMPF GEGEN KINDERLÄHMUNG
Die Krankheit galt vor 25 Jahren als fast ausgerottet. Doch inzwischen wächst die weltweite Polio-Gefahr wieder. Impfkampagnen zielen auf die Schlupfwinkel des Erregers.

SCHWERPUNKT Elektroauto
Elektroantriebe revolutionieren das Pkw-Design: Der Motor kann in der Mitte des Fahrzeugs sitzen. Das große Problem des Elektroautos in Deutschland bleibt die mangelnde Akzeptanz.


Editorial

20 000 Elektroautos fahren in Deutschland. In 6 Jahren sollen es 50 Mal so viele sein,

forderte die Bundesregierung in ihrem Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität vom August 2009. Eine Million Elektrofahrzeuge 2020 auf Deutschlands Straßen – kann das noch klappen? Das Urteil überlasse ich gerne Ihnen. Doch lesen Sie dazu die Fakten, die wir in unserem Schwerpunkt „Elektroauto" auf den Seiten 90 bis 98 präsentieren. Auch das anschließende Interview „Die Energiewende erhöht den Ressourcenverbrauch" ist für Ihre Bewertung von Belang. Der Erfinder des ökologischen Rucksacks, Professor Friedrich Schmidt-Bleek, fällt über das Hybridauto ein vernichtendes Urteil: „Hier wird der Teufel durch zwei Beelzebuben ersetzt."

Klar ist: Die Industrie arbeitet an energieeffizienten Fahrzeugen. Doch einfach ist das nicht. Die psychologische Barriere der Angst, von einem E-Mobil häufiger als von einem konventionellen Auto im Stich gelassen zu werden, ist bei vielen potenziellen Kunden da. Doch ein weit größeres Hindernis, sich ein solches Fahrzeug zuzulegen, ist der Preis. Wie unsere Tabelle auf Seite 97 dokumentiert, kostet ein Elektroauto derzeit über 10 000 Euro mehr als ein vergleichbar ausgestatteter Benziner. Eine Menge Geld für einen Antrieb, der indirekt ja doch wieder Kohlendioxid- Ausstoß verursacht.

Pure Freude löste der erste von bild der wissenschaft mitinitiierte Science Slam aus, der am 16. Mai in Heilbronn stattfand. Mehr dazu erfahren Sie auf den Seiten 6 und 7. Zusammen mit Süddeutschlands größtem Science Center – der „experimenta" – haben wir mit diesem modernen Format ein weiteres Mal 50 Jahre bild der wissenschaft gefeiert. Rund 400 begeisterte Zuschauer forderten am Schluss des Heilbronner Super- ScienceSlam, ein solches Event im kommenden Jahr zu wiederholen. Die Gespräche mit dem experimenta-Geschäftsführer Wolfgang Hansch laufen.

Wie unkonventionell wir Themen entwickeln, zeigt unsere Titelgeschichte. bdw-Archäologie-Redakteurin Karin Schlott war mit der Bahn unterwegs, als sie nach dem Halt in Frankfurt-Flughafen aus ihrer Lektüre gerissen wurde. Neben ihr hatten fünf Männer Platz genommen. Zwei davon unterhielten sich in einer Sprache voller Schnalz- und Klicklaute. „Ist das nicht die Sprache der San?", schoss es Karin Schlott durch den Kopf. Kurz zuvor hatte sie mit zwei Forschern Mails ausgetauscht, die drei San-Fährtenleser von Namibia nach Frankreich bringen wollten, um sie dort eiszeitliche Fußspuren entschlüsseln zu lassen. Und genau dieses Fünferteam saß nun im Zug neben ihr! Lesen Sie ab Seite 54 den Bericht, der nach dieser Begegnung entstand.




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bild der wissenschaft 06/2014

Expedition zu den Nachbarn
Alpha Centauri, Braune Zwerge, lebensfreundliche Planeten

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_Nachbarn im All
Mehr als 380 Himmelskörper umgeben unser Sonnensystem im Umkreis von nur 33 Lichtjahren. bdw-Leser können die Ziele künftiger Expeditionen kennenlernen – etwa das Alpha-Centauri-System.

BIO IST NICHT IMMER BESSER
Rückstandsfreies Obst und Gemüse ist beliebt und verkauft sich gut. Aber manche Nützlinge und auch natürliche Pflanzenextrakte bergen beträchtliche Risiken.

MEILENSTEINE DER KREBSFORSCHUNG
Auftakt einer fünfteiligen Serie: Neues Wissen auf molekularer Ebene hat Diagnose und Therapie verbessert. Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat wesentlich dazu beigetragen.

DIE VERGESSENEN
Archäologen graben an den einstigen Frontlinien des Ersten Weltkriegs. Die Funde in den Schützengräben zeugen vom Alltag inmitten des Schreckens.

LAHMES LAND
Aus dem Web heruntergeladene Spielfilme und Cloud-Dienste erfordern schnelle Internet- Verbindungen. Doch die sind in Deutschland nicht überall zu haben. Lesen Sie, warum.


Editorial

Im Kampf gegen Krebs haben Mediziner in jüngster Zeit wichtige Siege errungen

„In den 1970er-Jahren überlebten in Deutschland nur 30 Prozent eine Krebsdiagnose. Heute wird jeder Zweite der 500 000 Menschen geheilt, die jährlich neu erkranken." Diese Aussage macht Prof. Otmar D. Wiestler im bdw-Interview. Im Klartext heißt das: Rund 100 000 der jährlich Neuerkrankten können inzwischen zusätzlich geheilt werden. Die Fortschritte bei der Behandlung und die Herausforderungen bei der Risikoerfassung sind uns eine Serie wert, die auf den Seiten 18 bis 27 dieser Ausgabe beginnt und die Sie bis zur Oktoberausgabe begleitet. Der Heft- Schwerpunkt entstand in Zusammenar beit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Diese in Europa führende medizinische Einrichtung feiert übrigens in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen – genau wie bild der wissenschaft.

Der erste Beitrag der Serie, „Meilensteine der Krebsforschung", stammt von Claudia Eberhard-Metzger. Die Autorin veröffentlicht in bdw und anderen renommierten Medien seit Jahrzehnten hervorragende Beiträge – immer wieder auch zum Thema Krebs. Als Anerkennung ihrer Leistung erhielt sie Ende April den angesehenen Walter-Trummert-Preis der Vereinigung der Deutschen Medizinischen Fach- und Standespresse. Herzlichen Glückwunsch von der bdw-Redaktion. Und: Weiter so, liebe Claudia!

Auch wenn die astronomische Titelgeschichte diesmal nicht von bdw-Redakteur Rüdiger Vaas geschrieben wurde, hat er sie doch mitentwickelt. Und er verantwortet zusammen mit Nadja Podbregar das zweite bild der wissenschaft SPEZIAL – diesmal zum Thema „Urknall" (mehr dazu auf der gegenüberliegenden Seite).

Als Neuheit bieten wir bdw-Lesern ein exklusives Astro-Seminar über zwei Tage an. Dort referiert Vaas nicht nur über die aktuellen Entwicklungen in der Kosmologie, sondern nimmt sich auch viel Zeit für die Fragen der Teilnehmer (Infos dazu auf Seite 59). Gemeinsam mit dem Grafiker Stefan Schiessl hat Rüdiger Vaas zudem eine Karte unserer kosmischen Heimat entwickelt, die es so sonst nirgendwo gibt (Seite 49). Beide Angebote haben wir mit einem neuen Logo als „bdw EXTRA" hervorgehoben – ebenso wie unsere Leser - reise in den Iran (Seiten 74/75). Sie ist unter unseren Leserreisen der Renner schlechthin. Weil die Termine im September und Oktober 2014 schnell ausverkauft waren, bieten wir allen Reisebegeisterten eine neue Chance im nächsten Jahr.




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bild der wissenschaft 05/2014

1000 Tage Atomausstieg
Wie die Energiewende doch noch zum Erfolg wird

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_1000 TAGE ATOMAUSSTIEG
2011 beschloss die Bundesregierung eine Wende in der Energiepolitik. Derzeit stockt der Ausbau der Erneuerbaren. Und doch kann es noch eine Erfolgsgeschichte werden – lesen Sie, wie.

RAUS AUS DEM HARZ
Im Luchsprojekt Harz beobachten Biologen die größten Katzen Europas mit Fotofallen und Sendern. Sie wollen wissen, ob die Tiere sich außerhalb des Nationalparks ausbreiten – was überlebenswichtig wäre.

KENNEN SIE DEN?
Es gibt „Super-Erkenner": Sie können jemanden selbst dann identifizieren, wenn sie sein Gesicht vor Jahren nur kurz gesehen haben. Eine höchst gefragte Begabung, nicht nur bei der Polizei.

DIE GOLDGRÄBER VOM KAUKASUS
Im antiken Land Kolchis, zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer, fanden deutsche Archäologen ein jahrtausendealtes Bergwerk. In großem Stil haben Kumpel der Bronzezeit dort Gold abgebaut.

APPS ZUM ANBANDELN
Immer mehr Menschen sitzen sich wortlos gegenüber und hantieren an ihren Smartphones. Informatiker versuchen, über neue Apps zwischenmenschliche Kontakte anzuregen.


Editorial

Jede Urlaubsreise gehen wir mit Zuversicht an – warum nicht auch die Energiewende?

Sie planen eine große Reise in ein für Sie fremdes Land. Die Ausgaben dafür haben Sie im Blick, wissen aber auch, dass die Reise am Ende mehr kosten wird, als Sie geplant haben. Sie bereiten sich intensiv vor auf das, was Sie erleben könnten. Trotzdem ist Ihnen klar, dass Unvorher gesehenes auf Sie zukommt. Sie gehen davon aus, dass alles gut geht und Sie durch die Reise viele un vergessliche Eindrücke mitbringen und später anderen vorschwärmen können, wie wunderschön alles war.

Viele von uns starten jedes Jahr voller Zuversicht in den Urlaub. Doch wenn es darum geht, unser Land zukunftsfähig zu gestalten, uns gewissermaßen auf eine anspruchsvolle Binnenreise zu begeben, sind wir verzagt. An der Energiewende beispielsweise lassen Heerscharen von Experten und Bundesbürgern kein gutes Haar: zu schwierig, zu teuer, nutzlos, unverantwortlich! So lautet der Tenor 1000 Tage nach dem vom Bundestag am 30. Juni 2011 beschlossenen Atom ausstieg.

Dabei stünde uns Zuversicht auch hier gut zu Gesicht. Es gibt nicht viele Nationen auf dieser Welt, die eine solche Bandbreite an gut ausgebildeten, erfindungsreichen Energiefachleuten vorzuweisen haben. Es gibt nicht viele bevölkerungsstarke Staaten, die über einen so breiten politischen Konsens zur Notwendigkeit einer umweltverträglichen Energieversorgung verfügen. Es gibt nicht viele Länder, die wie Deutschland wohlhabend genug sind, um die gewiss anspruchsvollen Finanzmittel für die energetische Zukunftsvorsorge aufbringen zu können. Auch wenn uns manches noch nebulös erscheint, können wir stolz auf das sein, was uns in den vergangenen Jahren im Hinblick auf eine umweltfreundlichere Energieversorgung gelungen ist. Viele weitere umweltschonende Perspektiven sind ausgemacht, und die Projekte werden angegangen. Die wichtigsten davon stellen wir Ihnen in der aktuellen Titelgeschichte vor.

Ich bin überzeugt, dass wir auch noch in zehn Jahren eine sichere und bezahlbare Energieversorgung haben. Mit den Anstrengungen, die notwendige Energie künftig umwelt- und ressourcenschonender zu erzeugen, machen wir uns überdies unabhängiger von Importenergien und damit auch von irgendwelchen Kartellen. Was die Kritik an der EEG-Umlage angeht, noch ein flottes Beispiel: Ein durchschnittlicher Haushalt, der 3500 Kilowatt Strom im Jahr verbraucht, könnte die Extrakosten schon dadurch kompensieren, dass ein Familienmitglied wöchentlich auf eine Halbe Bier in der Kneipe verzichtet.

Und noch etwas Besonderes: Anlässlich des 50-jährigen Bestehens initiiert bild der wissenschaft zusammen mit der experimenta Heilbronn einen Super- Science-Slam. Kommen Sie doch einfach vorbei am 16. Mai. Schauen Sie, erleben Sie, staunen Sie. Die bdw-Redaktion erwartet Sie in Heilbronn. Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7.


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bild der wissenschaft 04/2014

Stephen Hawking erklärt: "Es gibt keine Schwarzen Löcher"

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT



TITEL_SCHWARZE LÖCHER
Der britische Astrophysiker Stephen Hawking überrascht wieder einmal alle: „Es gibt keine Schwarzen Löcher", teilt er mit. Lesen Sie, wie er das meint und was dahintersteckt.

PROFESSOR SCHÄFER ALS LETZTE RETTUNG
Ein Marburger Mediziner erklärt seinen Studenten schwierige Fälle gern anhand der amerikanischen Fernsehserie „Dr. House". Jürgen Schäfer hilft Pati - enten, die andere Ärzte aufgegeben haben.

EISIGE MOLEKÜLSCHMIEDE
In Gas- und Staubwolken fanden Astronomen Vorstufen von Zuckern und Aminosäuren, also von Lebensbausteinen. Eis- und Staubpartikel ermöglichen den Aufbau von Molekülen.

DAS ARCHIV FÜR DIE EWIGKEIT
Manche Archäologen graben nichts aus, sondern etwas ein: Sie wollen Informationen für immer vor dem Vergessen bewahren – zum Beispiel auf Keramikkacheln in den Salzminen von Hallstatt.

SCHNELLSTART IN NORW-E-GEN
Beim Thema Elektroauto sind die meisten Deutschen skeptisch – auch Umweltverbände. In Norwegen jedoch boomen die mit Strom betrie benen Fahrzeuge.


Editorial

Stephen Hawking hat mal wieder zugeschlagen:
„Es gibt keine Schwarzen Löcher"


behauptet der 72-Jährige in einer jüngst publizierten Studie. Die Meldung über seinen Gesinnungswandel machte schnell die Runde. Die Website der Zeitschrift Nature berichtete ein paar Tage nach der Publikation darüber – und kurz darauf auch Spiegel-Online unter dem Titel: „Physik- Genie: Hawking definiert Schwarze Löcher neu." Klar, dass auch bild der wissenschaft die Meinungsänderung des bekanntesten Astrophysikers unserer Zeit ernst genommen und die ursprünglich geplante Titelge schichte dieser April-Ausgabe auf einen späteren Zeitpunkt verschoben hat.

bdw-Astronomie-Crack Rüdiger Vaas hatte in unserer montäglichen Konferenz übrigens schon zwei Tage vor Nature und Spiegel-Online über den verblüffenden Schachzug des britischen Großmeisters berichtet. Lesen Sie auf den Seiten 36 bis 51, was hinter der neuen Diskussion steckt – und warum andere Forscher skeptisch sind und Hawking kritisieren. Ein weiterer Autor unserer Titelgeschichte ist Reinhard Breuer. Mit ihm steigt bei uns ein Wissenschaftsjournalist wieder ein, der vor Jahrzehnten letztmals für uns geschrieben hat – als er noch Pressesprecher am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik war. Anschließend arbeitete Breuer als Wissenschaftsredakteur bei Geo – und von 1998 bis 2010 als Chefredakteur bei Spektrum der Wissenschaft.

Sein tragisches Schicksal setzt Stephen Hawking körperlich betrachtet mehr und mehr außer Gefecht – beflügelt ihn aber ganz offensichtlich zu immer tieferen Einblicken in eine bizarre Welt. Möglicherweise wagt er sich aufgrund seiner Krankheit rascher aus der Deckung als seine gesunden Kollegen. Ein Mann, der aufgrund der Muskelschwäche Amyotrophe Lateralsklerose seit fast 50 Jahren von Medizinern totgesagt wird, hat schließlich nichts mehr zu verlieren.

Stephen Hawking hat Freude daran, andere zu überraschen. Das hat er mit seiner wissenschaftlichen Kehrtwendung in Sachen Schwarze Löcher einmal mehr unter Beweis gestellt. Hoffen wir sehr, dass ihm das nicht zum letzten Mal gelungen ist.

Bei aller Ernsthaftigkeit, die ich Stephen Hawking konzediere, glaube ich aber auch: Neben dem Genius im Gehirn sitzt dem gebürtigen Oxforder auch der Schalk im Nacken. „Ich glaube, dass die Simpsons das Beste im ameri kanischen Fernsehen sind", sagte er einmal. Ein anderes Mal meinte er über seine Professur in Cambridge: „Ich sitze hier auf Isaac Newtons Lehrstuhl. Aber dieser Stuhl hat sich offensichtlich stark verändert. Er wird jetzt elektrisch betrieben."

Die April-Ausgabe enthält – unsere regelmäßigen Leserinnen und Leser wissen das – einen Aprilscherz, gut verpackt in unseren neu gestalteten Nachrichten- Doppelseiten. Viel Spaß beim Finden!


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bild der wissenschaft 03/2014

Ist die Menschheit unsterblich?

Überleben trotz Atomkrieg, Meteoriten und Epidemien

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_ÜBERLEBEN
Weltuntergangs-Szenarien gibt es viele. Doch die sind alle unrealistisch, sagen Wissenschaftler. Weder kosmische Bomben noch Epidemien können Homo sapiens ausrotten – nicht einmal ein weltweiter Atomkrieg.

NERVEN AM SEIDENEN FADEN
Die Seidenfasern in Spinnenfäden sind extrem elastisch und stabil. Und: Der menschliche Körper stuft sie nicht als „fremd" ein. Jetzt konstruieren Mediziner aus Spinnen - seide Leitschienen für verletzte Nerven.

FASTEN FÜR EIN LANGES LEBEN
Regelmäßiges Fasten verlängert das Leben – bei Mäusen. Aber auch beim Menschen? Eine heftig umstrittene These. Hier sind neue Ergebnisse rund um die „Autophagie".

NORDSEE-ATLANTIS
Vor 8500 Jahren verschlang die Nordsee das Doggerland, eine tief gelegene Region zwischen Dänemark und den Britischen Inseln. Archäologen erkunden das versunkene Land.

EIN HANDICAP WIRD ZUR GABE
Autisten können ausgezeichnet analytisch denken. Das macht sie für Software-Firmen wie SAP interessant. Gerade läuft eine Rekrutierungskampagne. Ein Erfolgsmodell?


Editorial

Mehrfach stand ich vor Herausforderungen, die mir über den Kopf zu wachsen schienen.

Doch bisher fanden sich meist akzeptable Lösungen. Ich bin mir sicher: Auch Sie haben genug Beispiele von Angelegenheiten parat, die vor Ihnen als Problem hochpoppten, die Sie dann aber doch erfolgreich gemeistert haben. Von solchen Lebensleistungen – kleinen und großen – machen wir im Allgemeinen wenig Aufhebens. Was uns offensichtlich mehr interessiert, sind Missstände, Streit, Hiobsbotschaften. „Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten", heißt es in der Medienbranche. Und weil das die herrschende Lehrmeinung ist, berichten Journalisten weit häufiger über Niedergangsszenarien als über Mut machende Entwicklungen.

In der Titelgeschichte dieser Ausgabe haben wir den Spieß umgedreht. Statt wie so häufig vom baldigen Ende unserer Art zu berichten, stellen wir die Frage, ob es nicht gerade Menschen sein werden, die auch allerschlimmste Katastrophen überleben. Prof. Josef Reichholf hat uns hierzu ein bemerkenswertes Interview gegeben (Seiten 46/47). Ich bin gespannt auf Ihre Meinung.

Erstmals in der 50-jährigen bdw-Geschichte vermitteln wir Ihnen mit einer bild der wissenschaft-Ausgabe Filmbeiträge (siehe gegenüberliegende Seite). Unser neuestes Produkt, das bild der wissenschaft- Panorama2014, verschafft Ihnen vielfältige Einblicke – beispiels weise in das Karlsruher Institut für Technologie, das als Zusammenschluss von Forschungszentrum Karlsruhe und Technischer Universität entstanden ist. Welche Perspektiven sich daraus ergeben, erklärt dessen neuer Präsident Prof. Holger Hanselka. Das Interview mit ihm habe ich Ende 2013 geführt. Auf das Unglück, das sich am 15. Januar 2014 in einem dortigen Chemielabor ereignete, konnte ich aus naheliegenden Gründen nicht eingehen. Ich bat Holger Hanselka unmittelbar nach dem Unfall zu einer aktuellen Stellungnahme.

Hier sein Statement: „Wir sind tief betroffen, dass es zu diesem Unfall am KIT in Karlsruhe gekommen ist. Dem dabei schwer verletzten Studenten gelten un - sere besonderen Genesungswünsche, und wir hoffen sehr, dass er schnell wieder gesund wird. Alle übrigen bei dem Versuch verletzten Studierenden und Betreuer konnten die Klinik glücklicher - weise bereits am Tag nach dem Unfall wieder verlassen. Der Unfallhergang war zunächst kaum erklärbar, zumal alle Studierenden umfangreiche Sicherheitseinweisungen erhalten hatten und das Labor entsprechend den Sicherheitsvorschriften organisiert und ausgestattet ist. Inzwischen wissen wir, dass es durch einen unsachgemäßen Umgang mit den Chemikalien dazu kam, dass beim Aufräumen und Entsorgen nach dem Experiment auf dem Weg zum Sicherheitsschrank das mit diesen Chemikalien befüllte Glasgefäß zerbarst."

bild der wissenschaft schließt sich den Genesungswünschen an.


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bild der wissenschaft 02/2014

JUBILÄUMSAUSGABE - 50 Highlights

Das Beste aus 50 Jahren Forschung und Technik

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT



TITEL_50 HIGHLIGHTS
Zu seinem 50. Jubiläum hat bild der wissenschaft eine große Experten-Umfrage gestartet: Was war herausragend in den letzten 50 Jahren in Forschung und Technik? Hier ist das Ranking der häufigsten Nennungen – mit einer ausführlichen Vorstellung der Top Ten.

DIE PERFEKTE ILLUSION
Wie ein Spaziergang am Meeresgrund: Die Besucher der 45 Salzwasser- Aquarien in Stralsund bestaunen das Leben im Nordatlantik – Haie, Heringsschwärme, Kaltwasserkorallen. bild der wissenschaft schaut hinter die Kulissen.

LOVE HACKING oder: LIEBE IM JAHR 2064
Andreas Eschbach ist einer der erfolgreichsten deutschen Science-Fiction-Autoren. Exklusiv für die bdw-Leser hat er eine Kurzgeschichte geschrieben – über Service-Roboter der speziellen Art.

SCHWARZE LÖCHER AUS DER URZEIT
Eine geheimnisvolle Röntgenstrahlung durchflutet den Weltraum. Jetzt haben Astrophysiker entdeckt, woher sie stammt: von Energiemonstern aus der Zeit kurz nach dem Urknall.

IM ZWEIFEL GEGEN DEN ANGEKLAGTEN
Deutsche Gerichte geben zur Beurteilung von Angeklagten Gutachten in Auftrag, bei unabhängigen Experten. Doch vielen Gutachtern mangelt es an Kompetenz. Krasse Fehlurteile sind die Folge.


Editorial

Herzlich willkommen zu einer ganz besonderen Ausgabe von bild der wissenschaft — der 594. genau genommen!

Mit diesem Magazin feiern wir 50 Jahre bild der wissenschaft!

Was von uns in der Redaktion keiner für möglich hielt: Wir haben tatsächlich 163 Abonnentinnen und Abonnenten, die uns seit 1964 treu sind – dem ersten bdw-Jahr, in dem bloß vier Ausgaben erschienen sind. Lesen Sie den Bericht dazu auf der Seite 31. Aktuell bringen wir es auf 58 000 Abonnenten bei einer verkauften Auflage von 83 300 Exemplaren.

Dass sich bild der wissenschaft über fünf Jahrzehnte gut gehalten hat, verdanken wir Ihnen, unseren Käufern. Stellvertretend für die Redaktion – vorgestellt auf der nächsten Doppelseite – verneige ich mich vor Ihnen für Ihre Treue.

Ihre zahlreichen Anregungen haben dazu geführt, dass sich bild der wissenschaft entwickeln konnte und offensichtlich immer das bot, was Käufer schätzen.

Die vor Ihnen liegende Ausgabe ist voll von inhaltlichen und gestalterischen Neuheiten. Sie begleiten bild der wissenschaft ins sechste Jahrzehnt. Ich verspreche Ihnen: Sie werden Ihr bild der wissenschaft wiedererkennen. Und: Die März-Ausgabe wird ebenfalls mit einer Neuheit, einem Zusatznutzen bei Ihnen ankommen.

Längst haben wir „print pur" verlassen. Seit 1996 informiert bild der wissenschaft unter www.wissenschaft.de tagesaktuell über neue Erkenntnisse. Und seit 2012 können Sie bdw auch als PDF-Abo beziehen, seit wenigen Wochen sogar als Abo-App.

Zwei Sonderheft-Reihen runden die bdw- Familie ab: Neben bild der wissenschaft plus, die seit zwei Jahrzehnten höchst erfolgreich ist, gibt es seit November 2013 die Reihe bild der wissenschaft SPEZIAL, die sich auf ein besonderes Thema fokussiert.

Forschung ist in Deutschland noch immer nicht dort angekommen, wo sie in unserem an Bodenschätzen armen Land hingehört: in der gesellschaftlichen Mitte. Dabei prägt die Wissenschaft die Welt weit mehr als je zuvor in der gut 200 000-jährigen Geschichte des modernen Menschen.

Die Titelgeschichte dieser Jubiläumsausgabe ist ein guter Beleg dafür. Ab Seite 8 präsentieren wir unser Experten-Ranking der wichtigsten Meilensteine von Forschung und Technik in den vergangenen Jahrzehnten. Ich bin überzeugt: Schon nach kurzem Nachdenken werden Sie den bedeutendsten Meilenstein des jüngsten halben Jahrhunderts treffsicher erraten.

Hinein also ins Vergnügen unserer Jubiläumsausgabe!

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bild der wissenschaft 01/2014

IM REICH DER FREMDEN UNIVERSEN

Warum Forscher parallele Welten für real halten

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT



TITEL_PARALLELE WELTEN
Mehr Horizonterweiterung geht nicht: Neben unserem eigenen Universum gibt es unüberschaubar viele andere. Davon sind immer mehr Kosmologen überzeugt. bild der wissenschaft hat ihre Argumente unter die Lupe genommen.

SCHWERPUNKT GESUNDES LEBEN
BRÖTCHEN SIND BÖSE
„Glutenfrei" steht auf vielen Lebensmitteln im Supermarktregal. Auch wenn einige Hollywood-Promis das behaupten: Schlank machen die Produkte nicht. Aber Magen- Darm-Geplagte können von ihnen profitieren.

ACKERBAU IM 11. STOCK
Mitten in den Megacitys der Entwicklungsländer könnten künftig Reis, Gemüse und Salat wachsen – in Farm-Hochhäusern. Auch der Wunsch nach erholsamem Grün lässt in Städten neue architektonische Ideen sprießen.

ACHTUNG: TOLLWUT!
Die Warnschilder sind verschwunden, die Gefahr jedoch nicht. Vorsicht: Keine Fledermäuse anfassen!

GÖTTER, GRÄBER UND GERÄTE
Der neue Trend in der Archäologie: zerstörungsfreie Fernerkundung. Bodendenkmäler bleiben unangetastet dort, wo sie sind – im Boden.


ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

Der Iran öffnet sich – und bdw ist dabei

Die Annäherung zwischen Iran und den westlichen Staaten ist ein Grund zur Freude. Durch die Wahl von Hassan Rohani zum Staatspräsidenten im Juni 2013 kommt Bewegung in die seit Jahrzehnten verhärtete Front. Hoffen wir, dass auch die im Oktober 2013 in Genf wieder aufgenommenen „Atomge - spräche" ein präsentables Ergebnis hervorbringen und die Welt sicherer machen. Die beginnende Öffnung des Landes ist für uns Anlass, eine Leserreise in das traditionsreiche Land anzubieten. Sie führt ab 15. September 2014 an die prächtigsten und interessantesten Orte in der westlichen Landeshälfte. Und sie bringt die Reisegruppe zu der archäologischen Ausgrabung in Gohar Tepe am Kaspischen Meer, die ein Deutscher in den jüngsten Jahren maßgeblich vorangetrieben hat: Dr. Christian Piller. Der Münchner Archäologe begleitet uns während der gesamten 20-tägigen Reise in den Iran (mehr darüber ab Seite 72).

Wie Sie, liebe Leserinnen und Leser, es von bisherigen bild der wissenschaft-Reisen kennen, sind die von uns ausgewählten wissenschaftlichen Begleiter in zweifacher Hinsicht exzellent. Zum einen durch ihr Wissen – und zum anderen bei der Wissensvermittlung. Beispiele dafür sind: Die deutschsprachige US-Geophysikerin Dr. Peggy Hellweg, die schon zwei Reisegruppen geowissenschaftlich begleitete. Prof. Günther Hasinger, der deutsche Direktor des Institute of Astronomy, der soeben auf Hawaii eine bdw-Lesergruppe begeisterte. Prof. Friedemann Schrenk, der in Malawi 28 Leserinnen und Leser an die Fundstellen von 2,5 Millionen Jahre alten Hominiden führte. Dr. Achim Weiß, den wir bei unseren Reisen immer wieder gern als Experten dabeihaben, weil er astronomische Sachverhalte eindrucksvoll schildert. Ich bin überzeugt: Auch Christian Piller, den ich selbst mehrfach getroffen habe, wird bei den Iran-Reisenden in bester Erinnerung bleiben.

Exklusiv für unsere Abonnenten enthält diese Ausgabe eine besondere Zugabe: ein bild der wissenschaft plus zur Technologie in Deutschland. Zusammen mit der Fraunhofer Gesellschaft, der größten Einrichtung der angewandten Forschung in Europa, schildern wir in einem guten Dutzend Beiträgen, wohin und wie sich der Technologie-Gigant Deutschland entwickelt.


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bild der wissenschaft 12/2013

SCHWERKRAFT - Warum wir nicht abheben

Die trickreichen Experimente der Physiker

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT


TITEL_SCHWERKRAFT
Physiker wissen verblüffend wenig über die Schwerkraft. Neue Messergebnisse machen alles noch mysteriöser. Da staunen die Forscher nicht weniger als die Betrachter der „Still-Life-Performance" des Künstlers Johan Lorbeer (Titelbild).

DIE WASSERSPEICHER DES MONDES
In den dunklen Winkeln der Mondoberfläche lagern unerwartet große Mengen Eis. Der Boden des Cabeus-Kraters am Mondsüdpol zum Beispiel besteht bis zu neun Prozent aus gefrorenem Wasser.

VON WEGEN PRIMITIV
Einige Schildkrötenarten altern nicht, andere kommen verblüffend lange ohne Luft aus. Die gepanzerten Reptilien werden jetzt genetisch durchleuchtet. Das Ziel sind neue Medikamente, um Krankheiten von Menschen zu heilen.

VERRÄTERISCHER HÜFTSCHWUNG
Schwungvolle und energische Tanzbewegungen geben das Signal: „Ich riskiere was!"

10 VORURTEILE ÜBER DÄMMSTOFFE
Ein Haus einpacken, um Energie zu sparen: Lohnt sich das? Und steigt dadurch wirklich die Feuergefahr? Lesen Sie, was Sache ist.


ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

Die Nobelpreise und eine bdw-Innovation

Der 10. Dezember 2013 ist einer der glücklichsten Tage im Leben von zwölf Menschen, die sich in Stockholm treffen. Sie erhalten den Nobelpreis! Wer anschließend noch einige Jährchen in guter Verfassung drauflegen kann, hat doppeltes Glück. Bestes Beispiel ist Klaus von Klitzing, 70, der bereits im Alter von 42 Jahren diese Auszeichnung bekam. Er ist bis heute brillant unterwegs und seit Jahrzehnten ein höchst gefragter Weichensteller und Redner.

Im Vorfeld der Preisverkündung, die stets Anfang Oktober stattfindet, wird in der bdw-Redaktion natürlich gemutmaßt, wer nun dran sein könnte. Rüdiger Vaas schoss dieses Jahr den Vogel ab, als er sich auf Peter Higgs und François Englert festlegte. Unmittelbar nach der Bekanntgabe klapperten bei Vaas die Tasten – er schrieb für www.wissenschaft.de über die Bedeutung der beiden. Auch die anderen naturwissenschaftlichen Preise wurden in unserem Internetportal ausführlich gewürdigt. Deshalb haben wir uns in diesem Heft auf die nachrichtliche Nennung der Nobelpreisträger beschränkt.

Die Wissenschaft in Deutschland wartet seit 2009 vergeblich auf ein solches Prädikat – der jetzt ausgezeichnete gebürtige Göttinger Thomas C. Südhof arbeitet seit 1983 in den USA. Doch die Nichtberücksichtigung der Wissenschaftler hierzulande ist kein Anlass zur Sorge. Denn die erfreulich wohlwollende Behandlung der Forschung in der Bundesrepublik Deutschland begann erst vor wenigen Jahren: 2005 startete die Exzellenzinitiative zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an den Hochschulen. Und die großen außeruniversitären Forschungsorganisationen werden erst in jüngerer Zeit strategisch so geführt, dass dort mehr international brillante Arbeiten als früher entstehen. Ich bin mir sicher: Die nächsten Nobelpreise made in Germany sind auf Kiel gelegt.

Bis wissenschaftliche Erkenntnisse indes mit dem Nobelpreis ausgezeichnet werden, vergehen in der Regel mehrere Jahrzehnte. Das belegen auch die in diesem Jahr vergebenen Preise.

Einen Newcomer in der bdw-Familie sehen Sie auf der linken Seite: das bild der wissenschaft SPEZIAL „Geheimnisvolle Hochkulturen". Es ist ab 19. November im Einzelhandel erhältlich oder direkt beim Verlag zu beziehen: www.direktabo.de/bdw/spezial. Dass wir diese Ausgabe kurz vor dem Jahreswechsel herausbringen, hilft Ihnen möglicherweise, Ihren Urlaub 2014 zu planen: Viele der im Heft an - gesprochenen phänomenalen Zeugnisse der Vergangenheit können noch besichtigt werden. Lesespaß kann ich Ihnen beim SPEZIAL auf jeden Fall versprechen.


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bild der wissenschaft 11/2013

EUROPAS GEHEIMNISVOLLE FRÜHZEIT

> Neandertaler: Viel früher ausgestorben als gedacht
> Cro-Magnon-Mensch: Was vor 40 000 Jahren geschah

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_EUROPAS GEHEIMNISVOLLE FRÜHZEIT
Neue Datierungen rücken im eiszeitlichen Europa einiges zurecht. So starb der Neandertaler viel früher aus als bisher angenommen. Die alten Ausrottungs-Szenarien sind passé.

IMMERZU MÜDE? AB INS SCHLAFLABOR!
Wenn Schläfrigkeit und Erschöpfung zum Dauerzustand werden, ist man mit Sicherheit krank. Viren scheinen – anders als bislang gedacht – nicht im Spiel zu sein. Ärzte nahmen jetzt die Rückenmarksflüssigkeit unter die Lupe.

MIT NEUEN TRICKS AUF KUNDENFANG
Inzwischen ein gewohntes Phänomen: Beim Besuch von Webseiten poppt ständig individuell zugeschnittene Werbung auf. Unser Verhalten im Internet wird ständig beobachtet und für Marketingzwecke ausgewertet.

HÄUSER OHNE HEIZKOSTEN
Neubauten verbrauchen fast keine Energie mehr. Und die nächste Häusergeneration erzeugt sogar welche.

ALLES BERECHNUNG!
Erfolg für die mathematische Modellierung: Berliner Forscher haben am Rechner einen Wirkstoff gegen Schmerzen entworfen.


ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

2014: bdw wird 50!

Höchste Zeit also, dass wir unsere 540 000 Leserinnen und Leser mitbestimmen lassen, über was – und vor allem wie – in ihrem bild der Wissenschaft oder unter wissenschaft.de künftig berichtet werden soll.
Bitte mailen oder schreiben Sie mir Ihre Anregungen.
Unter allen Einsendern verlosen wir zwölf Einladungen zur Teilnahme an der bdw-Redaktionskonferenz, in der wir uns mit der Umsetzung Ihrer Wünsche ausführlich beschäftigen.Nach getaner Arbeit lädt Sie die Redaktion zurBesichtigung der Druckerei, in der bild der Wissenschaft hergestellt wird, und zu einem stilvollen Essen ein.
Ich bitte um Ihre Vorschläge bis zum 30. November 2013.

wolfgang.hess@konradin.de
bild der Wissenschaft
Ernst-Mey-Straße 8
70771 Leinfelden-Echterdingen


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bild der wissenschaft 10/2013

RÄTSEL DER ERDE

Berge in der Unterwelt, taumelnde Pole, wetterfühlige Vulkane

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_RÄTSEL DER ERDE
Lässt der Klimawandel Vulkane erwachen? Wandern außer den magnetischen Polen auch die geografischen? Was wird aus einer Erdplatte, die in die Tiefe sinkt? Unser Planet ist voller Rätsel.

„DIE" GESUNDE ERNÄHRUNG GIBT ES NICHT
Ballaststoffreich essen! Viel frisches Obst und Gemüse! Pauschale Ernährungsempfehlungen gibt es zuhauf. Wer davon genervt ist, bekommt jetzt Argumentationshilfe: Der Stoffwechsel ist von Mensch zu Mensch verschieden.

GALAKTISCHE INVENTUR
Das europäische Weltraumteleskop Gaia soll die Positionen, Bewegungen, Helligkeiten, Farben und Entfernungen von einer Milliarde Sternen messen. Das Ziel ist eine genaue räumliche Kartierung der Milchstraße.

SCHWERPUNKT_LEBEN IN DEUTSCHLAND
30 Jahre Sozio-oekonomisches Panel – was Sozialwissenschaftler über die Menschen in unserem Land herausgefunden haben.

KEINE PANIK!
Mit Hochleistungsrechnern und Tausenden von Testpersonen wollen Forscher herausfinden, wie sich eine drohende Massenpanik verhindern lässt.


ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

Sozialwissenschaften mit Nutzwert

Kennen Sie SOEP, das Sozio-oekonomische Panel? Zugegeben, auch mir war die groß angelegte Langzeitstudie bis zu unserem Bericht in der Januar-Ausgabe 2011 nicht präsent. Dabei liefert sie nützliches Wissen über das Leben in Deutschland. 1983 institutionalisiert, ist das Sozio-oekonomische Panel seit inzwischen 30 Jahren die wohl wichtigste Informationsquelle über die Befindlichkeit der Deutschen. Aus diesem Anlass hat bdw-Redakteurin Cornelia Varwig für Sie den 25-seitigen Schwerpunkt „Leben in Deutschland" konzipiert und ausgestaltet. Ergebnisse der rund 30 000 Personen umfassenden Befragung sind beispielsweise:

Je älter die Kinder werden, umso ähnlicher sind sie ihren Eltern hinsichtlich der intellektuellen Kapazitäten.

Ein zusätzliches Bildungsjahr der Mutter reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass die Tochter raucht oder unsportlich ist, um mehr als sieben Prozentpunkte.

Eine im Beruf gut etablierte Ehefrau erhöht das Trennungsrisiko – allerdings nur im Westen, nicht aber im Osten.

Angereichert werden die Berichte durch einen Essay von Gert G. Wagner über Ängste der Mittelschicht. Wagner ist Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), in dem das Sozio-oekonomische Panel angesiedelt ist. Und SOEP-Direktor Jürgen Schupp äußert sich im Interview deutlich zu Fragen wie: Macht Geld glücklich? Werden die Menschen einsamer? Öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter? Die Methodik der SOEP-Forscher sowie die dadurch erzielten Resultate belegen, dass die Sozialwissenschaften heute nichts mehr mit der ideologischen Ausrichtung früherer Jahrzehnte am Hut haben.

Soziologen sind auch an einem Projekt beteiligt, das Physiker des Forschungszentrums Jülich vorantreiben, um eine tödliche Massenpanik wie bei der Loveparade in Duisburg 2010 künftig zu vermeiden. Die bdw-Autorin Eva Wolfangel und der Fotograf David Klammer waren bei einem Großexperiment dabei, das am 22. Juni in der Düsseldorfer Messe stattfand. Dort dirigierte der Jülicher Sicherheitsforscher Armin Seyfried 1000 Menschen fünf Stunden lang, um Futter für aufwendige Computersimulationen zu bekommen. Wolfangel, die ich 2012 anlässlich eines Wettbewerbs des Heidelberger Instituts für Theoretische Studien schätzen gelernt habe, ist in Sachen Computermodelle eine pragmatische Expertin. Doch lesen Sie selbst: Die Reportage beginnt auf Seite 88.


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bild der wissenschaft 9/2013

DER HIMMELS-CODE

Kosmologen entschlüsseln den Urknall

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_DER HIMMELS-CODE
Die Raumsonde Planck hat die präzisesten Messungen vom „ersten Licht" des Weltalls gemacht. Diese Kosmischen Hintergrundstrahlung gibt Zeugnis vom Ursprung unseres Universums.

DER OPTIMIERTE KILLER
Forscher haben ein mutiertes Vogelgrippe-Virus gezüchtet, das auch Säugetiere infizieren kann. War das klug?

SCHÄTZE AUS DEM EIS
Die tauenden Gletscher rufen nicht nur Klimaforscher auf den Plan, sondern auch Archäologen. Denn die Eisflächen geben jahrtausendealte Objekte frei, die anderswo schon längst verrottet wären.

ASCHENPUTTELS TRAUMA
Alle eigenen Kinder genau gleich zu behandeln, schafft keiner. Es ist sogar in Ordnung, zeitweilig ein Lieblingskind zu haben.

SCHWERPUNKT_DLR
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat bild der wissenschaft seine Labor türen geöffnet – und gibt spannende Einblicke in die aktuelle Technologieforschung.


ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

Fluch und Segen von IT

Seit Wochen erschüttern die bekannt gewordenen Überwachungsangriffe von Geheimdiensten meinen Glauben an unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. Was der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden seit Juni öffentlich macht, ist für mich ein letzter Anlass, sämlichen Versicherungen in punkto Datensicherheit mit Argwohn zu begegnen – im Kleinen wie im Großen. Ausgelöst durch die Terroristenpanik als Folge der Mordanschläge des 11. September 2001 beförderten die Präsidenten George Bush und Barack Obama die USA zum Überwachungsstaat erster Ordnung. Und auch der deutsche Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich kann dem Ausspionieren des privaten elektronischen Verhaltens Positives abgewinnen. Mitte Juli brachte er ein „Supergrundrecht auf Sicherheit" ins Spiel. Die anderen im Grundgesetz garantierten Grundrechte sollten nach seinen Vorstellungen offenbar zu Rechten zweiter Klasse umfirmiert werden.

Es ist unumgänglich, dass sich der im September neu gewählte Bundestag gleich zu Beginn intensiv damit auseinandersetzt, wie weit die elektronische Durchleuchtung und Internetbespitzelung aller Bürgerinnen und Bürger im Namen des Staates gehen darf – und wo damit Schluss sein muss. Wie einfach es im Prinzip ist, aus unseren elektronischen Spuren Verhaltensmuster herauszulesen, zeigt der Beitrag von Ulrich Schmitz ab Seite 80. Schon in der Juni-Ausgabe veröffentlichten wir einen Schmitz- Artikel mit dem Titel „Polizeiruf 1100101" über Programme, die verstreute Daten geschickt zusammenführen.

Konservative Naturschützer sind entsetzt. So fürchtet der kalifornische Wissenschaftler Tim Caro: Wenn der Schutz weitgehend intakter Natur weltweit aufgegeben wird, wirkt das wie eine Einladung zum Plündern der verbliebenen ökologischen Ressourcen. Und welche Regierung stellt noch Geld für den Naturschutz zur Verfügung, wenn der Eindruck entsteht, dass es sowieso nichts mehr zu schützen gibt?

Andererseits bereichern uns die elektronischen Möglichkeiten im wahrsten Wortsinn in einem Umfang, den noch um 1990 kaum jemand vorausgesehen hat. In diese Kategorie fällt zweifelsohne der bild der wissenschaft- Newsdienst www.wissenschaft.de. Dort erfahren Sie seit Jahren tagesaktuell, was Wissenschaftler gerade erforscht haben. Die aktuellste Version von wissenschaft. de ist soeben online gegangen. Sollten Sie unser Internet-Angebot nicht kennen oder es in letzter Zeit aus den Augen verloren haben, ist es höchste Zeit, wieder vorbeizuschauen. Sie können dort auch unseren News - letter abonnieren, der Ihnen an fünf Tagen in der Woche neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Technik zuspielt – verständlich und prägnant geschrieben und kostenfrei dazu. Mehr dazu erfahren Sie in dem Bericht „Ich bin die Neue!" (Seiten 14/15) von meiner Kollegin Dr. Ilka Lehnen-Beyel, die maßgeblich dazu beigetragen hat, dass wir jetzt diese nutzerfreundliche Online- Version haben. Übrigens: Unter bdw inside lernen Sie die Redaktion höchstpersönlich kennen.


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bild der wissenschaft 8/2013

ANTIMATERIE AUS DEM ALL

Entstand sie durch den Zerfall Dunkler Materie?

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_ANTIMATERIE
Aus dem All rasen mehr Positronen zur Erde als je gedacht. Rund 400 000 dieser Antimaterie-Partikel hat der AMS-Detektor in der Internationalen Raumstation registriert. Wo kommt die Antimaterie her?

SCHWERPUNKT NATUR_DIE ÄRA DER WELTGÄRTNER
Wirklich unberührte Flecken auf dem Globus gibt es kaum noch. Darum fordert eine Gruppe von engagierten Ökologen: Der Weltgärtner, der die Natur aktiv gestaltet, soll den klassischen Naturschützer ablösen.

STREITWAGEN AUS DEM FELS
Rund 3000 Jahre alt sind rätselhafte Felsgravuren in Ostanatolien. Ein türkischer Archäologe hatte vor Kurzem eine zündende Idee, wozu die Vertiefungen einst gedient aben könnten: als Schablonen für die Herstellung von Streitwagenrädern.

YES, DER MUMIENKATER
Forscher balsamierten eine Katzenleiche so ein wie die alten Ägypter angesehene Tote. Sie wollten wissen: Verformen sich Knochen und Gewebe?

SMS RUFT SOS
Für Verschüttete zählt jede Minute. Mit einer neuen Technik lassen sie sich präzise orten – vorausgesetzt, sie haben ein eingeschaltetes Mobiltelefon bei sich.


ZUR SACHE - Gedanken unseres stellvertretenden Chefredakteurs
Nichts als Gegensätze

Sie haben sich gründlich in den Haaren, die Ökologen. Eric S. Higgs, Professor für Umweltforschung in Kanada, musste sich gar die Frage von Naturschützern gefallen lassen, ob er auf die „dunkle Seite" gewechselt sei. Sein Fauxpas: In einem Kreis innovativer Köpfe hatte er eine „Ökologie der Neuartigkeit" entwickelt. Sie stieß den traditionellen Naturschützern sauer auf.

Der provokante Ansatz von Higgs und seinen Mitstreitern: Der Naturschutz alter Manier hat versagt – es gibt kaum noch unberührte Natur, die man in Reservaten konservieren kann. Der Mensch hat längst eine neue Rolle: Er ist Gärtner der ganzen Welt, Heger und Pfleger neu zusammengesetzter Ökosysteme. Und es ist an der Zeit, das laut zu sagen, meinen die Öko-Rebellen – nachzulesen in unserem Schwerpunkt Natur ab Seite 18.

Konservative Naturschützer sind entsetzt. So fürchtet der kalifornische Wissenschaftler Tim Caro: Wenn der Schutz weitgehend intakter Natur weltweit aufgegeben wird, wirkt das wie eine Einladung zum Plündern der verbliebenen ökologischen Ressourcen. Und welche Regierung stellt noch Geld für den Naturschutz zur Verfügung, wenn der Eindruck entsteht, dass es sowieso nichts mehr zu schützen gibt?

Streit auch unter Didaktikern und Linguisten, die alle nur das Beste für Migrantenkinder wollen. Sie sollen gut Deutsch sprechen lernen, um besser integriert zu werden. Doch wie dies gelingen kann, darüber herrscht tiefste Uneinigkeit. Taucht die Kinder in ein intensives Sprachbad, dann lernen sie ein gutes Deutsch als Zweitsprache, sagen die einen. Bloß nicht, protestiert die Gegenseite und propagiert stattdessen eine sanfte Sprachdusche. Ab Seite 70 kreuzen die Deutsch-Dozenten die Klingen.

Und nicht einmal der Himmel gibt Ruhe, wie unser Titelthema belegt: Noch nie zuvor haben Astrophysiker so viel Antimaterie im All gemessen. Der AMS-Detektor auf der Internationalen Raumstation – unten rechts auf dem Titelbild zu sehen – hat den Schauer registriert.

Gegen, kontra und anti also im Himmel und auf Erden. Harmoniebedürftige Naturen können sich mit einem Satz von Theodor Fontane trösten. Der war übrigens nicht nur Schriftsteller, sondern auch konfliktgewohnter Journalist: „Alles regelt sich nach dem Gesetz des Gegensatzes, das zugleich ein Gesetz des Ausgleichs ist."


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bild der wissenschaft 7/2013

REISE ZUM MITTELPUNKT DER SONNE

Vom Risiko Weltraumwetter über feurige Tornados bis zum Plasma-Paternoster

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_SONNE
bild der wissenschaft lädt Sie ein zu einer spektakulären Expedition ins Innere unseres Zentralgestirns. Die Reise führt durch feurige Tornados und endet in der Mitte des brodelnden Plasmaballs: im Herzen der Sonne.

VENTIL IM KOPF
Gerold Batke ist 72 Jahre alt, als seine Füße das Laufen und sein Gehirn das Denken verlernen. „Altershirndruck" lautet die Diagnose. Der Mann erhält kompetente Hilfe – ein bewegender OP-Report.

UHRENVERGLEICH IM ALTEN ÄGYPTEN
Drunter und drüber ging es bisher bei der Datierung von Ereignissen im alten Ägypten. Der Ausbruch eines Mittelmeer-Vulkans vor rund 3600 Jahren hilft den Archäologen jetzt, Klarheit in die wirre Chronologie zu bringen.

BIG FIVE UNTER BESCHUSS
Lassen sich alle Menschen wirklich durch fünf Persönlichkeitsmerkmale charakterisieren? Neue Studien, etwa aus China, sprechen gegen diese Lehrmeinung.

SCHWERPUNKT WINDENERGIE
Bremerhaven feiert seine Auferstehung aus der Krise: als Zentrum für den Bau von Offshore-Windparks.


ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

Bremerhaven ist wieder da

Seit meinem Studium beschäftige ich mich mit erfolgreichem und weniger gelungenem Strukturwandel. Ich behaupte, dass Variante zwei fast immer die Oberhand behält. Städte und Regionen, die einmal den wirtschaftlichen Anschluss verpasst haben, laufen meist sehr lange der Entwicklung hinterher und bleiben – finanziellen Anreizen zum Trotz – oft in wirtschaftlicher Schieflage. Auch eine positive gesamtwirtschaftliche Erholung ändert daran wenig: Die Statistik der Bundesländer variiert zwar von Monat zu Monat, doch der Abstand der Bundesländer untereinander verändert sich kaum, genau wie der von Arbeitsagentur-Bezirken.

Bremerhaven schien lange Zeit dafür ein typisches Beispiel zu sein (Beitrag ab Seite 88). Noch in den 1970er-Jahren hatte man gehofft, dass einmal 200 000 Menschen hier leben würden. Doch es kam anders – durch einen Dreifach- GAU: Die Fischerei-Industrie brach weg, dann machten Werften dicht, und schließlich gingen Tausende von Arbeitsplätzen verloren, weil die US-Streitkräfte ihren riesigen Infrastrukturstützpunkt schlossen. In der Folge kletterte die Arbeitslosenquote auf 25,6 Prozent – ein Höchstwert unter den Großstädten. Das war 2005. Und dies, obwohl eine zupackende Strukturförderung die Wirtschaft neu zu akzentuieren versuchte. Früchte erntet die Stadt erst in letzter Zeit. Durch Attraktionen wie das Deutsche Auswandererhaus (eröffnet 2005) oder das Klimahaus 8º Ost (eröffnet 2009) kommen viele Touristen in die Stadt. Noch wichtiger: Durch den Boom der Offshore-Windenergie entstanden mehr als 3000 hochwertige Arbeitsplätze – mit dem Ergebnis, dass die aktuelle Arbeitslosenquote (April 2013) bei 15,2 Prozent liegt. Gut 10 Prozentpunkte unter dem Höchstwert – doch immer noch 8,1 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt!

Es war ein Glücksfall, dass Bremerhaven voll auf den Strukturwandel Marke „Windenergie" gesetzt hat. Ob und wie lange die Wiederbelebung Bremerhavens anhält, hängt sehr davon ab, wie sich die Energiewende in Deutschland entwickelt und ob sich das als Vorbild auf andere Länder überträgt. Der drohende Arbeitsplatzabbau beim Offshore-Konstrukteur Weserwind ist ein erster Blitz am Horizont. Doch es gibt weiter Schönwetterindikatoren: Die Fraunhofer-Gesellschaft investiert massiv in ihr Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik in Bremerhaven – mit interessanten Perspektiven, wie der dortige Instituts- Vizechef Jan Wenske im bdw-Interview erklärt.

Übrigens: Aktuell hat Bremerhaven, das Ihren Besuch wert ist, 113 000 Einwohner.


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bild der wissenschaft 6/2013

DSCHINGIS KHAN

Warum er der mächtigste Mann der Welt wurde und wie Archäologen das Geheimnis seines Grabes lüften

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_DSCHINGIS KHAN
Das Klima scheint dem Mongolenfürsten bei der Eroberung seines Weltreichs günstig gewesen zu sein – nach der Formel: Regen gleich mehr Gras gleich mehr Pferde für Reiterheere. Lesen Sie auch: Die Jagd nach dem geheimnisvollen Grab.

RISIKO-RATTEN UNTER BERLIN
Die steigende CO2-Konzentration in der Luft verlangt dem Wald ein Maximum an Speicherfähigkeit ab. Allmählich ist er überfordert. In Deutschland soll die Rückführung in Mischwald die Forste fit für die Zukunft machen.

ERIS – PLUTOS BÖSER ZWILLING
Der massereichste Himmelskörper im Kuiper-Gürtel, Eris, hat Pluto vom Planeten-Thron gestoßen. Astronomen erkunden das Schattenreich jenseits der Neptunbahn, wo die Sonne aussieht wie irgendein heller Stern.

SCHWERPUNKT "BIG DATA": FÄHRTEN AUF FACEBOOK
Ein Tsunami aus Daten überflutet das Internet. Raffinierte Programme fischen Details über Ansichten und Gewohnheiten von Milliarden Menschen heraus.

HIGGS UND DAS ENDE DER WELT
Das 2012 am LHC entdeckte Elementarteilchen ist tatsächlich ein Higgs-Boson. Dieser Erkenntnis folgt der Verdacht: Das Universum könnte instabil sein.


ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

Röntgen 2.0

Big Data heißt der Schwerpunkt dieses Heftes, der auf Seite 88 beginnt. Was sich so blutleer anhört, ist in Wahrheit das pralle Leben – und zugleich ein heißes Eisen. Es geht um nichts weniger als den gläsernen Menschen. Doch Big Data – der Wust elektronischer Daten und deren Auswertung – birgt auch große Chancen, wie unser Autor Ulrich Schmitz schildert: So hat der US-Konzern Raytheon eine Software entwickelt, mit der sich polizeilich gesuchte Kriminelle rasch dingfest machen lassen. Der Trick ist eine geschickte Verknüpfung von Einträgen in sozialen Netzwerken.

Um die geht es auch in dem Beitrag von bdw-Redakteur Ralf Butscher. Er beschreibt eindrucksvoll, welche Systeme von Menschen ersonnen und entwickelt werden, um etwa die 500 000 000 000 000 Byte Daten zu durchstöbern, die Facebook-Nutzer an einem Tag produzieren. So stellte der Hersteller eines Haushaltsreinigers via Facebook fest, dass sich sein Mittel bestens zum Säubern von Motorhauben eignet. Auch anderswo überrascht Big Data durch sein Potenzial: Ob Kunden mit einem neuen Gerät glücklich sind oder es verwünschen, analysieren intelligente E-Mail-Scanner deutlich schneller, als es eine persönliche Kundenberatung je könnte.

Wer begriffen hat, was heute möglich ist, wundert sich nicht, wenn auf seinen Computer-Bildschirm plötzlich die Werbung für einen Wein schwappt, der ihm durchaus munden könnte. Der Spätburgunder-Freund Hess weiß das mitunter zu schätzen, ärgert sich aber auch, dass ihn die Werbung so penetrant verfolgt. Dennoch: Ich zolle jenen Anerkennung, die solche Systeme ersonnen haben. Schlicht deshalb, weil sie ein aktuelles Beispiel für menschlichen Innovationsgeist sind!

Die Erfinder von Google, Twitter und Facebook haben frühzeitig und tiefgründig nachgedacht, wie sich Dienstleistungen finanzieren lassen, die inzwischen Hunderte Millionen von Menschen tagtäglich in den Bann ziehen. Weil die aber nichts dafür bezahlen wollen, muss das Geld eben aus anderen Quellen kommen: etwa indem die Dienstleister ihren gigantischen Datenpool akribisch nach bestimmten Merkmalen durchsuchen und ihre Erkenntnisse verkaufen – an Firmen, deren Produktwerbung dann auf dem Bildschirm potenzieller Kunden aufpoppt.


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bild der wissenschaft 5/2013

MIT DER STRINGTHEORIE ZUR WELTFORMEL

In 3 Etappen einfach erklärt

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_DIE STRINGTHEORIE
Mit der Superstring- oder M-Theorie scheint der erste Kandidat einer „Weltformel" gefunden. Sie könnte alle Arten von Materie und Kräften einheitlich beschreiben. Näheres lesen Sie in diesem Heft – in drei Etappen einfach erklärt.

SCHWERPUNKT WALD: DER GRÜNEN LUNGE GEHT DIE PUSTE AUS
Die steigende CO2-Konzentration in der Luft verlangt dem Wald ein Maximum an Speicherfähigkeit ab. Allmählich ist er überfordert. In Deutschland soll die Rückführung in Mischwald die Forste fit für die Zukunft machen.

GROSSEINSATZ AUF DEM SCHNEEFERNER
Der nördliche Schneeferner, der höchstgelegene und größte deutsche Gletscher, ist bedroht. In einem enormen Kraftakt decken deshalb Helfer Teile der Eisfläche vor Einbruch des Sommers mit Planen ab, um Sonnenstrahlen und Regen fernzuhalten.

RACHE IST BITTER
Der Volksmund behauptet zwar das Gegenteil – aber tatsächlich fühlt sich der Rächende am Ende oft schlechter als zuvor.

MARS AN DER WESER
In einem Bremer Institut entwickeln Wissenschaftler die Raumfahrzeuge von morgen. Zum Beispiel: Landesonden für den Mars.


ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

Die kleinen Strings und der große Heinz Haber

Physiker träumen – so höre ich immer wieder – von einer Weltformel. Durch sie könnte der Aufbau der Welt in einem Guss erklärt werden. Kurz gesagt geht es dabei um nichts weniger, als um den Versuch, eine Verbindung zu schaffen zwischen der Allgemeinen Relativitätstheorie, gültig für die Welt des Größten, und der Quantentheorie, gültig für die Welt des Allerkleinsten. Heißester Kandidat für eine Verknüpfung von Makro- und Mikrokosmos ist die Stringtheorie. Die kleinsten Teilchen überhaupt wären ihr zufolge nicht Elementarteilchen, also Quarks, Leptonen und Eichbosonen, sondern winzige eindimensionale Saiten („Strings").

Wir bei bild der wissenschaft stellen immer wieder fest, dass unsere Leserinnen und Leser Titelgeschichten zu hochkomplexen physikalischen oder astronomischen Fragen besonders lieben. Im Einzelverkauf liegen Ausgaben zu solchen Themen stets vor anderen. Deshalb habe ich Rüdiger Vaas, unseren Mann für schwierigste physikalische Fälle, beauftragt, Sie möglichst schonend in die Welt der Strings einzuführen. Er hat das nach einem Konzept gemacht, das wir bereits mehrfach mit Erfolg erprobt haben – 2012 bei der Quantenphysik, 2011 bei der Relativitätstheorie. Dieses Konzept ist geprägt durch einen Aufbau in Etappen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Die erste, die Flach-Etappe, erklärt das Werden der Stringtheorie. Die Berg-Etappen zwei und drei verlangen dagegen gelegentlich eine Verschnaufpause, ein Nachdenken über das eben Gelesene. Die Welt ist eben nicht immer so einfach zu erklären, wie das viele gerne hätten – und schon gar nicht bei der Frage, was sie im Innersten zusammenhält. Gemessen an der höchst komplizierten Thematik hat Vaas seine Aufgabe gut gemeistert. Vor Ihnen liegt ein Beitrag, der Ihnen Erkenntnisgewinn im Kleinsten vermittelt.

Wie hätte Heinz Haber die Stringtheorie erklärt? Schwierige Zusammenhänge grandios zu visualisieren und einleuchtend zu beschreiben war sein Thema. Aus Anlass des 100. Geburtstages des Gründungsherausgebers von bild der wissenschaft bieten wir Ihnen eine Heft-Novität an: Der aktuelle bdw-Chefredakteur, der Haber immerhin über Jahre persönlich erlebt hat, unterhielt sich mit dem Chefredakteur, den Haber ausgesucht hatte, um bild der wissenschaft populär zu machen. Wolfram Huncke, bdw-Chef von 1973 bis 1988, lebt höchst vital in München und weiß über den großen Heinz Haber intime Einzelheiten und Anekdoten. Ich hoffe, Sie haben an dem Gespräch, dessen Inhalt ab Seite 78 abgedruckt ist, solchen Spaß wie ich.


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bild der wissenschaft 4/2013

WARUM DAS MAYA-REICH WIRKLICH UNTERGING

Schlüsselfund: Die neu entdeckte Dschungelstadt

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_DER MAYA-KOLLAPS
Nicht das Klima brachte die Maya-Hochkultur zu Fall, sondern der Konflikt zwischen zwei rivalisierenden Mächten (Titelbild: Tempel IV in Tikal). Harte Indizien dafür fanden Archäologen in der Dschungelstadt Uxul.

DER TANZ DES WASSERS
Bochumer Forscher haben durch eine neue Beobachtungstechnik erkannt, dass das Wasser in den Zellen eine aktive Rolle spielt: Als Hülle um die Proteine (Bild) beeinflussen H2O-Moleküle die Lebensprozesse.

DIE UNGLAUBLICHE HEILUNG
Einen Menschen von einer HIV-Infektion zu kurieren, hat keiner vor ihm geschafft: Der Arzt Gero Hütter (rechts) befreite Timothy Brown (links) von der Bedrohung durch das Immunschwäche-Virus.

SUPER, DIESE ERDEN!
Sie können bis zu zehn Erdmassen und den doppelten Erddurchmesser vorweisen: Supererden. Sechs davon haben Astronomen entdeckt.

ENTWARNUNG VOR DEM VULKAN-GAU
Die Menschheit könnte aussterben, wenn die größten Feuerspucker aktiv werden, dachte man. Doch diese Angst ist unbegründet.


ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

Heilige und Bigotte

Um Forschungspolitik geht es nur selten in bild der wissenschaft, denn unsere Leser mögen das Thema nicht. Das dokumentieren sie bei jeder Befragung und in persönlichen Stellungnahmen. Als ich vor Jahren beispielsweise Angela Merkel und Gerhard Schröder interviewte – sie damals Umweltministerin, er Ministerpräsident –, drohten Abonnenten beim nächsten Politikergespräch mit Kündigung. Dennoch erlaube ich mir an dieser Stelle eine Bemerkung zu Annette Schavan, der die Universität Düsseldorf vor Kurzem den 1980 erworbenen Doktortitel aberkannt hat. Die Vorwürfe des massiven Kopierens fremder Gedanken und Ausführungen – ohne dies zu deklarieren – erzwangen in den Augen des Untersuchungsausschusses den Entzug des Titels.

Klar, dass eine Bildungs- und Forschungsministerin, die sich fast nur in Kreisen bewegt, in denen ein Doktortitel Eintrittsvoraussetzung für qualifiziertes Arbeiten ist, nach diesem Eklat keine Überlebenschance im Amt hatte. Schavan will zwar gegen die Aberkennung gerichtlich vorgehen. Doch wie immer das Urteil ausfällt: Ihre sehr erfolgreiche Karriere als Weichenstellerin von Forschung und Bildung – mindestens so erfolgreich wie die von Heinz Riesenhuber, Forschungsminister von 1982 bis 1993 – ist zu Ende. Zum Verhängnis wurden ihr die Überprüfungsmöglichkeiten durch moderne Elektronik in der Hand moderner Kopfjäger, die ihren Spaß daran haben, die Biografien öffentlicher Personen kriminalistisch zu durchleuchten. Sie hoffen darauf, ihnen einen Fehltritt nachzuweisen und sie dadurch zu Fall zu bringen – ungeachtet der Lebensleistung. In meiner Jugend entstand der Bud Spencer/Terence Hill-Film „Gott vergibt, Django nie". Netzwerker sind heute offensichtlich so wie weiland Django. Wer irgendwann in seinem Leben Mist gebaut hat, läuft Gefahr, dass der Fehltritt nachträglich elektronisch dokumentiert und veröffentlicht wird. Die Konsequenz wäre: Wer sich eines fernen Tages um ein Amt zu bewerben gedenkt, ist gut beraten, sich frühzeitig für einen makellosen Lebenswandel zu entscheiden. Doch wer entscheidet, was „makellos" ist? Und wer von uns ist denn ein Heiliger?

Vor gut drei Jahrzehnten standen Schwule und Drogenkranke am Pranger, als die Immunschwäche Aids die Zivilisation schockierte. In bigotten Kreisen war die Rede von einer „Gottesstrafe". Viele beunruhigte damals diese neue Krankheit auf das Stärkste. So mancher sorgte sich etwa beim Gang auf öffentliche Toiletten um seine Gesundheit. Bis heute beklagt die Welt über 30 Millionen Aids-Tote, allein 2011 waren es 1,7 Millionen. Und doch gibt es eine hoffnungsvolle Nachricht: Die Zahl derer, die an Aids sterben, ist rückläufig. Durch die intensive wissenschaftliche Beschäftigung mit der Immunschwäche ist es gelungen, eine medikamentöse Behandlung zu etablieren, die Infizierte bei frühzeitiger Therapie zwar nicht heilt, aber ihnen ein erträgliches Leben ermöglicht (lesen Sie dazu unseren Schwerpunkt ab Seite 36). Böse Zungen behaupten, dieser Erfolg sei allein der Tatsache geschuldet, dass prominente Mitglieder der westlichen Zivilisation an der Immunschwäche erkrankten und starben. Hätte sich das Problem auf Afrika beschränkt, so der Verdacht, wären deutlich weniger Mittel in die Forschung und Entwicklung von Pharmapräparaten geflossen.


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bild der wissenschaft 3/2013

DER GROSSE CRASH

Neue Modellrechnung: So entstand der Mond

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_DER GROSSE CRASH
Etwa wie auf unserem Titelbild muss es ausgesehen haben, als vor 4,5 Milliarden Jahren ein marsgroßer Himmelskörper mit der Erde kollidierte. Dabei entstand unser Mond. Spannende Details hierzu liefert eine neue Modellrechnung.

SCHWERPUNKT FISCHEREI: ALLIANZ FÜR DAS MEER
Fischer und Fischereiforscher ziehen neuerdings an einem Strang. Sie entwickeln und erproben gemeinsam neue Netze und Methoden, um in Nord- und Ostsee den erschreckend großen Beifang zu reduzieren.

SCHWERPUNKT PSYCHOLOGIE: WESTLICHE SEELENQUAL IN FERNOST
Wer ist noch normal – wer psychisch krank? Die Erfahrungen deutscher Psychiater in China (Bild: Shanghai) zeigen: Die „Verwestlichung" verändert die traditionelle Sicht der Chinesen auf seelische Leiden.

DER MICHELANGELO DER STEINZEIT
Erstaunlich: Beeindruckende Tierdarstellungen an 150 Kilometer voneinander entfernten Felswänden in Frankreich – mit der gleichen „Handschrift".

DER ALTE MANN UND DAS MOOR
Der Greifswalder Biologe Michael Succow (71) und seine Mitstreiter legen ein neues Moor an. Das Ziel des großen Projekts ist Klimaschutz.


ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

Irgendwer bezahlt immer. Die Illusion kostenloser Medien!

20. Januar. Wahlabend in Niedersachsen. Die ersten Hochrechnungen sind durch. Ein Berichterstatter im öffentlichrechtlichen Fernsehen verweist in seiner Abmoderation um 18.56 Uhr auf mehr News bei Twitter und Facebook. Solche Versuche, den Nutzer wegzulocken vom Programm, das er eigentlich gerade ausgewählt hat, sind inzwischen typisch für vielerlei mediale Präsenz

An anderer Stelle beklagen Journalisten den Niedergang ihrer traditionellen Medien. Die Frankfurter Rundschau ist nicht mehr. Die Financial Times Deutschland bekam das Aus. Das Stadtmagazin Prinz: Eingestellt! In allen Verlagshäusern wird neu strukturiert, umstrukturiert, restrukturiert. Ziel aller Prozesse: Runter mit den Kosten. Die nach außen verkündete Nachricht lautet freilich in den meisten Fällen: Wir machen jetzt ein besseres Produkt! Klar – Not macht erfinderisch, und so manche positive Entwicklung ist aus purer Not entstanden. Klar ist aber auch: Qualitätsjournalismus hat seinen Preis. Und wenn der Leser diesen nicht mehr bezahlt, Qualität aber weiter haben will, müssen andere Wege der Finanzierung gefunden werden. Früher hieß das: Anzeigen. Doch auch die sind rarer geworden in traditionellen Medien, im besten Fall sind sie abgewandert in Online-Erzeugnisse derselben Marke.

Wie ist das nun bei bild der wissenschaft? Die gute Nachricht ist, dass sich die Abonnenten-Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren bei uns deutlich besser darstellt als bei den meisten anderen Monatsmagazinen. Die schlechte: Auch bei bdw ist die Zahl der Abos rückläufig.

Also müssen neue Formate her. Unseren Online-Auftritt wissenschaft.de gibt es seit 17 Jahren. Inzwischen sind wir auch in Facebook aktiv und twittern bei Gelegenheit. Seit Jahresbeginn 2013 kooperieren wir zudem mit dem Wissenschaftsportal scinexx.de und kommen so bei unseren Meldungen insgesamt auf mehr als eine Million Seitenzugriffe pro Monat. Und das alles geschieht ohne Kosten für den User, der gleichwohl an unsere Meldungen Ansprüche stellt und bei Nichtgefallen gelegentlich mit harscher Kritik reagiert. Die wischen wir nicht beiseite, sondern versuchen Mängel sofort zu beheben. Diese Arbeit machen Redakteure in Deutschland. Sie wollen Honorare und Gehälter, mit denen sie in Deutschland auskommen können. Recht haben sie.

Die öffentlich-rechtlichen Medien finanzieren sich durch Gebühren, die jeder Haushalt bezahlen muss. Privatwirtschaftlich verantwortete Medien haben es bei Weitem nicht so bequem. Sie müssen sich etwas anderes einfallen lassen, um ihre neuen Produkte zu finanzieren. Wir bei bild der wissenschaft machen das etwa, indem wir Sonderhefte der Reihen „bild der wissenschaft plus" und „bild der wissenschaft research" dem Heft beilegen. Dazu kooperieren wir mit namhaften Forschungseinrichtungen und beleuchten deren Arbeit und Entwicklung mit unseren Qualitätsansprüchen. Noch immer haben sich unsere Partner auf den entsprechenden Passus eingelassen, wonach auch ein Supplement die Glaubwürdigkeit und optische Qualität von bild der wissenschaft ausstrahlen muss.

Nicht zuletzt durch die mit diesen Sonderausgaben verbundenen Erlöse konnten wir bild der wissenschaft in den letzten Jahren stetig verbessern. Häufiger als früher produzieren wir die Bildstrecken der einzelnen Beiträge selbst – in Zusammenarbeit mit guten Fotografen und Illustratoren. Dabei erwerben wir auch die Bildrechte für unser vor Kurzem gestartetes neues Angebot von bild der wissenschaft – das PDF-Aboformat.

Die Diskussion darüber, welche Themen es wert sind, in bild der wissenschaft aufgenommen zu werden, ist heute mehr denn je zentraler Teil unserer Arbeit. Darin unterscheiden wir uns deutlich von Bloggern und anderen privaten Welterklärern. Sie, liebe Leserinnen und Leser, wissen das zu schätzen und kaufen das Produkt bild der wissenschaft. Und ich schätze Ihre Anregungen, wie wir die Marke bild der wissenschaft weiter verbessern können.


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bild der wissenschaft 2/2013

ARABIEN VOR 100 000 JAHREN

Wo die Erfolgsstory des Homo sapiens begann

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_ARABIEN VOR 100 000 JAHREN
Anthropologen sehen die Arabische Halbinsel als einstiges Fitness-Camp für Homo sapiens (Titelbild: Lebend-Rekonstruktion) – der Afrika viele Zehntausend Jahre früher verließ als bisher gedacht.

DER GEFLECKTE ZWERG
Die Raumsonde New Horizons ist zum Pluto unterwegs. Der Zwergplanet scheint überraschend aktiv zu sein – mit speienden Eisvulkanen. Wechselnde Jahreszeiten erzeugen zudem Fleckenmuster (Bild) auf seiner Oberfläche.

BUDDHAS AUF DEM PULVERFASS
In Kürze soll in Afghanistan das zweitgrößte Kupfervorkommen der Welt ausgebeutet werden. Bis zur ersten Sprengung versuchen Archäologen in aller Eile, einen riesigen buddhistischen Tempelkomplex zu retten.

CHARMANTE BESTIEN
Psychopathische Mörder wie Ted Bundy sind Meister der Verstellung. Aber FBISpezialisten enttarnen sie mit neuen Verhörtechniken.

SAUGER, SOFTWARE, BARRIKADEN
Wenn Tanker Öl übers Meer schippern, fährt stets das Havarie-Risiko mit. Doch es ist kleiner geworden, dank moderner Technik und straffer Notfallpläne.


ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

Die Welt Ende November 2012. Rund 20 000 Experten besteigen Flugzeuge und machen sich auf zur inzwischen 18. UN-Klimakonferenz. 8. Dezember: Die Klimakonferenz in Doha ist zu Ende. „Umweltschutz-Organisationen kritisieren die Beschlüsse der Klimakonferenz", melden die Nachrichten. Und: „Keine ambitionierten Ziele bei der Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen umgesetzt." Bis kurz vor Abschluss hieß es sogar, die Konferenz drohe zu scheitern. Doch dann gelang es dem Konferenzpräsidenten wenigstens, einige Minimalziele festzuzurren.

Diese Nachrichten habe ich in fast identischem Wortlaut in den letzten Jahren während jeder Weltklimakonferenz gehört. Das ist die Lage: 2011 emittierte die Weltbevölkerung mehr CO2 als jemals zuvor. 7,1 Milliarden Menschen lebten 2012 auf dem Globus, bis Ende 2013 werden weitere 80 Millionen dazukommen. Und: Mehr Menschen denn je sind in die Dynamik des globalen Wirtschaftskreislaufs einbezogen, produzieren und konsumieren Waren und Dienstleistungen in gigantischem Umfang. Allein das Wachstum des Bruttosozialprodukts der Volksrepublik China beträgt in diesem Jahr schätzungsweise 8 Prozent.

Ich gehe nicht davon aus, dass der globale Konsum in absehbarer Zukunft deutlich zurückgeht. Dann aber wäre die nächste Weltwirtschaftskrise fällig – mit den bekannten Folgen: drastische Restrukturierungen, die einen heftigen Schwund an Arbeitsplätzen bedeuten. Meine Hoffnung ist dennoch, dass die uns bekannten Zusammenhänge von Ursachen und Wirkungen menschlicher Handlungen dazu führen werden, einem nachhaltigen Wachstum von Jahr zu Jahr einen Schritt näher zu kommen. Das impliziert natürlich, dass das System Erde nicht so fragil reagiert, wie manche Experten zu wissen meinen, und dass uns damit die Zeit bleibt, auf erkannte Defizite einzugehen.

Ansätze dazu gibt es auf vielen Ebenen, nicht nur bei der Minderung der CO2-Emissionen. Beispielsweise auch bei der Bekämpfung von Ölkatastrophen im Meer, die im Übrigen – über einen längeren Zeitraum betrachtet – nie so verheerend waren, wie viele Experten zunächst befürchtet hatten. Auch deshalb nicht, weil die Selbstheilungskräfte des Ökosystems Ozean unterschätzt wurden. Zudem haben Öltankerkatastrophen wie die der Torrey Canyon (1967) oder der Exxon Valdez (1989) zu einem partiellen Umdenken geführt. So sind moderne Tanker mit einem doppelten Schiffsrumpf ausgestattet. Und es gibt Katastrophenschutzübungen wie Baltex Delta – unser Autor Tim Schröder berichtet ab Seite 92 darüber. Insgesamt hat die Zahl der Ölverschmutzungen im Meer in den vergangenen drei Jahrzehnten auf ein Zwanzigstel des Ausgangswertes abgenommen, obwohl die transportierte Ölmenge in dieser Zeit deutlich gestiegen ist. Dies zeigt: Wir können umsteuern. Selbst wenn das nicht durch ein Herumreißen des Ruders erfolgt ist, sondern durch eine allmähliche Positionsveränderung, ist das für mich ein respektables Resultat. Insofern verzage ich nicht, wenn es zum Abschluss von UN-Klimakonferenzen keine großen Erfolgsmeldungen gibt. Der Weg muss das Ziel sein.

Erstaunlich ist: Immer wieder werden von allen Seiten Forderungen laut, die gigantischen Veranstaltungen – mit Zigtausenden von Teilnehmern, herangereist aus allen Kontinenten und untergebracht in klimaregulierten Hotels – durch klimaschonende Telekonferenzen zu ersetzen. Was mag der Grund sein, warum niemand das ernsthaft in Angriff nimmt?


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bild der wissenschaft 1/2013

HOTLINE ZUM HIMMEL

Wie der Glaube den Menschen prägt

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_HOTLINE ZUM HIMMEL
Hirnforscher und Psychologen fanden Erstaunliches heraus über den Zusammenhang von Religion mit Lebensangst und Intelligenz, auch über Merkmale einzelner Länder. Tatsächlich verändert der Glaube sogar Hirnstrukturen.

DAS 1000-DOLLAR-GENOM
Es kostet immer weniger und dauert nur noch rund eine Viertelstunde, das Erbgut eines Menschen komplett zu sequenzieren. Das eröffnet neue Perspektiven für Mediziner und Ökologen – und für die Polizei.

DIE SELTSAME GRENZE DES SONNENSYSTEMS
Die Übergangszone zwischen dem Sonnensystem und dem interstellaren Raum ist völlig anders, als die Astrophysiker sie sich vorgestellt haben. Das zeigen neue Daten der Raumsonden Voyager und IBEX.

DEIN SMARTPHONE ERKENNT DICH
Für Passwortmuffel kommen bessere Zeiten: Neue Zugangstechniken identifizieren die Besitzer an typischen Verhaltensmerkmalen.

DIE MÄCHTIGEN VON BRODGAR
Archäologen entdeckten auf den Orkney-Inseln das älteste Kultzentrum Britanniens. Auf der Landzunge von Brodgar residierten einflussreiche Clans der Jungsteinzeit.


ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

Der endgültige deutsche Ausstieg aus der Kernenergie ist seit dem 6. Juni 2011 von der Regierung Merkel beschlossen. Dass sich die öffentliche Auseinandersetzung dadurch dem Ende zuneigen würde, haben die wenigsten geglaubt. Zu verbissen bekämpfen sich Gegner und Befürworter seit den 1970er-Jahren. Aktuell entfacht sich neuer Streit um das Endlagerkonzept. Hochradioaktive Elemente müssen in Deutschland für mindestens eine Million Jahre sicher verwahrt werden. Gorleben – fast schon Endlagerstätte – wird stärker denn je infrage gestellt. Eine Endlagerung im Salz sei doch nicht so sicher, wie viele Jahre verbreitet wurde, sagen inzwischen selbst immer mehr Geowissenschaftler. Neue Standortmöglichkeiten müssen gesucht und geprüft werden.

Unterdessen werden die ersten KKWStandorte „rückgebaut", wie es im Experten-Slang heißt. Auch dieser Rückbau kostet vor allem eines: Zeit. Schwach- und mittelaktiv verstrahlte Elemente sollen im früheren Eisenerzbergwerk Schacht Konrad unter dem Stadtgebiet von Salzgitter landen – ab 2019! Nicht radioaktiv kontaminierte Bauteile könnten unmittelbar nach der Stilllegung abgebrochen, abtransportiert, im besten Fall sogar recycelt werden. Ich habe einen beginnenden Abriss hautnah im baden-württembergischen Neckarwestheim miterlebt. An dem atomaren Doppelstandort wurde 2011 das Gemeinschaftskernkraftwerk GKN 1 stillgelegt. Im Sommer 2012 lud die EnBW Presse und Kommunalpolitiker zum Gang über das Betriebsgelände ein, wo wir den Abbruch der Kühltürme live mitverfolgen konnten.

Wie es deutschlandweit um den Abriss der Kernkraftwerke steht, dokumentiert bild der wissenschaft in dieser Ausgabe ab Seite 90. Autor des Beitrags ist Konstantin Zurawski, einer unserer journalistischen Experten in Sachen Kernenergie. Vor anderthalb Jahren beschrieb er zusammen mit seinem Kollegen Martin Borré den Stand der Endlagerung (7/2011, „Wohin mit dem strahlenden Erbe").

Zurawski, den wir seit seinem Redaktionspraktikum 2007 schätzen, setzt sich gerne mit schwierigen Fragen zur Technik auseinander. Über seine aktuelle Recherche sagt er: „Gemauert hat niemand. Doch bisher hat kein Stromversorger einen detaillierten Plan, um ein 1000 Megawatt starkes und langjährig betriebenes Kernkraftwerk endgültig abzubauen." Über die Kosten lassen sich die Betreiber nicht gerne aus. Grob geschätzt, soll der Rückbau zwischen einer halben Milliarde und anderthalb Milliarden Euro kosten – abhängig von Größe, Typ und Kontamination der Anlage. Und die Mittel sollen auch zurückgelegt worden sein.


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