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Wie unsere Milchstraße entstand

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL
MILCHSTRASSE

Durch neue Beobachtungen und Computersimulationen müssen Astronomen die Entstehung von Galaxien ganz anders erklären als bisher.

JÄGER DES VIRTUELLEN LICHTS
Eine neue Software, die aus Hollywood stammt, macht aus medizinischen Daten eindrucksvolle 3D-Bilder. Das erleichtert die Kommunikation zwischen Arzt und Patient und schafft ganz neue Möglichkeiten der Diagnose.

VERKAUFEN ODER HORTEN?
Archäologen haben ein Problem: Ihre Archive sind randvoll mit Fundstücken von Ausgrabungen. Sollen die Forscher die Scherben zu Geld machen oder sie wieder vergraben?

HAPPY END IM KOPF
Manche Menschen werden immer wieder von Alpträumen geplagt. Ihnen hilft eine neue Therapie, bei der sie sich ein gutes Ende für den nächtlichen Horrorfilm ausdenken und aufschreiben.

INTELLIGENTE MASCHINEN
Automaten und Computersysteme werden intelligent, Roboter können immer mehr Aufgaben meistern, und sie lernen ständig dazu. Unsere dreiteilige Serie beleuchtet die Entwicklung.

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Editorial

Ohne Dunkle Materie und Energie

gäbe es uns nicht – nicht die belebte Natur, nicht die Erde, nicht das Planetensystem, nicht die Milchstraße und all die anderen Galaxien. Diese Hypothese ist bei Weitem nicht so kühn, wie sie sich anhört. Denn Astronomen mussten jetzt nach neuen Beobachtungen und aufwendigen Computersimulationen ihr kosmisches Weltbild verändern. Die Dunkle Materie war gewissermaßen der Kondensationskeim, doch dann ging es erst richtig los: Gas strömte entlang eines unsichtbaren kosmischen Netzwerks zusammen und verdichtete sich bereits wenige Hundert Millionen Lichtjahre nach dem Urknall zu Sternen. Und es ging turbulent weiter: Nach einer heftigen Phase vehementer Sternbildung fraßen sich viele Urgalaxien gegenseitig auf. Inzwischen hat sich das Universum etwas beruhigt, und die Milchstraßen prangen majestätisch am Firmament. Doch der Schein trügt. Die nächste Karambolage rückt unaufhaltsam näher. Mehr dazu erfahren Sie ab Seite 36.

So erbaulich das intellektuelle Vergnügen über diesen aktuellen astrophysikalischen Wissenszuwachs sein mag, eine andere Entwicklung wird uns deutlich mehr beeinflussen. Auf dem Vormarsch sind Maschinen mit echter Intelligenz. Mit welcher Dynamik sie unterwegs sind, recherchierte bild der wissenschaft- Autor Ulrich Eberl weltweit. So besuchte er 2015 die weltgrößte Roboterkonferenz in Seattle, das Finale der mehrjährigen DARPA Robotics Challenge im kalifornischen Pomona und etliche "Roboterpäpste" in Japan. Der freie Wissenschaftsjournalist – früher viele Jahre in Diensten von Siemens und Daimler – berichtet ab dieser Ausgabe in einer mehrteiligen Serie, was unseren Globus gerade grundlegend verändert. Eberls prägnante Zusammenschau enthält viele Beispiele dafür, was schon möglich ist. Oft sind das noch Einzelentwicklungen – in der Robotertechnologie, in der Künstlichen Intelligenz, in der Wissens verar beitung. Doch: "Wenn die verschiedenen Stränge zusammengebracht werden, kommen Dinge heraus, die wir uns heute gar nicht vorstellen können", sagt Ulrich Eberl.

Ihr Einfluss auf das Arbeitsleben ist gigantisch – nicht nur in der Industrie. Auch in Pflegeheimen dürften KIRobots einziehen. Von einer Bekannten weiß ich, dass sie mit der menschlichen Unterstützung beim Waschen nicht zurechtkam. Sie genierte sich vor den Mitarbeiterinnen unter der Dusche, wollte gelegentlich nicht dem folgen, was man von ihr verlangte, stritt sich häufig mit dem Personal. Das wäre mit einem intelligenten menschenähnlichen Roboter nicht passiert. Er erspart Peinlichkeiten, hat keine Launen, ist hilfsbereit und zuvorkommend. Ansatzweise erleben wir das schon heute: Das Navigationsgerät im Auto mit seiner stets freundlichen Stimme empfiehlt den Weg unverändert höflich – auch wenn man seinen Rat nicht befolgt.

Arbeitsplätze verschwinden durch intelligente Roboter mit Sicherheit. Doch an völlig anderer Stelle wachsen Angebote nach. Denn durch die industrielle Wertschöpfung der Roboterproduktion werden Mittel frei für neue Dienstleistungen. Sommeliers sind ein Beispiel: Vor einiger Zeit wussten die wenigsten, was Sommeliers machen, weil es sie schlichtweg nur in Restaurants der Spitzenklasse gab. Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass man mit Spezialisten für Weinempfehlungen den gastronomischen Umsatz deutlich steigern kann. Sommeliers werden von Robotern nicht zu ersetzen sein. Wer will sich schon seinen Tischwein von einer Maschine empfehlen lassen – auch wenn die noch so intelligent daherredet?

Wolfgang Hess, Chefredakteur

 

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