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Das maßgeschneiderte Gen

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

 

TITEL
DAS MASSGESCHNEIDERTE GEN

Die Genschere "Crispr" eröffnet unglaubliche Möglichkeiten: Das Genom von Menschen, Tieren und Pflanzen lässt sich damit einfach nach Wunsch verändern. Mediziner hoffen, mit der neuen Methode Patienten mit schweren Erbkrankheiten oder HIV heilen zu können. Doch Forscher haben ethische Bedenken, die Genschere beim Menschen anzuwenden.

DAS PRUNKTOR VON PERSEPOLIS
Im Iran sind Archäologen auf einen naturgetreuen antiken Nachbau des prächtigen babylonischen Ischtar-Tors gestoßen. Vermutlich gab Kyros der Große, der Gründer des persischen Weltreichs, den Auftrag zu der monumentalen Kopie.

DIE SAAT DER STERNE
Das interstellare Medium, das den Raum zwischen den Sternen füllt und den Baustoff für neue Sterne liefert, ist viel komplexer und dynamischer, als Astronomen bisher vermutet haben.

TESLA-CRASH: DAS ENDE DES AUTOPILOTEN?
Im Frühjahr verunglückte in den USA ein Wagen, der automatisch fuhr. Der Fahrer kam dabei ums Leben. Experten erklären, was der Unfall für die Entwicklung des autonomen Fahrens bedeutet.

HUNDEMÜDE ODER TIERISCH WACH
Manche Tiere schlafen seltsam, Delfine etwa nur mit einer Hirnhälfte. Wissenschaftler nutzen die Erkenntnisse aus dem Tierreich, um zu ergründen, warum und wie wir Menschen schlafen.

 

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Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Crispr/Cas9 ist ein sperriger Begriff. Dennoch sollten Sie ihn sich merken. Denn er steht für ein neues, brisantes Werkzeug der Gentechnik. Crispr/Cas9 ist eine Schere, mit der sich jede beliebige DNA zurecht schneidern lässt. Experten sagen, dass wir damit die Natur derart leicht und effektiv umbauen können, wie bei keinem menschlichen Eingriff zuvor – im Guten wie im Schlechten. So kompliziert das Thema auch ist, jeder von Ihnen muss wissen, was da geschieht. Deshalb lege ich Ihnen unsere aktuelle Coverstory ab Seite 10 besonders ans Herz.

Es ist die letzte von mir mitverantwortete Titelgeschichte. Kurze Reminiszenz: Bei meiner ersten Ausgabe im März 1994 (im Bild) als bdw-Chefredakteur ging es im Titel um die Kohlenstoff- Fußbälle C60 und darum, was Forscher daraus alles entwickeln können. Das Ergebnis ist unter heutigem Blickwinkel eher enttäuschend.

Über 272 Monatsausgaben hinweg und bei Dutzenden von bdw-plus, Spezials, Extras und weiteren Erzeugnissen durfte ich in vielfacher Weise Weichen stellen für bild der wissenschaft.

Mein Ziel war stets, unsere Leserinnen und Leser niveauvoll, optisch eindrucksvoll, vor allem aber verlässlich über die aktuellen Entwicklungen in der Wissenschaft weltweit zu informieren. Erfolgreich sein konnten wir nur als Gruppe, und so hatte die Redaktion jene Freiräume, die für kreative Arbeit notwendig sind. Freiraum gab mir der Verlag auch bei der Suche meines Nachfolgers. Ich freue mich sehr, Ihnen mit Dr. Alexander Mäder einen Wissenschaftsjournalisten präsentieren zu können, der sein Handwerk rundum beherrscht und viele Ideen zur Erneuerung des Magazins mitbringt.

Ich selbst bleibe der Marke mehr als nur freundschaftlich verbunden. In meiner neuen Funktion als Redaktionsdirektor für Sonderprojekte werde ich alles tun, um bild der wissenschaft in der angewandten Forschung noch tiefer zu verankern. Und dann sind da noch die wissenschaftsnahen Events und Leserreisen, die wir ausbauen möchten.

Ich bedanke mich bei Ihnen allen für die Aufgeschlossenheit und bei vielen für die langjährige Treue. Machen Sie es gut!

Ihr Wolfgang Hess

 

Im Juni war ich auf einer Tagung des Deutschen Ethikrats in Berlin und traf in der Kaffeepause die Kollegin einer bekannten Zeitung. Sie hielt ihr Smartphone in der Hand und wartete auf die Bestätigung der Redaktion, dass mit ihrem Artikel alles in Ordnung sei. "Wann erscheint denn dein Text?", fragte sie mich. "Im Oktoberheft", antwortete ich, und sie lachte. Für eine Zeitungsredakteurin wie sie war das noch eine Ewigkeit hin. Für mich auch, denn ich habe lange tagesaktuell gearbeitet – erst bei der Berliner Zeitung, später bei der Stuttgarter Zeitung.

Nun arbeite ich bei einem Monatsmagazin und habe auf einmal Zeit. Hier kann ich gründlicher recherchieren und habe mehr Platz für meine Geschichten. Das ist ein Vorteil – auch in unserer schnelllebigen Welt. Ich glaube, dass sich Zeitungen und Magazine gut ergänzen: Eine Zeitung berichtet über das, was gerade passiert, während in einem Magazin steht, was über den Tag hinaus wichtig bleibt: bild der wissenschaft berichtet – seit mehr als 50 Jahren – über die Entdeckungen in der Forschung, die es sich zu merken lohnt. Es ehrt mich, diese traditionsreiche Marke nun weiterführen zu dürfen, die ich seit meiner Schulzeit in den 80er-Jahren kenne.

Aus meinem Besuch beim Deutschen Ethikrat ist übrigens ein Kommentar zur Genschere Crispr/Cas9 entstanden, der in dieser Ausgabe auf den Seiten 24/25 steht. Meinungsbeiträge sind mir ein Herzensanliegen: Forschung ist zu wichtig für die Gesellschaft, als dass man nicht darüber reden sollte. Zur gründlichen und verständlichen Information soll in bdw auch die anregende Diskussion gehören. Die Kommentatoren haben natürlich nicht immer recht, aber ihre Argumentation sollte nachvollziehbar sein. Wenn Sie auf meinen Kommentar antworten oder etwas am Heft loben oder kritisieren möchten, dann schreiben Sie mir: alexander.maeder@konradin.de. Ich freue mich auf Ihre Post.

Alexander Mäder

PS: Den schnellen Medien bleibe ich auch weiterhin verbunden: Sie finden mich mit dem Blog "Heureka!" auf ScienceBlogs.de, unter dem Namen @methodenkritik auf Twitter und natürlich auf unserer tagesaktuellen Website wissenschaft.de. Dort gebe ich zum Beispiel freitags Lese-Empfehlungen fürs Wochenende.

 

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Der Buchtipp

Im 19. Jahrhundert versuchten ein paar tollkühne Pioniere, das Wetter vorherzusagen. Sie stiegen mit Ballons so hoch hinauf, bis sie ohnmächtig wurden, und verwandelten ihre Gärten in Labore. Das Buch erzählt ihre spannenden Lebensgeschichten.

 

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