bild der wissenschaft 8/2013

ANTIMATERIE AUS DEM ALL

Entstand sie durch den Zerfall Dunkler Materie?

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_ANTIMATERIE
Aus dem All rasen mehr Positronen zur Erde als je gedacht. Rund 400 000 dieser Antimaterie-Partikel hat der AMS-Detektor in der Internationalen Raumstation registriert. Wo kommt die Antimaterie her?

SCHWERPUNKT NATUR_DIE ÄRA DER WELTGÄRTNER
Wirklich unberührte Flecken auf dem Globus gibt es kaum noch. Darum fordert eine Gruppe von engagierten Ökologen: Der Weltgärtner, der die Natur aktiv gestaltet, soll den klassischen Naturschützer ablösen.

STREITWAGEN AUS DEM FELS
Rund 3000 Jahre alt sind rätselhafte Felsgravuren in Ostanatolien. Ein türkischer Archäologe hatte vor Kurzem eine zündende Idee, wozu die Vertiefungen einst gedient aben könnten: als Schablonen für die Herstellung von Streitwagenrädern.

YES, DER MUMIENKATER
Forscher balsamierten eine Katzenleiche so ein wie die alten Ägypter angesehene Tote. Sie wollten wissen: Verformen sich Knochen und Gewebe?

SMS RUFT SOS
Für Verschüttete zählt jede Minute. Mit einer neuen Technik lassen sie sich präzise orten – vorausgesetzt, sie haben ein eingeschaltetes Mobiltelefon bei sich.


ZUR SACHE - Gedanken unseres stellvertretenden Chefredakteurs
Nichts als Gegensätze

Sie haben sich gründlich in den Haaren, die Ökologen. Eric S. Higgs, Professor für Umweltforschung in Kanada, musste sich gar die Frage von Naturschützern gefallen lassen, ob er auf die „dunkle Seite" gewechselt sei. Sein Fauxpas: In einem Kreis innovativer Köpfe hatte er eine „Ökologie der Neuartigkeit" entwickelt. Sie stieß den traditionellen Naturschützern sauer auf.

Der provokante Ansatz von Higgs und seinen Mitstreitern: Der Naturschutz alter Manier hat versagt – es gibt kaum noch unberührte Natur, die man in Reservaten konservieren kann. Der Mensch hat längst eine neue Rolle: Er ist Gärtner der ganzen Welt, Heger und Pfleger neu zusammengesetzter Ökosysteme. Und es ist an der Zeit, das laut zu sagen, meinen die Öko-Rebellen – nachzulesen in unserem Schwerpunkt Natur ab Seite 18.

Konservative Naturschützer sind entsetzt. So fürchtet der kalifornische Wissenschaftler Tim Caro: Wenn der Schutz weitgehend intakter Natur weltweit aufgegeben wird, wirkt das wie eine Einladung zum Plündern der verbliebenen ökologischen Ressourcen. Und welche Regierung stellt noch Geld für den Naturschutz zur Verfügung, wenn der Eindruck entsteht, dass es sowieso nichts mehr zu schützen gibt?

Streit auch unter Didaktikern und Linguisten, die alle nur das Beste für Migrantenkinder wollen. Sie sollen gut Deutsch sprechen lernen, um besser integriert zu werden. Doch wie dies gelingen kann, darüber herrscht tiefste Uneinigkeit. Taucht die Kinder in ein intensives Sprachbad, dann lernen sie ein gutes Deutsch als Zweitsprache, sagen die einen. Bloß nicht, protestiert die Gegenseite und propagiert stattdessen eine sanfte Sprachdusche. Ab Seite 70 kreuzen die Deutsch-Dozenten die Klingen.

Und nicht einmal der Himmel gibt Ruhe, wie unser Titelthema belegt: Noch nie zuvor haben Astrophysiker so viel Antimaterie im All gemessen. Der AMS-Detektor auf der Internationalen Raumstation – unten rechts auf dem Titelbild zu sehen – hat den Schauer registriert.

Gegen, kontra und anti also im Himmel und auf Erden. Harmoniebedürftige Naturen können sich mit einem Satz von Theodor Fontane trösten. Der war übrigens nicht nur Schriftsteller, sondern auch konfliktgewohnter Journalist: „Alles regelt sich nach dem Gesetz des Gegensatzes, das zugleich ein Gesetz des Ausgleichs ist."


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Der Buchtipp

Der italienische Ökologe und Insektenforscher Gianumberto Accinelli erklärt Dominoeffekte in der Natur kindgerecht und mit einer Prise Humor. Sein Sachbuch ist Wissensbuch des Jahres 2017 in der Kategorie Perspektive.

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