bild der wissenschaft 4/2015

Wenn das Licht verrückt spielt
> Fotos vom Unsichtbaren
> Die erste echte Tarnkappe
> Rechnen mit gefrorenem Licht

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT



TITEL
VERRÜCKTES LICHT
Forscher fotografieren Unsichtbares und lassen Sichtbares unter einer Tarnkappe verschwinden. Sie halten Lichtstrahlen an und verdrehen sie. Gegenüber derart bizarrer Physik verblassen die wildesten Fantasien.

PRO & KONTRA VORSORGEMEDIZIN
Wer regelmäßig zur Vorsorge geht, hofft, gute Chancen zu haben, nicht an Darm-, Brust- oder Prostatakrebs zu sterben. Zu Recht? bdw nennt die wichtigsten Argumente dafür und dagegen.

„ISEE-3 BITTE MELDEN"
Deutschen Funkamateuren und amerikanischen Weltall-Archäologen ist es gelungen, den Kontakt zu ISEE-3 wiederherzustellen. Die Raumsonde war 15 Jahre lang verschollen.

VERGISS ES!
Forscher verstehen immer besser, wie das Vergessen funktioniert. Dadurch können sie Patienten helfen, schmerzhafte Erinnerungen und sogar Traumata dauerhaft zu löschen.

FREISPRUCH FÜRS FRACKING
Ist die brachiale Fördertechnik ein Ausweg aus der deutschen Abhängigkeit von russischen Erdgas-Importen? Das öffentliche Ansehen der Methode ist miserabel. Doch Geowissenschaftler geben Entwarnung.


Editorial


Martin Stratmann ist bei der Max-Planck-Gesellschaft so lange aktiv,

wie ich bei bild der wissenschaft: seit 1980. Wenn man den aktuellen Präsidenten Stratmann fragt, was sich bei der Max-Planck-Gesellschaft, kurz MPG, seit jenen Tagen verändert hat, antwortet er: „Eigentlich alles!" Damals sei das eine sehr konservative Gesellschaft gewesen, geprägt von älteren Herren. Frauen hätte es in der Chefetage so gut wie gar nicht gegeben. Die meisten Institute hatten festes Personal, und die Doktoranden kamen im Wesentlichen aus Deutschland: „Es war eine Wissenschaftsorganisation, die in Deutschland beheimatet war und in Deutschland rekrutiert hat."

Heute dagegen sei die Max-Planck- Gesellschaft eine Institution, die USamerikanischen Forschungsuniversitäten stark ähnelt – mit Doktoranden und Postdocs aus aller Welt und Strukturen, die auch jungen Wissenschaftlern eine hohe Selbstständigkeit bieten. Und noch etwas habe sich verändert: „Damals waren wir Max-Planck-Wissenschaftler längst nicht so stark der internationalen Konkurrenz ausgesetzt wie heute."

Im Interview mit bild der wissenschaft (ab Seite 74) beantwortet der angesehene Korrosionsforscher Stratmann alle Fragen frank und frei – ohne leergedroschene Worthülsen. Mehr noch: Er hat seine Äußerungen auch bei der Autorisierungsschleife, die bei Interviews in Deutschland Brauch ist, nicht korri giert oder entschärft. Sonst wird dabei oft ordentlich „geglättet".

Am Rande unseres Gesprächs ging der neunte MPG-Präsident auch auf das Wechselspiel Wissenschaft/Wirtschaft ein. Mit lobenden Worten: „Wir haben in Deutschland im Bereich der großen Naturwissenschaften ein hervorragendes Umfeld: Ich kenne kein anderes Land, in dem Sie mit einem Abschluss in Physik, Informatik, Mathematik oder Chemie so tolle Berufschancen in der Industrie haben."

Übrigens: Was sich im Journalismus/ Wissenschaftsjournalismus seit 1980 getan hat, ist ähnlich spannend wie die Veränderungen bei der Max-Planck- Forschung. Doch davon ein andermal.

Ihr

Wolfgang Hess, Chefredakteur

 

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Rätsel: Berühmte Entdecker gesucht

 

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Der italienische Ökologe und Insektenforscher Gianumberto Accinelli erklärt Dominoeffekte in der Natur kindgerecht und mit einer Prise Humor. Sein Sachbuch ist Wissensbuch des Jahres 2017 in der Kategorie Perspektive.

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