bild der wissenschaft 1/2013

HOTLINE ZUM HIMMEL

Wie der Glaube den Menschen prägt

UNSERE HIGHLIGHTS DIESEN MONAT

TITEL_HOTLINE ZUM HIMMEL
Hirnforscher und Psychologen fanden Erstaunliches heraus über den Zusammenhang von Religion mit Lebensangst und Intelligenz, auch über Merkmale einzelner Länder. Tatsächlich verändert der Glaube sogar Hirnstrukturen.

DAS 1000-DOLLAR-GENOM
Es kostet immer weniger und dauert nur noch rund eine Viertelstunde, das Erbgut eines Menschen komplett zu sequenzieren. Das eröffnet neue Perspektiven für Mediziner und Ökologen – und für die Polizei.

DIE SELTSAME GRENZE DES SONNENSYSTEMS
Die Übergangszone zwischen dem Sonnensystem und dem interstellaren Raum ist völlig anders, als die Astrophysiker sie sich vorgestellt haben. Das zeigen neue Daten der Raumsonden Voyager und IBEX.

DEIN SMARTPHONE ERKENNT DICH
Für Passwortmuffel kommen bessere Zeiten: Neue Zugangstechniken identifizieren die Besitzer an typischen Verhaltensmerkmalen.

DIE MÄCHTIGEN VON BRODGAR
Archäologen entdeckten auf den Orkney-Inseln das älteste Kultzentrum Britanniens. Auf der Landzunge von Brodgar residierten einflussreiche Clans der Jungsteinzeit.


ZUR SACHE - Gedanken unseres Chefredakteurs

Der endgültige deutsche Ausstieg aus der Kernenergie ist seit dem 6. Juni 2011 von der Regierung Merkel beschlossen. Dass sich die öffentliche Auseinandersetzung dadurch dem Ende zuneigen würde, haben die wenigsten geglaubt. Zu verbissen bekämpfen sich Gegner und Befürworter seit den 1970er-Jahren. Aktuell entfacht sich neuer Streit um das Endlagerkonzept. Hochradioaktive Elemente müssen in Deutschland für mindestens eine Million Jahre sicher verwahrt werden. Gorleben – fast schon Endlagerstätte – wird stärker denn je infrage gestellt. Eine Endlagerung im Salz sei doch nicht so sicher, wie viele Jahre verbreitet wurde, sagen inzwischen selbst immer mehr Geowissenschaftler. Neue Standortmöglichkeiten müssen gesucht und geprüft werden.

Unterdessen werden die ersten KKWStandorte „rückgebaut", wie es im Experten-Slang heißt. Auch dieser Rückbau kostet vor allem eines: Zeit. Schwach- und mittelaktiv verstrahlte Elemente sollen im früheren Eisenerzbergwerk Schacht Konrad unter dem Stadtgebiet von Salzgitter landen – ab 2019! Nicht radioaktiv kontaminierte Bauteile könnten unmittelbar nach der Stilllegung abgebrochen, abtransportiert, im besten Fall sogar recycelt werden. Ich habe einen beginnenden Abriss hautnah im baden-württembergischen Neckarwestheim miterlebt. An dem atomaren Doppelstandort wurde 2011 das Gemeinschaftskernkraftwerk GKN 1 stillgelegt. Im Sommer 2012 lud die EnBW Presse und Kommunalpolitiker zum Gang über das Betriebsgelände ein, wo wir den Abbruch der Kühltürme live mitverfolgen konnten.

Wie es deutschlandweit um den Abriss der Kernkraftwerke steht, dokumentiert bild der wissenschaft in dieser Ausgabe ab Seite 90. Autor des Beitrags ist Konstantin Zurawski, einer unserer journalistischen Experten in Sachen Kernenergie. Vor anderthalb Jahren beschrieb er zusammen mit seinem Kollegen Martin Borré den Stand der Endlagerung (7/2011, „Wohin mit dem strahlenden Erbe").

Zurawski, den wir seit seinem Redaktionspraktikum 2007 schätzen, setzt sich gerne mit schwierigen Fragen zur Technik auseinander. Über seine aktuelle Recherche sagt er: „Gemauert hat niemand. Doch bisher hat kein Stromversorger einen detaillierten Plan, um ein 1000 Megawatt starkes und langjährig betriebenes Kernkraftwerk endgültig abzubauen." Über die Kosten lassen sich die Betreiber nicht gerne aus. Grob geschätzt, soll der Rückbau zwischen einer halben Milliarde und anderthalb Milliarden Euro kosten – abhängig von Größe, Typ und Kontamination der Anlage. Und die Mittel sollen auch zurückgelegt worden sein.


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