Forschungsstation als Bewegungskünstler

In der internationalen Antarktisforschung ist die Neumayer-Station III eine feste Größe, dabei bewegt sie sich – und das nicht zu knapp: Etwa 157 Meter legt die Station jährlich zurück. Neumayer III steht auf dem Ekström-Schelfeis, einem schwimmenden Teil des antarktischen Eisschildes. Der Bau driftet nicht nur in der Waagrechten, sondern ist auch in der Höhe verstellbar. Das Gebäude steht auf einer Plattform, die von 16 Stelzen getragen wird und immer 6 Meter oberhalb der Schneedecke verharrt. Fällt neuer Schnee, können Techniker die Plattform mit einer hydraulischen Hebevorrichtung anheben. Damit die Station dann aber nicht von einem starken Wind fortgetragen wird, ist ihre Form so ausgelegt, dass sie den eisigen Südpolstürmen wenig Angriffsfläche bietet.

Das Alfred-Wegener-Institut betreibt die Forschungsstation seit 2009. Im antarktischen Sommer leben und arbeiten bis zu 50 Menschen an Deutschlands südlichstem Arbeitsplatz – im Winter wird es ruhiger: Dann ist mit einem Koch, drei Ingenieuren, einem Arzt und vier Wissenschaftlern nur noch das Überwinterungsteam vor Ort. Namensgeber der Station ist Georg von Neumayer, ein Geophysiker und Hydrograph, der sich im 19. Jahrhundert mit Herzblut in der Südpolarforschung engagierte.

Foto: AWI/Stefan Christmann

© wissenschaft.de - Ruth Rehbock/Xenia El Mourabit
10.11.2016
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