Monströser Maulheld

Schlanker Körper, scharfe Zähne, großes Maul – diese Merkmale kennzeichnen die Familie der Barten-Drachenfische. Zu ihnen gehört auch die Unterfamilie der Schuppenlosen Drachenfische (Grammatostomias dentatus), die in der Tiefsee des Atlantiks leben – und ohne Probleme auch Beutetiere der eigenen Größe verschlingen können, indem sie ihr Maul bis zu 120 Grad weit aufreißen. Wie ihnen das gelingt, konnten nun die beiden Forscher Nalani Schnell vom Musée National d'Histoire Naturelle in Paris und David Johnson von der Smithsonian Institution herausfinden. Die Tiefseefische besitzen zwischen dem Hinterhauptbein und dem ersten Halswirbel ein Knorpelsegment. "Bei den meisten anderen Fischen ist der erste Halswirbel direkt mit dem Kopf verbunden, und es gibt kein flexibles Gelenk dazwischen", erklärt Nalani Schnell. Öffnen die Drachenfische ihr Maul, um eine Beute zu schnappen, schieben sie den Kiefer vor und den Kopf weit zurück. Das Knorpelsegment am Hinterkopf ermöglicht es ähnlich einem Gelenk, dass sie das Maul so weit aufklappen können. Die Forscher entdeckten den zusätzlichen Knorpel an konservierten Museumstücken des Schuppenlosen Drachenfischs. Er ist bislang der einzige Tiefseeorganismus, an dem Biologen das flexible Knorpelsegment beobachten konnten. Zum Bild: An diesem Grammatostomias dentatus sind die Gräten rot eingefärbt und die Knorpelpartien blau.

Foto: Nalani Schnell, MNHN

© wissenschaft.de - Karin Schlott
09.02.2017
Reload-Capcha neu laden Text der identifiziert werden soll

Bitte geben Sie zusätzlich noch den Sicherheitscode ein!

Rubriken

 


Harte Nuss
Rätsel: Berühmte Entdecker gesucht

 

Der Buchtipp

Henning Beck hat eine lange Liste von Fehlern und Schwächen unseres Gehirns zusammengetragen. Dennoch verteidigt der Neurowissenschaftler unser Denkorgan: Gerade wegen seiner Fehler sei es flexibel und kreativ und jedem Computer überlegen.

Zu allen Buchtipps


Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Konradin Mediengruppe