Stressfreie Symbiose

Obwohl schön anzusehen, dokumentiert das Foto eine bedrohliche Entwicklung: die Korallenbleiche als globale Folge des Klimawandels. Durch die erhöhten Wassertemperaturen und den steigenden Salzgehalt ist das Ökosystem Korallenriff größerem Stress ausgesetzt. Damit gerät auch eine lebenswichtige Partnerschaft aus dem Gleichgewicht. Denn die Korallen verlieren ihren Symbiosepartner, das Symbiodinium. Diese Alge sorgt für die Photosynthese und damit für Nahrung der Korallen. Ist die Symbiose gestört, kommt es zur Korallenbleiche. Zurück bleibt der Holobiont, das durchscheinende Skelett der toten Koralle.

Forscher um Michael Ochsenkühn vom Red Sea Research Center der King Abdullah University of Science and Technology in Thuwal, Saudi Arabien, haben jetzt im Roten Meer molekulare Mechanismen erforscht, die helfen könnten, die Korallenbleiche zu reduzieren. Die Korallenriffe im Roten Meer stellen ein geeignetes Modell-Ökosystem dar, da die Symbionten eine sehr hohe Temperaturtoleranz haben. Außerdem ist der Salzgehalt im Roten Meer sehr hoch.

Die Forscher fanden heraus, wie die Meeresbewohner in diesen Bedingungen überleben: Durch die hohe Salzkonzentration produzieren die Symbiodinium-Algen eine Substanz, die die Osmose in den Zellen der Algen und der Korallen beeinflusst. Das macht die Nesseltiere widerstandsfähiger und unterstützt die Photosynthese-Fähigkeiten der Algen, wie die Forscher feststellten.

Ochsenkühn und seine Kollegen hoffen, dass es mit ihren Forschungen möglich wird, das Korallensterben einzudämmen. Ihre bisherigen Ergebnisse haben sie im Fachmagazin Science Advances veröffentlicht.

Foto: Anna Roik

© wissenschaft.de - Ruth Rehbock/Karin Schlott
17.08.2017
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