Geschichten für den Umweltschutz

Auf diesem Bild sitzen junge und alte Massai aus dem Kenianischen Rift Valley am Lagerfeuer zusammen, während die Alten den Jungen Geschichten erzählen. Mit den Erzählungen geben sie auch Wissen über ihre Umwelt an die nächste Generation weiter. Genau das wollen Wissenschaftler fördern – und zwar mit "Storytelling Projects". Àlvaro Fernández-Llamazares und Mar Cabeza von der Universität Helsinki sehen im Geschichtenerzählen ein erfolgsversprechendes Mittel zur Wahrung der biologischen und kulturellen Vielfalt einer Region. Sie fordern Natur- und Umweltschützer auf, die Kunst des Geschichtenerzählens zu nutzen, um das kulturelle Erbe einheimischer Völker wiederzubeleben und die Biodiversität zu erhalten.

"Wenn Naturschützer den Geschichten zuhören, verstehen sie vielleicht das einheimische Weltbild besser. Das Geschichtenerzählen kann dann den Dialog erleichtern", erklärt Fernández-Llamazares. Durch das Erzählen erfahren nicht nur die Kinder und Jugendlichen der Gemeinschaft mehr über das ökologische Wissen der Bevölkerung, sondern auch Wissenschaftler und Naturschützer.

Praktische Beispiele gibt es bereits: So ruft ein Projekt in Madagaskar durch das Erzählen von Geschichten auf dem lokalen Radiosender zum Schutz der Lemuren auf. In den USA stellt eine mobile Schaubude mit Erzählungen vor, wie die ansässige Gemeinde für den Naturschutz in den Bergen der Sierra Nevada eintritt. Ein weiteres Projekt unterstützt Jugendliche in Nord-Kenia. Sie schreiben die Geschichten nieder, die ihnen ihre Eltern über die Wildnis erzählen.

"Diese ersten Initiativen schließen die Lücke zwischen der Wiederbelebung kultureller Traditionen und dem Erhalt der Natur", sagt Fernández-Llamazares. Sie sollen helfen, neue Wege zur Wahrung der biokulturellen Vielfalt zu beschreiten.

Foto: Joan de la Malla

© wissenschaft.de - Ruth Rehbock
07.09.2017
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