Minustrend in der Arktis

Jedes Jahr im September messen Physiker die Ausdehnung der arktischen Eisfläche, um das sogenannte Septemberminimum zu ermitteln. Damit können Forscher das Ausmaß der globalen Erwärmung berechnen, denn um diese Jahreszeit schrumpft das Arktiseis auf seine kleinste Größe, bevor es im Herbst und Winter wieder zu wachsen beginnt. Die Messung der Meereisdecke geschieht einerseits mithilfe von Satelliten und andererseits per Flugzeug: Wie hier im Bild fliegen die Wissenschaftler über das Eis und lassen einen Mess-Torpedo hinab, der 15 Meter über dem Boden die Umgebung scannt.

Das Ergebnis der Forscher von 2017 lautet: Das Eis ist auf eine Größe von etwa 4,7 Millionen Quadratkilometern abgeschmolzen. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahrzehnte fort, so die Forscher um Marcel Nicolaus vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven – das Meereis schrumpft. Zwar sei die vorhandene Eisfläche etwas größer als im vergangenen Jahr, doch im Durchschnitt liegt sie deutlich unter den Werten von 1979 bis 2006. "Wir befinden uns mit dem diesjährigen Wert weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. So ist die jeweils im September gemessene Meereisfläche in den vergangenen elf Jahren geringer gewesen als in allen Jahren davor", sagt Nicolaus.


Meereisminimum im Jahresvergleich (Grafik: meereisportal.de)

Die Meereisfläche bestimmten Forscher von den Universitäten Bremen und Hamburg mithilfe von hochaufgelösten Mikrowellen-Satellitendaten, die eine genaue Analyse der täglichen Meereisdecke ermöglichen. Das ist auch für die Schifffahrt von Interesse. Schiffe könnten die Nordost-Passage ohne Eisbrecher befahren.

Foto: Esther Horvath/iLCP

© wissenschaft.de - Ruth Rehbock
14.09.2017
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