Ein Stern mit Schale

Die Astronomen der Europäischen Südsternwarte überraschten schon häufiger mit erstaunlichen Aufnahmen – nun ist ihnen mit dem Radioteleskop ALMA (Atacama Large Millimeter/submillimeter Array) in Chile eine weitere wichtige Beobachtung gelungen. Im südlichen Sternbild Luftpumpe, lateinisch Antlia, entdeckten sie einen roten Stern, von dem eine Blase aus Materie abstrahlt. Der Stern namens U Antliae ist ein Kohlenstoffstern. Das heißt, er ist kühl, leuchtet sehr hell und befindet sich in der Endphase seines Lebens. Wie die Astronomen vermuten, verringerte sich vor ungefähr 2700 Jahren die Masse des Sterns. Die verlorene Materie bildet heute eine Art Schale um den Stern.

Mithilfe von ALMA können die Astronomen Bilder mit unterschiedlichen Wellenlängen im Millimeter- und Submillimeterbereich anfertigen. So ließ sich auch die Struktur der Blase um U Antliae sehr viel differenzierter abbilden als bisher. Im Foto oben zeigen die verschiedenen Farben, wie sich die Materie in der Schale bewegt. Blau gibt Material wieder, das zwischen der Erde und dem Zentralstern liegt und sich zur Erde hin bewegt. Rot eingefärbtes Material treibt vom Stern weg, aber nicht in Richtung Erde.

Foto: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/F. Kerschbaum

© wissenschaft.de - Ruth Rehbock/Karin Schlott
21.09.2017
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