Geheimnisvoller Riese

Im Yellowstone Nationalpark im US-Bundesstaat Wyoming liegt einer der größten Vulkane der Welt: der Yellowstone. Sein letzter großer Ausbruch ereignete sich vor etwa 630.000 Jahren. Der dabei entstandene Einsturzkrater erstreckt sich fast über die gesamte Breite des Nationalparks. Obwohl bereits 1871 durch eine wissenschaftliche Expedition ausführlich beschrieben, haben Forscher noch vor zwei Jahren ein weiteres Magma-Reservoir entdeckt. Jetzt deuten Seeboden-Bohrkerne aus dem Santa Barbara Becken vor der kalifornischen Küste darauf hin, dass der Vulkan vor 630.000 Jahren nicht nur einmal, sondern zweimal ausgebrochen ist – und das in einem Zeitraum von weniger als 300 Jahren. Gesteinsproben von Land sind im Laufe der Jahrtausende so stark komprimiert und durch Wettereinflüsse verändert worden, dass man bisher von nur einem Ausbruch ausgegangen war.

Dieses Ergebnis hat ein Forscherteam um James Kennett von der University of California Santa Barbara auf der jährlichen Tagung der Geological Society of America vorgestellt. Die Gruppe hatte zwei Bohrproben vor der Küste von Santa Barbara genommen und die einzelnen Schichten analysiert. Dabei entdeckten die Forscher zwei voneinander getrennte Sedimente Vulkanasche, die im Abstand von etwa 270 Jahren entstanden waren. Sie nahmen einen geochemischen Fingerabdruck der beiden Sedimentschichten und konnten diese eindeutig dem Yellowstone zuordnen. Außerdem deuten die Zusammensetzung der Sauerstoffisotope aus der Bohrprobe und versteinertes Plankton darauf hin, dass auf beide Eruptionen ein vulkanischer Winter – eine Kältephase nach einem Vulkanausbruch – von ungefähr 80 Jahren folgte. In dieser Zeit war die Temperatur der Meeresoberfläche um bis zu drei Grad gesunken.

Foto: kwiktor/iStockphoto

© wissenschaft.de – Jana Burczyk
09.11.2017
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