Ich sehe was, was du nicht siehst

Höhlen- und Tiefseefische, zu denen auch Lachsheringe (Maurolicus muelleri (Foto)) gezählt werden, sind optimal an die lichtarme Umgebung angepasst, in der sie leben: Die meisten Arten haben in ihrer Netzhaut nur noch Lichtsinneszellen, die auf Hell-Dunkel-Wahrnehmung spezialisiert sind und bereits bei geringer Lichtintensität aktiviert werden, sogenannte Stäbchen. Sinneszellen für die Farbwahrnehmung, die erst bei höherer Lichtintensität aktiv sind, sogenannte Zapfen, sind im Verlauf der Evolution oft verloren gegangen. Manche Arten kommen sogar ganz ohne Augenlicht aus. Lachsheringe werden zwar ebenfalls als Tiefseefische bezeichnet, doch ihnen reichen Stäbchen allein nicht aus. Sie leben in Wassertiefen, in die nur wenig Licht vordringt, zur Nahrungssuche kommen sie allerdings während der Dämmerung nach oben. Ihre Augen sind an das Leben mit wechselnder Lichtintensität perfekt angepasst – Eine neue Art Lichtsinneszelle, die Wissenschaftler der University of Queensland kürzlich in der Netzhaut von Lachsheringen entdeckten, macht es möglich:

In der Netzhaut der Lachsheringe fand das Team einen einzigen Rezeptortyp, was typisch für Tiefseefische ist. Wegen der Form haben die Forscher diese Lichtrezeptoren zunächst für Stäbchen gehalten. Doch bei genauerer Analyse der Zellen stellte sich heraus, dass sie auch Eigenschaften von Zapfen hatten. „Unsere Ergebnisse helfen, die Evolution der Sehorganen von Wirbeltieren etwas besser zu verstehen", sagt Fanny de Busserolle aus der Forschungsgruppe. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht.

Foto: Dr. Wen-Sung Chung/ University of Queensland

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