Achterbahn statt Yoga

Urs Willmann
Stress – Ein Lebensmittel
Pattloch, München 2016
304 S., € 19,99
ISBN 978–3–629–13071–6
E-Book für € 17,99
ISBN 978–3–629–32090–2

Sanfte Entspannungsklänge und ein bisschen Meditation bei Dämmerlicht, Stichwort: Entschleunigung. Ist doch sonst ‧alles so stressig! Solche Ratschläge gibt Urs Willmann nicht. Dem Wissenschaftsredakteur der "Zeit" geht es in seinem Buch darum, Stress den denkbar schlechten Ruf zu nehmen. Denn er macht uns keineswegs krank, schlecht gelaunt und bringt uns auch nicht verfrüht unter die Erde, ist Willmann überzeugt.

Ganz im Gegenteil: Wir brauchen Stress in unserem Leben. Nicht Burn-out, sondern Bore-out heißt das Problem – krank und unglücklich werden eher Arbeitslose als Manager. So wie ‧ohne Belastung kein Muskelwachstum stattfindet und ein bisschen Hunger dem Körper gut tut, so fördert milder Stress die Selbstheilungskräfte, meint Willmann. Manchmal sorgen wir sogar selbst dafür, dass wir ‧einen Adrenalin-Kick bekommen, etwa wenn wir Achterbahn fahren oder einen Thriller im Fernsehen anschauen.

Willmann beleuchtet bei Gesprächen mit Wissenschaftlern, Künstlern und ‧Basejumpern den Stress in allen Lebenslagen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse würzt er mit Anekdoten und Er‧zählungen. Entstanden ist eine prickelnde Lektüre – dauergestressten und tiefenentspannten Mitmenschen ‧gleichermaßen zu empfehlen.

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Der Buchtipp

Im 19. Jahrhundert versuchten ein paar tollkühne Pioniere, das Wetter vorherzusagen. Sie stiegen mit Ballons so hoch hinauf, bis sie ohnmächtig wurden, und verwandelten ihre Gärten in Labore. Das Buch erzählt ihre spannenden Lebensgeschichten.

 

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