Inflationstheorie bestätigt: Astronomen entdecken den "Dreiklang der Schöpfung"

Wir können jetzt detailliert der Musik der Schöpfung lauschen. So fasst Barth Netterfield von der Universität Toronto die Resultate zweier Forschergruppen zusammen, die kaum noch Zweifel an der Richtigkeit der Theorie vom inflationären Universum lassen. Die Forscher präsentierten ihre Ergebnisse auf der Frühjahrstagung der American Physical Society.
Gemäß der Inflationstheorie hat sich unser Universum nach dem Urknall innerhalb eines winzigen Sekundenbruchteils um das 100-Billionen-Billiarden-fache aufgebläht. Damit wurden die aufgrund der Quantenmechanik immer vorhandenen winzigen Dichteschwankungen auf die Größe von Galaxien aufgeblasen, womit man deren Existenz erklärt.

Wenn das richtig ist, dann müssen in der kosmischen Hintergrundstrahlung ? dem Nachglimmen des Urknalls ? kleine Temperaturschwankungen nachweisbar sein. Als Folge der Inflationstheorie müssten nämlich 400.000 Jahre nach dem Urknall Schallwellen aus einem Grundton und mehreren Obertönen unser Universum durchzogen haben. Diese Schallwellen müssten sich heute bei Messungen der Hintergrundstrahlung als "Peaks" bemerkbar machen. Die Forscher haben nun weitere vorhergesagte Unregelmäßigkeiten in der kosmischen Hintergrundstrahlung entdeckt.

" DASI - ein drei Millionen teures Interferometer, das die National Science Foundation in ihrer Forschungsstation am Südpol betreibt - sieht die beiden ersten Peaks und hat starke Hinweise auf die Existenz des dritten gefunden", sagt John Carlstrom von der Universität Chicago. "Mit diesen neuen Daten sieht die Inflationstheorie ganz schön stark aus. Theoretisch war sie immer überzeugend. Jetzt steht sie auch auf festem experimentellem Boden."

Der erste und stärkste Peak, der dem Grundton entspricht, war bereits vom Boomerang-Experiment entdeckt worden. Die Messinstrumente befanden sich in einem Ballon, der 1998 zehn Tage lang über der Antarktis schwebte. Auf den zweiten Peak, der dem ersten Oberton entspricht, gab es bisher nur vage Hinweise.

Aus dem Verhältnis der Intensität des ersten Peaks zu der des zweiten konnten die Forscher darüber hinaus berechnen, dass nur 4,5 Prozent der Masse und Energie im Universum aus gewöhnlicher Materie besteht. Eine neue, detaillierte Datenauswertung der Boomerang-Gruppe konnte die Ergebnisse der DASI-Gruppe bestätigen.
Axel Tillemans


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