US-Südwesten wird trockener

Veränderungen der Sommer-Niederschläge im Süden der USA (rot = weniger) (Grafik: Pascale et al./ Princeton University/ NOAA)

Noch während die USA unter den Folgen gleich mehrerer Tropenstürme leiden, haben Klimaforscher die nächste Hiobsbotschaft parat: Ihre Modelle zeigen, dass die Klimaerwärmung den Nordamerikanischen Monsun deutlich schwächen wird. Als Folge könnte es im ohnehin trockenen Südwesten der USA in den Sommermonaten bis zu 40 Prozent weniger regnen als bisher. Für Arizona, New Mexico und Teile von Nevada und Texas könnte dies einen noch größeren Wassermangel bedeuten als teilweise jetzt schon.

Auch wenn US-Präsident Donald Trump den Klimawandel für eine Erfindung Chinas hält, nimmt die fortschreitende Erwärmung darauf wenig Rücksicht – eher im Gegenteil: Gerade die USA sind in schon jetzt mehrfacher Hinsicht vom Klimawandel betroffen. So sind sich Klimaforscher inzwischen weitgehend einig, dass die extremen Regenfälle der jüngsten Hurrikans und Tropenstürme eine Folge der wärmeren Atmosphäre und Meere sind. Auch die zunehmenden Dürren und Waldbrände in Kalifornien und anderen US-Bundesstaaten gelten als erste Anzeichen des sich wandelnden Klimas in Nordamerika. In vielen Waldbeständen der USA leiden Bäume zudem schon unter den für sie zu schnellen klimabedingten Veränderungen, wie Wissenschaftler 2016 berichteten. Schon länger prognostizieren Klimamodelle zudem, dass die Winter-Regenfälle im Süden der USA künftig deutlich zurückgehen könnten.

Geschwächter Monsun

Wie sich jedoch der Klimawandel auf die vorwiegend vom Nordamerikanischen Monsun (NAM) geprägten Sommer-Niederschläge in den US-Südstaaten auswirken wird, blieb bislang offen. Diese Großwetterlage bringt einerseits dringend nötige Niederschläge in diese eher trockenen Regionen, kann andererseits aber auch zu Starkregen und Sturzfluten führen. "Konsens war bisher, dass die globale Erwärmung den Monsun verzögern wird", erklärt Erstautor Salvatore Pascale von der Princeton University. "Doch was ansonsten damit geschieht, war unklar." Denn der Monsun wird sowohl von der komplexen Geografie der Region beeinflusst als auch von Fern-Effekten wie den Meerestemperaturen, was seine Simulation sehr anspruchsvoll macht. Pascale und seinen Kollegen ist es nun jedoch gelungen, den Nordamerikanischen Monsun und seine Einflussfaktoren im Modell nachzubilden. Dadurch konnten sie simulieren, wie sich eine Verdopplung des atmosphärischen Kohlendioxids auf diese Großwetterlage auswirken wird.

Das Ergebnis: Steigen die CO2-Werte ungebremst und die Mittel-Temperaturen um zwei Grad, schwächt sich der sommerliche Monsun über dem Süden der USA deutlich ab. "Im Juli und August wird dann eine signifikante Abnahme der Regenfälle südlich des 28. Breitengrads und leicht nördlich davon auftreten", berichten die Forscher. In den US-Bundesstaaten Arizona und New Mexico sowie im Nordwesten Mexikos könnten dadurch im Sommer bis zu 40 Prozent weniger Regen fallen. Diese zunehmende Trockenheit wird dort zudem bis in den Oktober hinein anhalten, wie die Simulationen ergaben. "Diese Trends stimmen gut mit aktuellen Beobachtungen überein, die schon jetzt darauf hindeuten, dass die Niederschläge in Arizona in den letzten Jahren stark nachgelassen haben", sagen Pascale und seine Kollegen. Immerhin gibt es auch eine gute Nachricht: Die heftigen Gewitter und Starkgegenfälle, die im Südwesten der USA häufig für Sturzfluten und Überschwemmungen sorgen, werden ebenfalls weniger.

Auch wenn diese Prognose bisher nur auf einem Klimamodell basiert, sehen die Wissenschaftler sie als durchaus wahrscheinlich an – und als einen Grund, sich schon jetzt auf die kommenden Veränderungen vorzubereiten. "Wasser-Infrastruktur-Projekte benötigen bis zu einem Jahrzehnt, um geplant und gebaut zu werden", sagt Pascale. "Daher benötigen sie frühzeitig Informationen über die künftigen Klimaentwicklungen, um die Wasserversorgung in trockenen Zeiten sicherstellen zu können."

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