Mehr Besuche der kalten Schwester von „El Niño"

Darstellung der Temperaturrverhältnisse beim La Niña-Ereignis 2007. Blaue Bereiche zeigen überdurchschnittlich niedrige Oberflächentemperaturen im Pazifik an. Wikipedia, gemeinefrei.

Dürre in Australien, Überschwemmungen in Südamerika... wenn das berühmt-berüchtigte Klimaphänomen „El Niño" mit seinen warmen Wassermassen den Ostpazifik heimsucht, spielt das Wetter auf der Welt verrückt. Einen ähnlich durcheinanderwirbelnden Effekt hat auch das kalte Gegenstück „La Niña". Obwohl dieses Phänomen mit kühlen Strömungen daherkommt, wird der Klimawandel uns auch diese Plage nun häufiger bescheren, berichten Forscher.

Beim Klimaphänomen El Niño schwächt sich der Auftrieb von kaltem und nährstoffreichem
Wasser im östlichen Pazifik so stark ab, dass es vor der südamerikanischen Westküste zu ungewöhnlich hohen Oberflächentemperaturen kommt. Doch die Folgen dieses Phänomens bleiben nicht lokal begrenzt – es ist mittlerweile gut belegt, dass El Niño mit charakteristischen Wetterkapriolen auf der ganzen Welt in Zusammenhang steht. „Bisherige Untersuchungsergebnisse belegen eine Verdoppelung der Häufigkeit von extremen El-Niño-Ereignissen – unsere neue Studie zeigt nun Ähnliches für das kalte Gegenstück," sagt Mat Collins von der University of Exeter.

Prognose: Doppelt so häufig La Niña

Er und seine Kollegen haben durch neue Klimasimulationen untersucht, wie sich die globale Erwärmung auf die Häufigkeit von La Niña auswirken könnte. Dieses Wetterphänomen tritt meist im Wechsel mit El Niño auf und geht mit ungewöhnlich hohen Luftdruckunterschieden zwischen Südamerika und dem westlichen Pazifik einher. Dies facht die Passatwinde an, was dazu führt, dass im Pazifik warmes Oberflächenwasser nach Südostasien getrieben wird. Vor der Westküste Südamerikas strömt dadurch wiederum kaltes Wasser nach, was zu Temperaturen von bis drei Grad Celsius unter dem Durchschnitt führt.

Die Kalkulationen der Forscher kamen nun zu dem Ergebnis: Die erhöhte Landerwärmung, verbunden mit einer Zunahme der Häufigkeit von extremen El Niño-Ereignissen, könnte alle13 Jahre zu einem starken La Niña-Ereignis führen, anstatt bisher durchschnittlich nur alle 23 Jahre. Diese mögliche Verdopplung könnte zu großen sozioökonomischen Schäden führen, warnen die Forscher. Es hat sich bereits gezeigt, dass La Niña beispielsweise mit der erhöhten Wahrscheinlichkeit für Dürren im Südwesten der USA, Überschwemmungen im Bereich des westlichen Pazifiks und mit einer Zunahme von Hurrikans im Atlantik verknüpft ist.

Es drohen Dürre und Flut im Wechsel

Besonders problematisch sei den Forschern zufolge dabei auch, dass rund 70 Prozent der La Niña-Ereignisse voraussichtlich unmittelbar in den Jahren nach einem El Niño auftreten werden. Das könnte dazu führen, dass einige Regionen der Welt im Wechsel mit gegenteiligen Wetterkapriolen zu rechnen haben: Auf Dürren könnten sintflutartige Regenfälle folgen, was eine Anpassung an neue klimatische Bedingungen deutlich erschwert. Die neuen Studienergebnisse machen Collins zufolge erneut deutlich: „Wir beginnen gerade erst die Konsequenzen der globalen Erwärmung zu begreifen", so der Klimaforscher.

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