Auf der Spur der Tornados

2007 fegte dieser Tornado über Elie in Manitoba, Kanada. (Foto: J. Hobson)
2007 fegte dieser Tornado über Elie in Manitoba, Kanada. (Foto: J. Hobson)

Tornados und schwere Stürme sind längst keine Phänomene mehr, die vor allem in den USA vorkommen. Inzwischen gibt es auch bei uns immer häufiger verheerende Unwetter, die Schäden in Milliardenhöhe anrichten - in jüngster Zeit etwa in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. In der aktuellen Ausgabe von bild der wissenschaft stellt bdw-Autor Klaus Jacob einen Mann vor, der solche Unwetter mit ungewöhnlichen Methoden erforscht und ihnen folgt: Marco Kaschuba ist ein sogenannter Stormchaser. Er jagt den Stürmen teilweise unter Lebensgefahr hinterher.

Der gelernte Meteorologe Kaschuba ist einer von ein paar Hundert Sturmjägern in Deutschland. Wie die meisten von ihnen freut er sich besonders, wenn er einen Tornado vor die Linse bekommt. "Tornado ist die Königsdisziplin", sagt er. Denn in diesen kleinräumigen Wirbeln entfaltet die Atmosphäre so viel zerstörerische Kraft wie nirgendwo sonst. Wie riesige Staubsauger wandern die grauen Schläuche über das Land. "Da schaut jeder hin und ist begeistert." Dem gegenüber stehen natürlich die Gefahr und die großen Schäden, die solche Stürme anrichten, so wie in den vergangenen Wochen in Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und anderen Teilen von Süddeutschland.

Knapp am Tornado vorbei

Auch bei diesen Ereignissen war Marco Kaschuba dabei, ist zu den Orten des Geschehens gefahren und hat die Schäden dokumentiert. Die Tornados selbst hat er allerdings verpasst - im Schwarzwald am vergangenen Donnerstag sogar äußerst knapp. "Ich war in der Gegend und habe das Gewitter aufgenommen", erzählt er. "Es war dunkel und hat geblitzt. Eine halbe Stunde später habe ich dann festgestellt, dass fünf Kilometer von mir entfernt der Tornado vorbeigezogen ist. Das ist natürlich schon ein bisschen ärgerlich."

Die Chancen, in Europa einen Tornado zu Gesicht zu bekommen, sind gering – auch wenn es in Deutschland zwischen 40 und 60 solcher Stürme im Jahr gibt. "Die meisten von ihnen sind schwach und berühren gar nicht den Boden", erzählt Kaschuba. "Aber zweimal habe ich auch hier schon einen erwischt."

Marco Kaschuba ist ein "Stormchaser" und reist den Stürmen hinterher. Foto: M. KaschubaDie Gefahr richtig einschätzen

Dabei weiß Kaschuba als Stormchaser sehr genau, wie nah er an einen Sturm heranfahren kann und aus welcher Richtung er sich nähern muss. Das ist wichtig, denn tatsächlich sind die Kräfte, die Tornados entwickeln können, gewaltig. Die stärksten erreichen Windgeschwindigkeiten von weit über 500 Kilometer pro Stunde. Dem kann kaum ein Haus widerstehen, der Asphalt der Straßen wird regelrecht aufgesaugt, tonnenschwere Lastwagen wirbeln wie Spielzeug durch die Luft - der amerikanische Spielfilm "Twister" aus dem Jahr 2003 hat das eindrucksvoll gezeigt.

Doch auch die "normalen" Stürme faszinieren Kaschuba. In der Juniausgabe von bild der wissenschaft begleitet Klaus Jacob den Stormchaser bei seiner Arbeit und beschreibt, mit welchem Aufwand er quasi hautnah am Sturm seine Forschungen betreibt. Dabei nimmt Kaschuba, wenn sich irgendwo ein heftiges Unwetter ankündigt, Anreisen von mehreren hundert Kilometern in Kauf - sein Jagdrevier ist ganz Europa.

(Foto: M. Kaschuba)

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