Dinos: Niedergang schon vor dem Einschlag

Hat ihnen der Meteorit den Rest gegeben? (Illustration: estt/iStock)

Mit einem donnernden Paukenschlag verließen die Dinosaurier die Bühne der Evolutionsgeschichte: Der verheerende Meteoriteneinschlag vor rund 66 Millionen Jahren traf sie aber offenbar bereits auf dem absteigenden Ast, geht aus einer aktuellen Studie hervor. Die Dinosaurier hatten den Zenit ihres evolutionären Erfolges demnach schon Jahrmillionen vor der Apokalypse überschritten.

Klar ist: Die Dinosaurier waren ausgesprochene Erfolgsmodelle der Evolution. Sie dominierten die Tierwelt der Erde rund 150 Millionen Jahre lang und brachten im Laufe dieser Ära eine enorme Artenvielfalt hervor. Auch das Ende der Kreidezeit war noch klar von diesen Wesen geprägt. Doch dann war wohl schlagartig Schuss: Ein Meteoriteneinschlag vor 66 Millionen Jahren fegte die Dinosaurier von der Erde. Von diesem Inferno zeugen heute noch die Überreste eines gewaltigen Kraters im Bereich der mexikanischen Halbinsel Yucatan. Durch die globalen Klimafolgen dieser Katastrophe brachen überall die Nahrungsketten zusammen - dies gilt als Ursache für das Aussterben aller Dinosaurierarten mit Ausnahme der Vorfahren der heutigen Vögel.

Wie stand es um die "Karriere" der Dinos?

Es wurde bereits vermutet, dass die Ökosysteme der Dinosaurier zur Zeit des Einschlags eher instabil waren. Die Forscher um Manabu Sakamoto von der University of Reading haben nun erstmals umfassend untersucht, in welcher Phase sich die "evolutionäre Karriere" der Dinosaurier vor dem katastrophalen Ende befand. Sie gingen dieser Frage durch statistische Analysen nach: Anhand von Datenbanken zu Fossilienfunden werteten sie systematisch den Verlauf des Artenreichtums am Ende der Kreidezeit aus.

In den Ergebnissen zeichnete sich ab: Die Dinosaurier-Arten starben in dieser Zeit in einem schnelleren Tempo aus als neue entstanden. Dieser negative Trend hatte bereits 50 Millionen Jahre vor dem Meteoriteneinschlag begonnen, berichten Sakamoto und seine Kollegen. Mit anderen Worten: "Obwohl der Meteoriteneinschlag wohl der Hauptgrund für das endgültige Verschwinden der Dinosaurier war, scheint nun klar, dass sie im evolutionären Sinne den Höhepunkt ihrer Entwicklung schon überschritten hatten", sagt  Sakamoto. Ihm und seinen Kollegen zufolge war überraschend, wie klar sich dies abzeichnete.

Obwohl es zwar grundsätzlich bei allen Dinosauriergruppen beim Artenspektrum bröckelte, waren den Ergebnissen zufolge manche besonders betroffen: Am stärksten wurde demnach der Artenschwund bei den langhalsigen Sauropoden deutlich. Bei den Theropoden – den zweibeinigen Sauriern, zu denen beispielsweise auch T. rex gehörte – lief der Niedergang hingen eher schleichend ab, berichten die Forscher. "Irgendetwas hatte schon vor dem Einschlag die Dinosaurier daran gehindert, genau so schnell neue Arten hervorzubringen wie die alten ausstarben", resümiert Sakamoto.

Probleme mit der Anpassungsfähigkeit?

Dies bestätigt frühere Theorien, wonach nicht nur der Meteoriteneinschlag, sondern mehrere ungünstige Entwicklungen am Ende der Kreidezeit zum Aus der Dinosaurier geführt haben. Vor allem die verstärkte vulkanische Aktivität auf der Erde in dieser Zeit kommt dabei in Frage, aber auch das Auseinanderbrechen der Kontinente. Es könnten dadurch instabile klimatische Bedingungen entstanden sein, mit denen die Dinosaurier eher schlecht zurecht kamen.

Andere könnten dabei hingegen anpassungsfähiger gewesen sein – die Vorfahren der Vögel und die Säugetiere. Das Schwächeln der Dinosaurier könnte es ihnen ermöglicht haben, sich bereits vor dem Einschlag auszubreiten und ökologische Nischen zu besetzen. Irgendwie gelang es einigen dann sogar, das Inferno zu überstehen – im Gegensatz zu den einstigen Herrschern der Erde. Nachdem die Dinos dann restlos vernichtet waren, konnten die Vögel und Säugetiere ihre evolutionäre Erfolgskarriere voll entfalten – eine Entwicklung, die letztlich auch den Menschen hervorgebracht hat.

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