Die beste Lage auf dem Mond

 Der Shackleton-Krater könnte gute Bedingungen für eine zukünftige Mondbasis bieten. Illustration: NASA
Der Shackleton-Krater könnte gute Bedingungen für eine zukünftige Mondbasis bieten. Illustration: NASA
Der Krater "Shackleton" am Südpol des Mondes ist älter als bislang angenommen und enthält daher möglicherweise mehr Eis als gedacht. Damit könnte er sich gut als Standort für eine künftige Mondbasis eignen, die aus den Eisvorkommen Wasser beziehen könnte. Das vermuten Wissenschaftler um den Geologen Paul Spudis vom Lunar and Planetary Institute in Houston nach einer genauen Altersbestimmung des Kraters, die sie anhand detailreicher Bilder der ESA-Raumsonde SMART-1 durchgeführt haben. Der Krater ist demnach rund 3,6 Milliarden Jahre alt ? bisherige Schätzungen gingen von einem deutlich geringeren Alter zwischen einer bis 3,3 Milliarden Jahren aus. Eis könnte sich dort also über einen wesentlich längeren Zeitraum angesammelt haben, hoffen die Forscher.
Die Forscher haben zwei Theorien, wie Eis auf den Mond gelangt sein könnte. Demnach war es möglicherweise der Einschlag wasserhaltiger Kometen, der große Mengen von Eis auf den Mond brachte. Für eine kontinuierliche Versorgung mit Wasser könnte dagegen der sogenannte Sonnenwind sorgen: Dieser permanente Strom geladener Teilchen enthält große Mengen Wasserstoff. Sobald er auf sauerstoffreiches Mondgestein trifft, bildet sich daraus Wasser, vermuten die Forscher.

Der untersuchte Shackleton-Krater hat einen Durchmesser von rund 20 Kilometern. Seine Lage am Südpol verhilft ihm zu einer besonderen Beleuchtung: Während der Rand des Shackleton-Kraters fast permanent von der Sonne bestrahlt wird und damit gute Voraussetzungen für die Energiegewinnung bietet, liegt der Kratergrund dauerhaft im Schatten. Im dunklen Teil könnte sich daher Wasser in Form von Eis angesammelt haben, hoffen die Forscher.

Sie sehen im Shackleton-Krater einen geeigneten Stützpunkt für eine künftige Mondbasis. Sichere Beweise für das Vorhandensein von Wassereis auf dem Kratergrund haben die Wissenschaftler aber noch nicht. Bessere Daten erhoffen sie sich unter anderem von einer indischen Mondmission, die im September den Satelliten Chandrayaan-1 in eine Mondumlaufbahn bringen soll.
Nature, Onlinedienst (DOI:10.1038/news.2008.987)

Originalarbeit der Wissenschaftler: Paul Spudis (Lunar and Planetary Institute, Houston) et al.: Geophysical Research Letters, Bd. 35, Artikel L14201

ddp/wissenschaft.de ? Markus Zens


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