Mit der Seilbahn durchs Weltall

Mit einem in der Erdumlaufbahn aufgespannten Seil wollen amerikanische Forscher die Position von Satelliten korrigieren. In einem ersten Testlauf sollen zwei Minisatelliten an beiden Enden das rund einen Kilometer lange Seil festhalten, während sich ein dritter Satellit entlang der Verbindung bewegt. Die Forscher um Bob Twiggs von der Stanford-Universität in Kalifornien wollen dabei untersuchen, wie stabil sich die Dreierformation im Erdorbit bewegt und ob das Seil dem Einschlag von Mikrometeoriten widersteht. Am 17. April sollen die drei Satelliten vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abheben.
Die drei Satelliten sind so groß wie Schuhkartons und werden in einer Höhe von 750 Kilometern das ein Kilometer lange und nur wenige Millimeter dicke Seil aufspannen. Wie die Gondel einer Seilbahn soll sich dann der dritte Minisatellit dazwischen bewegen. Eine komplette Strecke wird rund sieben Tage dauern, schätzen die Forscher. Alle drei Satelliten haben Navigationsgeräte für eine exakte Positionsbestimmung an Bord. Damit können die Forscher verfolgen, wie das Seil aufgespannt ist und wo sich das mittlere Gerät gerade befindet.

Mit einer Kamera soll die Satellitengondel das aus drei Einzelfäden verdrillte Seil abtasten und auf Zerstörungen durch kleinste Meteoriten absuchen. Forscher des amerikanischen Unternehmens Tethers Unlimited haben dem Seil eine netzartige Struktur gegeben, so dass es Einschlägen widerstehen sollte. In Zukunft könnte die Position von Satelliten über solche Seilbahnen korrigiert werden, beispielsweise wenn sie an Höhe verlieren. In den Vorstellungen der Forscher können Trägerraketen neue Satelliten auch am unteren Seilbahnende anliefern. Der Transportmechanismus hievt die Satelliten dann kosten- und treibstoffsparend auf eine weiter außen liegende Umlaufbahn.
New Scientist, Onlinedienst

ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer


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