Die Raumfahrt setzt Segel

Erfolg der Segel-Technologie: Am 7. Juni 2015 entfaltete sich das 32 Quadratmeter große Sonnensegel LightSail-A der Planetary ­Society in der Erdumlaufbahn. Bald soll eine weitere Testmission folgen. (Bild: The Planetary Society)

Segel brachten einst die Menschheit zu neuen Ufern – nun wird das Konzept zunehmend wieder in der Raumfahrt aktuell: Lichtsegel sollen Raumfahrzeuge in die Ferne tragen. Die große Vision ist dabei: Die Technik könnte eines Tages interstellaren Sonden enorme Geschwindigkeiten verpassen. Über die Entwicklungen auf dem Gebiet des Weltraum-Segelns berichtet bdw-Autor Thorsten Dambeck in der aktuellen Ausgabe von bild der wissenschaft.

Wie so oft in der Technologie-Geschichte, haben Science-Fiction-Autoren die Entwicklung von Weltraumantrieben durch Sonnensegel "vorausgesehen", wie Dambeck mit einem kleinen Exkurs in die Welt dieses Genres aufzeigt. Die Autoren wussten, dass das Prinzip funktionieren könnte, denn bereits seit 1883 war die Grundlage bekannt: Licht übt auf einen beleuchteten Körper einen Druck aus. Im Weltall können sich diese schwachen Kräfte aufsummieren und zu einem Antriebseffekt führen.

Aus Fiction wird Science

Mittlerweile ist aus der Fiction bereits Science geworden: Es gibt erste Prototypen von Raumfahrzeugen, die durchs All segeln. Dambeck berichtet in seinem bdw-Artikel unter anderem über die erfolgreiche Ikaros-Mission der japanischen Weltraumbehörde JAXA: Eine 300-Kilogramm-Sonde wurde zusammen mit dem japanischen Satelliten Venus Climate Orbiter auf einen Kurs zur Venus geschossen – zunächst durch einen konventionellen Antrieb. Dann entfaltete Ikaros ein 200-Quadratmeter großes Sonnensegel, das der Sonde im Laufe von sechs Monaten eine Zusatzgeschwindigkeit von etwa 100 Metern pro Sekunde verpasste. Die Japaner planen nun ein Nachfolgeprojekt dieser Mission: Ein Sonnensegel soll eine Sonde zum Jupiter befördern, wie Dambeck in seinem Artikel im Detail berichtet.

Offenbar gibt es aber auch noch weit futuristisch anmutendere Visionen im Bereich des Weltraum-Segelns. Die Idee: Statt nur Sonnenlicht zu nutzen, könnte man die Segel mit leistungsstarken Lasern anstrahlen. Dazu gibt es bereits spannende Konzepte: Eine Laser-Anlage könnte in der Umlaufbahn der Erde kreisen und kleine Sonden durch Strahlen enorm beschleunigen. 26 ­Pro­zent der Lichtgeschwindigkeit scheinen dadurch möglich. So wären Minisonden in 30 Minuten beim Mars oder könnten sich auf eine 15-jährige Reise nach Alpha Centauri machen – unserem son­nennächsten Fix­stern. Auch diese spannende Science-Fiction-Vision scheint also im Bereich des Möglichen.

Den detaillierten Artikel "Segeltörn im Weltraum" finden Sie in der aktuellen Ausgabe von bild der wissenschaft.

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