Land in Sicht

Rosetta schwebt knapp acht Kilometer entfernt am Kometen
Rosetta schwebt knapp acht Kilometer entfernt am Kometen "Tschury" vorbei (Foto: ESA/Rosetta/NavCam)

Nach zehn Jahren Reise wird die Raumsonde Rosetta am Mittwoch auf ihrem Zielkometen landen. wissenschaft.de zeigt live die Video-Bilder von der Landung. Trotz langer Planung ist ungewiss, ob die Landung funktionieren wird. Schauen sie zusammen mit den Forschern auf Rosetta und seinen Landeroboter Philae. Live dabei sein, wenn das Dekadenprojekt seinen Zielpunkt ansteuert.

Wissen Sie noch, was Sie am 2. März 2004 getan haben? Wie alt waren Sie, wie alt Ihre Kinder? Gab es sie überhaupt schon? An jenem Dienstag vor gut zehn Jahren startete die Raumsonde Rosetta auf der Erde und machte sich auf den Weg zum Kometen mit dem langen Namen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Damals hatte keine Raumsonde je direkten Kontakt mit einem Kometen gehabt und man wollte und will nach wie vor mehr über die Himmelskörper erfahren.

So wird die Landung ablaufen

Bereits im vergangenen Sommer konnten die Rosetta-Forscher der Europäischen Raumfahrt-Agentur ESA einen großen Erfolg für sich verbuchen. Anfang August erreichte die Raumsonde den Kometen und fliegt seitdem in immer engeren Bahnen um dessen Oberfläche. Pyramidenförmig näherte sie sich dem Himmelskörper und erforschte von außen dessen Oberfläche auf der Suche nach einem idealen Landeplatz. Seit Mitte September steht der anvisierte Ort fest, der den schlichten Namen "J" trägt.

Um dorthin zu gelangen, wird sich zunächst der Roboter, der auf dem Kometen landen soll, von Rosetta lösen. "Philae", wie die Forscher ihn getauft haben, wird um 9.35 Uhr MEZ am Mittwoch von der Sonde abgesetzt, allerdings zunächst in 22,5 Kilometern Höhe über dem Kern des Kometen. Im Schritttempo bewegt sich Philae dann in Richtung Kometenoberfläche, wo der Roboter sieben Stunden später aufsetzen soll. Die Landebestätigung durch die ESA-Bodenstationen wird gegen 17 Uhr erwartet.

Beim Landeanflug wird sich Philae in die Oberfläche des Kometen bohren (foot screw, harpoons), um so Halt zu finden (Foto: ESA/Rosetta/NavCam).

Die große Unbekannte

Ausgerechnet die Oberfläche ist aber die große Unbekannte im Kometen-Manöver. Es hatte schon einmal eine Sonde direkten Kontakt mit einem Kometen. Im Jahr 2005 traf das Gefährt "Deep Impact" auf 9P/Tempel 1. Doch der Krater, der dabei in den Kometen gerissen wurde, wirbelte so viel Staub auf, dass die Bilder undeutlich blieben und auch bei einem zweiten Versuch Jahre später keine scharfen Aufnahmen entstanden. Um diesen Effekt zu vermeiden, wird Philae nun extrem langsam abgesetzt. Falls der Roboter dennoch zurückprallen und ins offene All entweichen sollte, hätte die Mission ihren Höhepunkt verfehlt. Falls sie aber wie geplant gelingt, wäre es zum ersten Mal in der Raumfahrgeschichte möglich, Untersuchungen direkt am Kometen durchzuführen.

 

Livestream am Mittwoch: Seien Sie dabei

In Kooperation mit 3sat und der Wissenschaftssendung "nano" zeigt wissenschaft.de im Livestream Anflug und Landung von Philae.

Los geht's am Mittwoch, den 12. November 2014 ab 9.45 Uhr - "nano" berichtet live aus dem European Space Operations Centre in Darmstadt von der Abkopplung des Landeoroboters Philae. 

Ab 16.30 Uhr wird's dann spannend: Um diese Zeit wird sich herausstellen, ob Philae sicher auf Tschury gelandet ist.

Abends um 19.30 Uhr folgt dann eine Zusammenfassung der gesamten Rosetta Mission.

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