Flexible Zwerge

 Bild: MediaFarm/Niels Bohr Institute
Bild: MediaFarm/Niels Bohr Institute
Planeten bilden sich nur um Sterne, die einen großen Anteil an schweren Elementen haben ? das stimmt nur für Gas-Giganten wie Jupiter und Saturn. Kleine Planeten sind nach neuen Ergebnissen eines internationalen Forscherteams relativ anspruchslos. Sie entstehen um verschiedene Arten von Sternen, auch um solche, die nur sehr wenig schwere Elemente erhalten.
Anzeichen für die Existenz von 3.000 Planeten bei anderen Sonnen haben Astronomen bislang entdeckt. Forscher um Lars Buchhave von der Universität in Kopenhagen haben nun die Sterne von 2.300 dieser Exoplaneten genauer untersucht. Als Grundlage dienten Daten des Weltraumteleskops Kepler. ?Wir wollten herausfinden, ob sich Planeten nur um bestimmte Sterne bilden, oder ob es einen Zusammenhang zwischen der Größe eines Planeten und dem Typ des Sterns gibt, um den er kreist?, sagt Buchhave.

Ein neues Sonnensystem mitsamt Planeten entsteht durch den Kollaps einer Gaswolke. Enthält genügend Elemente, die schwerer sind als Helium und Wasserstoff, können sich Planeten bilden. ?Genügend schwere Elemente? hieß bislang: Mindestens die Hälfte der schweren Elemente der Sonne.

Die Ergebnisse von Buchhaves Team legen nun nahe, dass für die Entstehung kleiner Planeten auch sehr viel weniger ausreicht: ?Im Vergleich zu Gas-Giganten ist die Existenz kleinerer Planeten nicht von einem Stern mit einem hohen Anteil schwerer Elemente abhängig. Planeten mit bis zur vierfachen Größe der Erde bilden sich um verschiedene Arten von Sternen ? auch um solche mit wenigen schweren Elementen?, berichtet Buchhave von seiner Entdeckung. Ein Anteil von einem Viertel der schweren Elemente der Sonne reicht demnach aus.

Viele, kleine, alte Planeten

Eine weitere Überraschung brachte die große Zahl der Sterne, um die kleine Planeten kreisen. Erdähnliche Planeten sind also vermutlich sehr viel weiter verbreitet als gedacht. Und älter. Denn in seinen Kindheitsjahren enthielt das Universum noch nicht so viele schwere Elemente wie heute. Entsprechend konnten sich auch keine großen Planeten bilden, wohl aber kleinere.

Das widerspricht in keiner Weise der allgemein anerkannten Theorie zur Entstehung von Planeten, sagen die Forscher, sondern präzisiert sie lediglich: Für die Bildung der riesigen Gas-Giganten bedarf es einer großen Menge an schweren Elementen, damit sich schnell genug ? also etwa binnen fünf Millionen Jahren ? große Planetenkerne bilden können, die Gase in ihrer Umgebung halten. Deutlich kleinere Mengen schwerer Elemente reichen dafür nicht aus, wohl aber, um kleine Planeten entstehen zu lassen.
Lars Buchhave (Universität Kopenhagen) et al.: Nature, doi: 10.1038/nature11121

© wissenschaft.de ? Marion Martin


Reload-Capcha neu laden Text der identifiziert werden soll

Bitte geben Sie zusätzlich noch den Sicherheitscode ein!

Rubriken

 


Harte Nuss
Rätsel: Berühmte Entdecker gesucht

 

Der Buchtipp

Was kommt dabei heraus, wenn sich Alice nicht ins Wunderland verirrt, sondern in eine Vorlesung über Quantenphysik? Eine Reise als intellektueller und ästhetischer Genuss.

Zu allen Buchtipps


Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Konradin Mediengruppe