Zwerggalaxien

Abgesehen von den schon mit bloßem Auge sichtbaren Magellanschen Wolken, die sich um die Milchstraße bewegen, sind Zwerggalaxien nur mit Teleskopen zu erspähen. Wie viele sich in der Lokalen Gruppe tummeln, ist unbekannt. Denn die dunklen Gestalten sind schwer zu erkennen. Rund die Hälfte davon wurde erst im letzten Jahrzehnt durch ausgefuchste Beobachtungsmethoden aufgespürt. Das Problem: Die Sterne sind so spärlich, dass sie sich nicht leicht von den Sternen der Milchstraße im Vordergrund unterscheiden lassen. Die 260 000 Lichtjahre entfernte sphäroidale Draco-Zwerggalaxie zum Beispiel wurde lange schlicht übersehen, obwohl sie am Himmel so groß ist wie der Vollmond.

Die meisten Zwerggalaxien sind nahe Satelliten der Milchstraße oder des Andromeda-Nebels. Nur zwei sphäroidale Zwerge ziehen eine einsame Bahn in der Ferne: Die Cetus- und Tucana-Zwerggalaxie mit 2,5 beziehungsweise 2,2 Millionen Lichtjahren Distanz von der Milchstraße und 2,9 beziehungsweise 4,4 Millionen Lichtjahren von Andromeda. Die meisten sphäroidalen Zwerge enthalten kaum Gas und nur wenig schwere Elemente, außerdem haben sie wahrscheinlich seit über zehn Milliarden Jahren keine neuen Sterne mehr gebildet. Es handelt sich bei ihnen wohl um archaische Fossilien aus der Urzeit der Lokalen Gruppe.

Zwerggalaxien variieren sehr stark in ihrer Masse und Leuchtkraft. Manche bringen es nur auf 1000 Sonnenmassen, andere auf 10 Millionen, manche lediglich auf die Leuchtkraft von 1000 Sonnen, andere auf 100 Millionen. Auch ihr Anteil an schweren Elementen ist unterschiedlich – bei Leo A zum Beispiel sehr niedrig, bei M 32 recht hoch –, aufgrund der geringeren Sternbildung ist er aber im Schnitt beträchtlich niedriger als in der Milchstraße.

Reload-Capcha neu laden Text der identifiziert werden soll

Bitte geben Sie zusätzlich noch den Sicherheitscode ein!

Rubriken

 


Harte Nuss
Rätsel: Berühmte Entdecker gesucht

 

Der Buchtipp

Henning Beck hat eine lange Liste von Fehlern und Schwächen unseres Gehirns zusammengetragen. Dennoch verteidigt der Neurowissenschaftler unser Denkorgan: Gerade wegen seiner Fehler sei es flexibel und kreativ und jedem Computer überlegen.

Zu allen Buchtipps


Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Konradin Mediengruppe