Smogschäden sind erblich

Eine starke Belastung der Mutter mit Abgasen verändert bei ungeborenen Kindern molekulare Markierungen auf der DNA, was später zu Asthma führen kann. Das haben Forscher herausgefunden, als sie bei Schwangeren in Manhattan die Schadstoffbelastung und weiße Blutkörperchen aus der Nabelschnur untersuchten. Die Wissenschaftler glauben, damit ein hilfreiches Warnsignal für Asthma gefunden zu haben.
Die Forscher untersuchten die Markierung des Lungen-Gens ACSL3 durch kleine Moleküle, die an bestimmten DNA-Bausteinen hängen. Diese sogenannte Methylierung beeinflusst, wie oft das Gen zum Einsatz kommt und in ein Protein übersetzt wird. Solche Eigenschaften, die vererbbar sind, aber nicht direkt mit dem DNA-Code zusammenhängen, werden als epigenetische Informationen bezeichnet.

Außerdem trugen die Mütter für einige Zeit Messgeräte, die Luftbelastungen durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe registrierten ? das sind Schadstoffe, die im Straßenverkehr durch unvollständige Verbrennung von Kraftstoffen entstehen. Die Forscher stellten fest, dass die Veränderungen der Methylierung in den Zellen der Kinder mit der Höhe der Schadstoffbelastung zusammenhingen. Außerdem hatten die Kinder mit veränderter Methylierung später ein höheres Asthmarisiko.

Diese Ergebnisse sind in zweierlei Hinsicht interessant, erklären die Forscher: Zum einen liefern sie einen weiteren Beleg epigenetischer Effekte, die in der Vererbungslehre eine immer größere Rolle spielen. Zum anderen könnten die Beobachtungen helfen, Methoden zur Früherkennung von Asthma-Erkrankungen zu entwickeln.
Frederica Perera (Columbia University, New York) et al.: PLoS ONE (Ausgabe vom 13. Februar)

ddp/wissenschaft.de ? Martin Rötzschke


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