Was Männer munter macht

 Eine gute Tasse Espresso rüttelt Männer stärker wach als Frauen. Bild: Plataforma SINC
Eine gute Tasse Espresso rüttelt Männer stärker wach als Frauen. Bild: Plataforma SINC
Koffein wirkt bei Männern stärker als bei Frauen. Außerdem setzen erhöhte Wachsamkeit und Aufmerksamkeit schon zehn Minuten nach der ersten Tasse Espresso oder Cappuccino ein, haben spanische Forscher mit Hilfe einiger Hundert kaffeetrinkender Studenten herausgefunden. Selbst entkoffeinierter Kaffee, der lediglich noch eine geringe Restmenge an Koffein enthält, erhöht den Forschern zufolge die Aufmerksamkeit ? allerdings nur für kurze Zeit und auch nur bei Frauen. Ob dies allerdings einer subjektiven Erwartungshaltung zuzuschreiben ist oder ein realer physiologischer Effekt, ist noch nicht klar.
Die Forscher luden 238 männliche und 450 weibliche Studenten zum Kaffeeprobetrinken ein. Die Probanden erfuhren allerdings nicht, ob sie einen koffeinhaltigen Espresso oder ein entkoffeiniertes Getränk zu sich nehmen sollten. Vor und nach dem Trinken erfassten die Forscher mit Fragebögen die Agilität und Wachsamkeit der Teilnehmer. Das Ergebnis: Schon nach zehn Minuten erreichten sowohl Männer als auch Frauen ein deutlich höheres Aktivitätsniveau, wobei Männer messbar mehr von der Genussdroge profitierten als Frauen. Früheren Studien zufolge gingen Wissenschaftler bislang davon aus, dass die Kaffeewirkung erst nach 30 bis 45 Minuten einsetzt.

Die Wirkung von einem bis zwei Tassen Espresso oder Kaffee mit einem typischen Gehalt von etwa hundert Milligramm Koffein hält für rund zwei bis drei Stunden an, schätzen die Forscher. Überraschenderweise zeigte auch eine Tasse entkoffeinierter Espresso mit einem Restgehalt von nur fünf Milligramm Koffein eine, wenn auch geringe Wirkung auf die Wachsamkeit der Testpersonen. Ob dieser Effekt allerdings ausreicht, um auch die Leistungsfähigkeit eines Menschen zu steigern, wollen die Forscher in weiteren Untersuchungen klären.
Ana Adan (Universität in Barcelona) et al.: Progress in Neuro-Psychopharmacology & Biological Psychiatry, Bd. 32, S. 1698

ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer


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