Was Frauenstimmen so richtig anziehend macht

Wie attraktiv Männer eine Frauenstimme finden, hängt auch von der Aussage und nicht nur von der Stimmlage ab: Sagt die Frau "Ich mag dich wirklich", wird ihre Stimme als besonders anziehend empfunden. Bei "Ich mag dich nicht wirklich" hingegen verliert die gleiche Stimme an Attraktivität. Dies haben der Psychologe Benedict Jones von der Universität in Aberdeen und seine Kollegen herausgefunden.
Hohe Frauenstimmen werden von vielen Männern als besonders attraktiv empfunden, da sie Jugend und Fruchtbarkeit suggerieren. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies ein für die Fortpflanzung sinnvoller Mechanismus ist, da dem Menschen nur begrenzt Zeit und Ressourcen zur Verfügung stehen und er deshalb nicht wahllos Fortpflanzungsversuche unternehmen kann. Jones wollte nun in seiner Studie untersuchen, ob es bei der Verarbeitung weiblicher Stimmen nicht noch zusätzlich andere Faktoren gibt, die die Attraktivität steigern oder senken.

Der Forscher ließ vier willkürlich ausgewählte Frauen die Sätze "Ich mag dich wirklich" und "Ich mag dich nicht wirklich" auf Band sprechen. Dann veränderte er die Tonhöhen der Stimmen, einmal nach oben und einmal nach unten. Anschließend stellte er Satzpaare zusammen, beide mit der gleichen Aussage, aber einmal tief und einmal hoch gesprochen. Dreißig Männer hörten sich diese Paare an und mussten danach entscheiden, welche der beiden Stimmen sie als attraktiver empfanden. Am weitaus anziehendsten wirkten auf die Männer diejenigen Stimmen, die sowohl hoch waren als auch "Ich mag dich wirklich" sagten. Um die Wirkung der hohen Stimmlage auszublenden, spielte der Forscher in einem Vergleich dieselben Aufnahmen rückwärts ab ? diesmal war die Anziehungskraft deutlich geringer.

Dies belege, so Jones, dass bei Männern eine evolutionäre Anpassung in der Stimmverarbeitung stattgefunden hat: Ist die Aussage positiv und dadurch eine weitere Investition in die Beziehung gut angelegt, vermittelt dies eine größere Attraktivität.
Benedict Jones (Universität Aberdeen) et al.: Biology Letters, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rsbl.2007.0626

ddp/wissenschaft.de ? Livia Rasche


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