Platztausch im Sonnensystem

 Die Reihenfolge unserer Planeten war nicht immer so wie sie jetzt ist: Uranus und Neptun tauschten ihre Plätze. Bild: www.nasa.gov
Die Reihenfolge unserer Planeten war nicht immer so wie sie jetzt ist: Uranus und Neptun tauschten ihre Plätze. Bild: www.nasa.gov
Die Planeten Uranus und Neptun haben während der Kindheit unseres Sonnensystems ihre Plätze getauscht: In den ersten 650 Millionen Jahren nach seiner Entstehung folgten auf den Gasriesen Saturn ? von innen nach außen ? die kleineren Gasplaneten Neptun und Uranus, hat der amerikanische Astronom Steve Desch mit einer Computersimulation herausgefunden. Erst vor rund vier Milliarden Jahren rückte dann Neptun auf die äußerste Position im Sonnensystem vor, abgesehen natürlich von Pluto, der jedoch mittlerweile zu den Zwergplaneten gezählt wird.
Der Forscher simulierte die Entstehung des Sonnensystems im Computer, indem er die Masse der Planeten sozusagen auf ihren gesamten Orbit verschmierte. Diese Materiescheibe reicherte er virtuell solange mit Wasserstoff und Helium an, bis die Zusammensetzung von Sonne und Scheibe annähernd gleich war. Anschließend betrachtete er die Entwicklung dieser Scheibe im Computermodell. Aus bestimmten Ungereimtheiten in der Simulation schloss Desch, dass die Rechnung nur dann aufgeht, wenn sich Neptun in der Frühphase des Sonnensystems näher an der Sonne befand als Uranus. Im heute rund 4,5 Milliarden Jahre alten Sonnensystem müssen die beiden äußeren Gasplaneten daher nach etwa 650 Millionen Jahre ihre Plätze getauscht haben, schließt der Forscher aus der Simulation.

Die Planeten Uranus und Neptun haben sich in nur zehn Millionen Jahren aus der Materiescheibe herausgebildet, ergab die Simulation. Damit entwickelten sich diese Gasplaneten deutlich schneller als bislang angenommen. Die rasche Planetenentstehung stimmt mit Beobachtungen von sogenannten Exoplaneten und Materiescheiben um andere Sterne überein, betont Desch. Die Ursache für den Positionstausch beider Planeten konnten die Forscher noch nicht benennen.
Mitteilungen der Arizona State University, Phoenix

ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer


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