Die Super-Supernova

 Auf dem Bild vom Dezember 2004 (oben) ist die Supernova noch nicht zu sehen. Zweieinhalb Monate späte rüberstrahlt die Explosion die Nachbargalaxien (unten). Bilder: SDSS, R. Quimby/McDonald Obs./UT-Austin
Auf dem Bild vom Dezember 2004 (oben) ist die Supernova noch nicht zu sehen. Zweieinhalb Monate späte rüberstrahlt die Explosion die Nachbargalaxien (unten). Bilder: SDSS, R. Quimby/McDonald Obs./UT-Austin
Wenn die Schwergewichte unter den Sternen ihr Leben aushauchen, veranstalten sie ein beeindruckendes kosmisches Spektakel: In einer gewaltigen Explosion leuchten sie für wenige Tage heller als eine ganze Galaxie, sie werden zur Supernova. Im Sternbild "Haar der Berenike" hat der amerikanische Forscher Robert Quimby nun eine Supernova entdeckt, die alles bislang bekannte übertrifft: Die Explosion mit der Nummer SN 2005ap leuchtet so hell wie hundert Milliarden Sonnen, berichtet der Forscher.
Die neue Supernova übertrifft die Helligkeit des bisherigen Rekordhalters 2006gy um das Doppelte. Typische Supernovae haben sogar nur ein Dreihundertstel der Strahlkraft der neuen Riesenexplosion. Für Robert Quimby war es dennoch eine mühsame Arbeit, die Supernova in den Aufnahmen des texanischen Hobby-Eberly-Teleskops zu finden. Da sich die Supernova in einer Entfernung von 4,7 Milliarden Lichtjahren ereignete, fiel sie zunächst nicht besonders auf. Erst nach einer genauen Analyse des Spektrums konnte Quimby die Rotverschiebung einiger exotischer Spektrallinien und damit die Entfernung der verheerenden Explosion bestimmen. Daraus ergab sich auch die außergewöhnliche Helligkeit.

Erst vor einem Monat hatte Quimby die Entdeckung der bis dahin hellsten Supernova 2006gy bekanntgegeben. Er hatte sie ebenfalls bei einer systematischen Himmelsdurchsuchung gefunden. "Ich durchsuche ein riesiges Himmelsvolumen, so viel wie alle bisherigen Supernova-Studien zusammen", berichtet der junge Forscher, der gerade seine Doktorarbeit abgeschlossen hat.

Den überraschenden Erfolg seiner Suche erklärt sich Quimby dadurch, dass sich bisherige Studien meist auf bestimmte Explosionen konzentrierten, vor allem auf Supernovae vom Typ Ia. Diese Explosionen entstehen, wenn ein Stern instabil wird, der Materie von einem Begleiter aufsaugt. Auch Zwerggalaxien und Galaxien mit aktiven Schwarzen Löchern wurden bei den meisten Supernova-Suchen von vorneherein ausgeschlossen. Quimby bezog dagegen alle Typen von Explosionen und sämtliche Galaxien mit ein. Die Super-Supernova 2005ap zählt zum Typ II und trat in einer Zwerggalaxie auf. Warum sie eine derart extreme Strahlkraft entwickelte, ist den Forschern aber bislang ein Rätsel.

Quimbys Resultate habe nun die Aufmerksamkeit anderer Forscher auf sich gezogen. Bald sollen weitere Teleskope in Australien, Namibia und der Türkei auf die Jagd nach der nächsten Riesenexplosion gehen.
Robert Quimby (University of Texas, Austin) et al.: The Astrophysical Journal Letters , Bd. 668, S. L99, 20. Oktober 2007

Ute Kehse


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