Ein Schwamm für die Kunst

Italienische Wissenschaftler haben ein magnetisches Gel zur Reinigung alter Gemälde und Marmorskulpturen entwickelt: Es besteht aus einer schwammähnlichen Struktur aus winzigen Partikeln, die Reinigungsmittel aufnehmen kann. Damit lassen sich die Substanzen wohldosiert auf historische Kunstwerken auftragen und dank der magnetischen Eigenschaften der Partikel auch leicht wieder entfernen.
Das Gel stellten die Forscher aus einer schwammartigen Verbindung magnetischer Nanopartikel her, die mit einer sogenannten Mikroemulsion aus einer Mischung von Ölen und Wasser versetzt wird. So entsteht eine zähe Masse, die verschiedene Reinigungsmittel aufnehmen kann. Das Gel ist so fest, dass es mit einem Messer geschnitten und mit einem Spachtel aufgetragen werden kann. So können Restauratoren bei der Arbeit an Bildern, Statuen oder Wandgemälden sehr gezielt nur die Bereiche des Kunstwerks mit dem Gel behandeln, die einer Reinigung bedürfen.

Die Besonderheit des von den Forschern entwickelten Gels ist die einfache und sichere Entfernung der Masse von der Oberfläche des Kunstwerks: Mit einem normalen Magneten lässt sich das Gel ohne jegliche Berührung abziehen, konnten die Wissenschaftler zeigen. Damit kann eine Beschädigung des Kunstwerks vermieden werden.

Der Vorteil von Gelen bei der Restaurierung von Kunstwerken liegt in der besseren Dosierbarkeit der eingesetzten Reinigungsmittel. So kann mit einem Gel verhindert werden, dass Reinigungslösungen zu tief in die Oberfläche des Kunstwerks eindringen und dabei möglicherweise Schaden anrichten. Während Restauratoren bei flüssigen Lösungen mit der Verdampfung zu kämpfen haben, halten die Gele die Substanzen beliebig lange an der gewünschten Stelle fest. Die Schwierigkeit bei den bisher eingesetzten Gelen war jedoch die Entfernung der Masse von den Oberflächen der Kunstwerke.
Massimo Bonini (Universität von Florenz) et al.: Langmuir, Band 23, Seite 8681

ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald


Reload-Capcha neu laden Text der identifiziert werden soll

Bitte geben Sie zusätzlich noch den Sicherheitscode ein!

Rubriken

 


Harte Nuss
Rätsel: Berühmte Entdecker gesucht

 

Der Buchtipp

Henning Beck hat eine lange Liste von Fehlern und Schwächen unseres Gehirns zusammengetragen. Dennoch verteidigt der Neurowissenschaftler unser Denkorgan: Gerade wegen seiner Fehler sei es flexibel und kreativ und jedem Computer überlegen.

Zu allen Buchtipps


Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Konradin Mediengruppe