Erdbeben-Flaute in Los Angeles

Während der vergangenen 12.000 Jahre hat es in der Gegend von Los Angeles vier Perioden mit starker Erdbebenaktivität gegeben. Die letzte dauerte 4.000 Jahre und endete vor etwa 1.000 Jahren, haben US-Forscher entdeckt.
Zurzeit herrscht den Geologen zufolge in der Umgebung der Metropole eine Erdbeben-Flaute, in der selten Erdstöße auftreten, die noch dazu vergleichsweise schwach sind. Das letzte Erdbeben in der Region, das Northridge-Beben von 1994, erreichte die Magnitude 6,7. Es zählt zwar zu den teuersten Erdbeben der amerikanischen Geschichte. Doch James Dolan und seinen Kollegen zufolge sind in aktiveren Zeiten durchaus Erdbeben möglich, bei denen mehr als 10- oder sogar 20-mal so viel Energie freigesetzt wird wie beim Northridge-Beben.

Dolan und Kollegen konnten die Spuren früherer Erdbeben durch Grabungen in den Störungszonen aufspüren. Sie fanden heraus, dass die Erdbeben-Flauten in der Vergangenheit 1.500 bis 2.000 Jahre andauerten. Immer dann, wenn es in der Gegend um Los Angeles ruhig war, rumorte die Erde allerdings in der nordwestlich gelegenen Mojave-Wüste stärker. Dort hat es in den letzten 150 Jahren drei starke Erdbeben mit Magnituden zwischen 7,1 und 7,6 gegeben, bei denen 4- bis 20-mal so viel Energie frei wurde wie beim Northridge-Beben. "Das waren alles sehr starke Erdbeben", sagt Dolan. Allerdings ist die Gegend sehr dünn besiedelt, so dass sich die Schäden in Grenzen hielten.

Der Forscher glaubt zwar nicht, dass die Flaute in Los Angeles bald endet, da sich in der Mojave-Wüste derzeit relativ viel Spannung aufbaut. Allerdings sei es unmöglich, das Ende der ruhigen Zeit vorauszusagen. "Wir leben nun einmal hier, also müssen wir so gut wie möglich verstehen, wie das System funktioniert", sagt der Forscher.

Die eigentliche Ursache der Beben ist die seitliche Verschiebung zwischen der nordamerikanischen und der pazifischen Platte entlang der San-Andreas-Störung, die landeinwärts von Los Angeles liegt. Die Energie der Plattenbewegung kann den Forschern zufolge entweder in den Störungen im Stadtgebiet von Los Angeles abgebaut werden oder östlich der Störung in den Verwerfungen in der Mojave-Wüste. Je nachdem, wo die Kruste tief unter der Erde stärker ins Rutschen gerät, häufen sich dann die Beben.
James Dolan (Universität von Südkalifornien, Los Angeles) et al.: Geology, Bd. 35, Nr.9, S. 35

Ute Kehse


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