Killer-Meteorit leistete ganze Arbeit

Über die Frage, wie das Zeitalter der Dinosaurier endete, debattieren Geowissenschaftler seit Jahren: Die Mehrheit der Forscher ist der Meinung, dass ein Meteoriteneinschlag im Golf von Mexiko den Echsen den Garaus machte. Eine kleine Fraktion um die Geologin Gerta Keller von der University of Princeton besteht dagegen auf der Meinung, erst ein zweiter Einschlag 300.000 Jahre später habe das Massensterben ausgelöst. Nun könnten Gesteine aus dem tropischen Atlantik den Streit zugunsten der Mehrheit entscheiden.
"Die Abfolge der Gesteine ist wie aus dem Lehrbuch", sagt Expeditionsleiter Kenneth MacLeod von der University of Missouri. Sein Team förderte mit Hilfe einer Bohrung im westlichen Atlantik vor der Küste Südamerikas Gesteine ans Tageslicht, die aus der Zeit der Katastrophe stammen. Darin entdeckten sie eine zwei Zentimeter dicke Schicht aus Glaskügelchen. Dabei handelt es sich um Gestein, das bei dem Chicxulub-Einschlag schmolz und dann tausende von Kilometern durch die Luft flog. Direkt unter der Kügelchen-Schicht befanden sich Ablagerungen mit zahlreichen Kieselalgen, die für die Kreidezeit typisch waren. Am oberen Rand der Kügelchen-Schicht entdeckten die Forscher eine erhöhte Konzentration des Metalls Iridium, das vom Meteoriten stammt. In den Ablagerungen über dieser Einschlag-Schicht fanden die Forscher kaum Skelette von Kieselalgen. Die Fossilien, die sie fanden, stammten aus dem Erdzeitalter Paläogen, das auf die Kreidezeit folgte.

"In dieser Schichtenfolge gibt es keine Komplikationen, die die Interpretation erschweren", sagt MacLeod. "Es gibt keine Anzeichen für mehrere Meteoriteneinschläge. Unsere Proben sehen genau so aus, wie man es für einen einzelnen Meteoriteneinschlag mit nachfolgendem Massensterben erwarten würde." Der Streit unter den Geologen hatte sich vor allem anhand von Gesteinsschichten aus der Nähe der Einschlagstelle entzündet. Im Golf von Mexiko entstand nach dem Einschlag durch gewaltige Tsunamis, Erdrutsche und Erdbeben ein riesiges Durcheinander, was die Geologen zu unterschiedlichen Interpretationen veranlasste.

Die neuen Proben stammen aus einer Region, die 4500 Kilometer vom Ort des Einschlags entfernt ist ? weit genug, um von den verheerenden Tsunamis verschont zu bleiben, aber nah genug, um die zeitliche Abfolge der Ereignisse genau zu dokumentieren.
Kenneth MacLeod (Universität von Missouri) et al:
Geological Society of America Bulletin in press, DOI: 10.1130/B25955.1


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