Per Anhalter von der Erde zum Mars

Den Weg von der Erde zum Mars könnten Astronauten in Zukunft per Anhalter zurücklegen ? und zwar im Inneren eines Asteroiden. Diese Idee stammt nicht von einem Science-Fiction-Autor, sondern von der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa. Der Gedanke dahinter: Das Material des Asteroiden könnte die Raumfahrer vor der schädlichen kosmischen Strahlung schützen und würde damit aufwändige und schwere Schildkonstruktionen am Raumschiff überflüssig machen. Momentan sucht die amerikanische Studentin Daniella Della-Giustina von der Universität von Arizona in Tucson nach geeigneten Asteroiden, berichtet der Online-Dienst des Wissenschaftsmagazins "New Scientist".
Als Transportvehikel käme eine Gruppe von Asteroiden infrage, die regelmäßig sowohl die Erde als auch den Mars passieren. Die Astronauten, die von der Erde aus Richtung Mars starten, hätten dann zwei Möglichkeiten, ein solches Objekt zu nutzen: Sie könnten entweder ein Loch in den Asteroiden graben, ihr Raumfahrzeug hineinbugsieren und das Loch anschließend wieder abdecken, oder sie könnten das Raumschiff neben dem Asteroiden parken und mit Material von dessen Oberfläche eine Art Schale darum herum bauen. In beiden Fällen würde das Asteroidengestein das Raumschiff auf seiner monatelangen Reise zum Mars vor den geladenen Teilchen schützen, die von der Sonne und von außerhalb des Sonnensystems stammen.

Bislang gebe es nichts, was dieses Szenario unmöglich machen würde, erklärt Daniel Durda vom Southwest Research Institute in Boulder gegenüber dem "New Scientist". Allerdings seien einige Hürden zu überwinden. So dürften die Arbeiten auf dem Asteroiden dessen Bahn nicht beeinflussen, denn sonst könne es passieren, dass er gar nicht mehr in die Nähe des Mars gelangt oder sogar auf einen Kollisionskurs mit der Erde einschwenkt. Außerdem sei es nicht sicher, ob alle Asteroiden aus lockeren Gesteinsbrocken bestünden wie der im vergangenen Jahr untersuchte Itokawa. Bei einem massiven Gesteinsbrocken wäre das Eingraben des Schiffs oder auch das Sammeln von Material praktisch unmöglich. Schließlich könnte es auch passieren, dass die Steine von der Asteroidenoberfläche elektrostatisch aufgeladen seien und an Werkzeugen oder der Raumschiffhülle haften blieben, so der Forscher.

Die Vorteile dieser Art von Strahlungsschutz wären dagegen klar: Es bräuchte weder ein massiver Schild mit großem Energieaufwand von der Erde ins All geschossen werden noch müsste eine anfällige Magnetfeldkonstruktion entwickelt werden. Della-Giustina analysiert momentan die Zusammensetzung von 40 potenziell passenden Asteroiden darauf, wie viele schwere Elemente sie enthalten. Da solche Stoffe bei Kontakt mit kosmischer Strahlung schädliche Partikel aussenden, muss ihr Anteil möglichst niedrig sein. Sie hofft, die vielversprechendsten Kandidaten irgendwann mithilfe einer Robotermission genauer unter die Lupe nehmen zu können. Zur Frage, wie eine solche Mission sicher auf die Erde zurückkehren könnte, machen die Forscher allerdings keine Angaben.
New Scientist, Online-Dienst, 23. Oktober

ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel


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