12 Prozent aller Vogelarten von Ausrottung bedoht

Zwölf Prozent der bekannten Vogelarten sind von Ausrottung bedroht und weitere zwölf Prozent sind gefährdet. Das haben Wissenschaftler um Stuart Pimm und seine Kollegen ermittelt. Für das Ende des 21. Jahrhunderts sagen sie ein Artensterben von zehn Vogelspezies pro Jahr voraus. Nach Ansicht der Wissenschaftler sei die bisherige Schätzung, wonach 130 der etwa 10.000 bekannten Vogelarten seit dem Jahr 1500 ausgestorben sind, zu niedrig angesetzt.
Die bisherige Einschätzung, wonach alle vier Jahre eine Vogelart ausstirbt, übersehe laut Pimm und seinen Kollegen einige Faktoren. Die tatsächliche Anzahl ausgestorbener Arten ist größer, weil immer wieder neue Skelettreste bisher unbekannter Vogelarten identifiziert werden. Außerdem werden viele Vogelarten, die nicht mehr beobachtet wurden, noch nicht als ausgestorben erklärt. Die Forscher um Pimm berücksichtigten diese Einflüsse ebenso wie die Tatsache, dass die meisten Vogelarten erst nach 1850 bestimmt wurden. Daraus ergibt sich etwa eine ausgelöschte Vogelart pro Jahr.

Bevor Menschen auf ihre Umwelt einwirkten, ging eine Vogelart in hundert Jahren verloren. Die Ausbreitung des Menschen hat aber sowohl in früheren Zeiten wie auch in der Gegenwart viele Lebensräume der Vögel zerstört. Hält die gegenwärtige Zerstörung von Wäldern an, werden am Ende des Jahrhunderts nicht nur 10, sondern sogar 15 Vogelarten pro Jahr aussterben, schreiben Pimm und seine Kollegen. Von Menschen in fremden Biotopen eingeschleppte Arten bedrohen die Vögel zusätzlich. Früher betraf das Artensterben vor allem Inseln, während heute mehr die Kontinente davon betroffen sind. Außerdem stellt der weltweite Klimawandel eine Gefahr für die Tiere dar.

Hätten Naturschützer nicht bereits in der Vergangenheit Anstrengungen zum Schutz der Tiere unternommen, wären allerdings heute bereits dreimal so viele Vogelarten ausgestorben, erklären die Forscher. Die Berechnungsmethode könne auch auf andere Tiere oder Pflanzen übertragen werden. Dabei sei zu berücksichtigen, dass Vögel von menschlichen Aktivitäten weniger beeinträchtigt seien als andere Tiere.
New Scientist, Online-Dienst (3. Juli 2006)

Originalarbeit der Forscher: Stuart Pimm (Duke University, Durham) et al: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung (Doi: 10.1073/pnas.0604181103)

wissenschaft.de ? Beate Förster


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