Der Fledermaus abgeschaut

Mit einem Sensor für Millimeterwellen können Sicherheitsleute künftig bei Flugpassagieren Gegenstände unter der Kleidung ausfindig machen. Die Millimeterwellen durchdringen die Textilien und zeigen die Konturen aller verborgenen festen Gegenstände. Geld, Messer, Schlüssel in Hosen- oder Jackentaschen zeichnen sich ebenso ab wie ungewöhnliche nichtmetallische Gegenstände unter der Kleidung. Über die Tadar genannte Entwicklung des irischen Technologieunternehmens Farran berichtet die Europäische Raumfahrtagentur ESA, die an der Forschungsarbeit beteiligt war.
Der vorgestellte Prototyp ist etwas kleiner als eine Litfasssäule. Die Passagiere laufen einfach hindurch. Im so genannten aktiven Modus des Geräts werden die Passagiere blitzlichtartig angestrahlt. Aus den materialtypischen Reflexionen können Rückschlüsse auf verborgene Gegenstände am Körper gezogen werden. Prinzipiell kann diese aktive Technik bis zu 50 Meter weit reichen, so dass sich die ESA auch Anwendungen als Sehhilfe im Nebel vorstellen kann. Im Passivmodus soll der Sensor ohne Strahlenpuls auskommen. Hierzu nutzt das Gerät die natürliche Abstrahlung und Reflexion aus der Umgebung.

In der Fähigkeit, auch nichtmetallische Gegenstände abbilden zu können, sehen Sicherheitsleute einen klaren Vorteil gegenüber üblichen Metalldetektoren. Die Millimeterwellen sind für den Menschen unschädlich. Röntgenstrahlen, die beim Scannen von Gepäckstücken genutzt wird, scheiden aus, da sie menschliches Gewebe schädigen können. Benannt ist das System nach der Fledermausgattung Tadarida, die wie die meisten Fledermäuse Ultraschallsignale aussendet und anhand des Echos Beutetiere aufspüren kann.
Pressedienst der ESA

ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer


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